Historische Klatsche in Spanien

DFB-Team kassiert Hohn und Spott aus Brasilien und England - aber ein Fan findet positiven Aspekt

Völlig hilf- und planlos ist die deutsche Nationalmannschaft in Spanien baden gegangen. Das sorgt in anderen großen Fußball-Nationen für Herzflimmern.

  • Das historische DFB-Debakel in Spanien wurde in anderen Nationen gefeiert.
  • Brasilien dankte für den Rächer einer unvergessenen Schmach, in England wurde die fehlenden Augenzeugen bedauert.
  • Immerhin fand ein Twitter-User auch einen positiven Aspekt.

München - Der Untergang der deutschen Nationalelf in Sevilla sorgt weltweit für Hohn und Spott. Besonders in Brasilien, wo die Seleçao bei der WM 2014 Opfer des geschichtsträchtigen 1:7 gegen das DFB-Team wurde, zögerte man nicht, die jahrelangen Spitzen aus Deutschland nach dem 0:6 in Spanien mit voller Breitseite zu kontern.

Rechteinhaber Esporte Interativo twitterte bereits nach dem vierten Treffer der Spanier: „Was für ein Spaziergang, mein Freund!“ Nach dem sechsten Treffer waren die Reporter außer sich und füllten die 280 Zeichen eines Tweets mit Gelächter in Großbuchstaben. Das Motto: Danke für die Rache, liebe Spanier!

DFB-Blamage sorgt für Hohn und Spott: Ein Twitter-User findet sogar positiven Aspekt

Immerhin, das bemerkte nämlich ein deutscher User des Kurznachrichtendienstes, wird die DFB-Elf nicht wie die Brasilianer einmal pro Jahr an die Schmach erinnert werden. „Ganz schön klug von Löw, gar kein Tor schießen zu lassen. Damit gibt es kein Datum, an dem man jedes Jahr an das Ereignis erinnert wird“, twitterte ein gewisser Marc.

In Spanien wollte man derweil nach dem Satzgewinn gegen die Deutschen den Finger nicht tiefer in die Wunde legen als ohnehin schon mit dem Resultat und beschränkte sich auf Eigenlob. „Historische Tracht Prügel“, titelte die Sportzeitung AS in ihrer Printausgabe und fügte an: „Spanische Dampfwalze. Spanien tanzte Fußball und machte mit Deutschland, was es wollte.“ Das Blatt Sport kommentierte: „Das war fast schon skandalös!“

Das Bild zum DFB-Debakel: Leon Goretzka, Niklas Süle und Matthias Ginter (v. l.) hatten früh genug vom Spiel der Spanier.

DFB-Blamage sorgt für Hohn und Spott: In England wird an die Augenzeugen vor Ort gedacht

Auch im Rest der Welt machte das Debakel Schlagzeilen. Die englische Tageszeitung The Guardian schrieb: „Ja, sechs. Gegen Deutschland. Das war historisch, die Art von Ereignis, bei dem 65.000 Menschen den Rest ihres Lebens damit verbringen sollten, damit zu prahlen, dass sie dabei gewesen sind. Stattdessen können das gerade mal 300, aber die werden es tun.“

L’Équipe in Frankreich meinte: „Deutschland bereits K.o. - gespalten von den umherwirbelnden Spaniern, hat die Mannschaft eine der schlimmsten Niederlagen ihrer Karriere erlebt.“ Und das gegen die „bis auf Kimmich eigentlich beste Mannschaft“ der Deutschen, wie Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique meinte. Traurig, aber wahr. (José Carlos Menzel López)

ARD-Experte Bastian Schweinsteiger sorgte bereits in der Halbzeit mit einem Fauxpas für Lacher. Der tut sich ein Weltmeister-Trio zusammen und äußert eine klare Forderung in Richtung Joachim Löw.

Rubriklistenbild: © Miguel Morenatti/dpa

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