Neuer und Müller stützen Bundestrainer

Topspiel Bayern gegen Leipzig ohne Löw - aber Bundestrainer kehrt schnell auf die Bühne zurück

Joachim Löw zieht seinen Pulloverkragen hoch
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Verstecken gilt nicht mehr: Bundestrainer Joachim Löw wird sich den Fragen der Journalisten stellen.

Nach Oliver Bierhoff ist nun also Joachim Löw an der Reihe. Der Bundestrainer muss das Debakel von Spanien aufarbeiten und seinen Plan für die EM im kommenden Sommer aufzeigen.

München - Zu viel Bierhoff, zu wenig Löw! So empfindet zumindest Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die Außendarstellung der deutschen Nationalmannschaft seit der Blamage gegen Spanien und der daraus entstandenen Bundestrainer-Diskussion. „Der Trainer muss eigentlich zur Pressekonferenz - und nicht der Sportdirektor. Der Trainer kann das viel besser erklären. Wenn du 0:6 in Spanien verlierst, möchten nicht nur die Journalisten, sondern auch die Fans erklärt haben, warum ein Spiel so schiefgelaufen ist“, sagte Rummenigge vor dem Topspiel zwischen Bayern und Leipzig am Sky-Mikrofon. Zur Erinnerung: Am Freitag erklärte DFB-Direktor Oliver Bierhoff öffentlich unter anderem das Scheitern der Nationalmannschaft in Spanien und nicht Bundestrainer Joachim Löw persönlich.

Jogi ist seit dem peinlichen Auftritt seiner Mannschaft vor drei Wochen abgetaucht und schweigt. Rummenigge rät Löw, „ein bisschen offensiver und nicht so defensiv mit der Gesamtsituation umzugehen“. Da passt es ins Bild, dass es der Bundestrainer auch nicht für notwendig hielt, sich das 3:3 zwischen Bayern und Leipzig in der Allianz Arena anzuschauen - obwohl auf der Münchner Ehrentribüne noch reichlich Platz gewesen wäre. Stattdessen verfolgte er die Partie zu Hause vorm Fernseher. Doch Jogis Schweigen hat bald ein Ende, wie Bierhoff am Sonntag bei Sky verriet: „Er wird nächste Woche reden, das kann ich garantieren. Dann wird er Rede und Antwort stehen.“

Video: Bierhoffs flammende Verteidigungsrede für Bundestrainer Löw

Löw-Zukunft: Bierhoff erwartet einen Bundestrainer mit „Wut im Bauch“

Schon an diesem Montag um 16 Uhr wird die digitale Presserunde mit Löw stattfinden. Und Bierhoff ist überzeugt, dass Löw dabei einen kämpferischen Auftritt hinlegen wird: „Auf jeden Fall, sonst würde er nicht weitermachen, wenn er keine Energie hätte und keine Wut im Bauch.“ Für den DFB-Direktor sei Löws öffentliches Schweigen während des Entscheidungsprozesses innerhalb des Verbandes über die Zukunft der Nationalmannschaft und des 60 Jahre alten Langzeit-Bundestrainers ohnehin kein Problem gewesen. „Jetzt spreche ich erst mal intern mit den Leuten, bevor ich mich extern äußere“, erklärte Bierhoff den Kommunikations-Fahrplan nach dem Spanien-Spiel.

Rückendeckung erhält der viel kritisierte Bundestrainer auch von seinem Kapitän. Manuel Neuer erklärte im ZDF-Sportstudio, dass es natürlich richtig sei, den eingeschlagenen Weg mit Löw als Trainer weiterzugehen: „Wir sind den Weg mit ihm zusammen gegangen, wo wir viel ausprobiert haben. Die Situation war für uns als Nationalmannschaft ganz anders als erwartet. Wir mussten mit den Umständen klarkommen.“ Gleichzeitig kündigte Neuer wieder Erfolgserlebnisse und Wiedergutmachung nach der Spanien-Blamage an: „Wir hoffen, dass wir es im neuen Jahr und gerade zur Europameisterschaft besser machen können. Das ist unser großes Ziel.“

Löw-Zukunft: Laut Müller erhofft sich „wieder Schwung in der Bude“

Ob dann auch wieder Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng helfen, dieses Ziel zu erreichen, steht noch in den Sternen. Für Müller selbst sei diese Thematik aktuell „ganz weit weg. Ich bleibe dran und dann schauen wir mal.“ Die Entscheidung des DFB, mit Löw weiterzumachen, kommentiert Müller so: „Alle Deutschen müssen hinter dieser Entscheidung stehen und alles dafür tun, dass wir da wieder Schwung reinbringen in die Bude. Und mit Joachim Löw bringen wir auch wieder Schwung in die Bude.“ Bleibt abzuwarten, ob dieser Optimismus auch nach Löws Auftritt bestehen bleibt. (bok)

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