Schicksalstag am 4. Dezember

Joachim Löw: Millionen-Gerüchte! Kassiert Bundestrainer jetzt Mega-Abfindung vom DFB?

Joachim Löw und der DFB: Geht man getrennte Wege? Klar ist: Eine Entlassung des Bundestrainers könnte extrem teuer werden.

  • Ein schwieriges DFB-Jahr geht zuende.
  • Nach der Blamage in Spanien steht Bundestrainer Joachim Löw heftig unter Beschuss.
  • Nun sickern brisante Details durch - Löw könnte bei einer vorzeitigen Entlassung eine große Abfindung erhalten.

Update vom 26. November, 12.35 Uhr: Wie geht es weiter für Joachim Löw? Nach dem Spanien-Debakel ist der Bundestrainer angezählt, am 4. Dezember steht der Krisengipfel an. Zuletzt gab es Spekulationen, dass Löw vorab selbst seinen Rücktritt anbietet. Nun kommen neue Zahlen ans Licht, die im Fußballgeschäft durchaus an der Tagesordnung sind - die Fans dürften sich darüber trotzdem mächtig ärgern.

Nach Angaben der Bild verdient Löw inklusive Prämien bis zu vier Millionen Euro jährlich. Doch was passiert, wenn der DFB den bis Dezember 2022 datierten Arbeitsvertrag vor dem Ende - sprich jetzt - kündigen möchte?

Dann wird branchenüblich eine Abfindung fällig: Nämlich für das Gehalt, das Löw bis Vertragsende noch verdient hätte. Bei einem Aus im Dezember 2020 wären es bis Dezember 2022 also noch zwei Jahresgehälter - macht acht Millionen Euro. Theoretisch.

Joachim Löw: Millionen-Abfindung bei vorzeitiger Entlassung?

Denn es gibt viel zu klären. Löw hatte seinen Vertrag vor der WM 2018 verlängert. Darin soll eine Vereinbarung enthalten sein, die besagt: Nach der EM 2020 können sowohl der DFB als auch der Bundestrainer von einer Trennungs-Klausel Gebrauch machen. Dann müssten keine Abfindungs-Gelder fließen. Problem: Die „EM 2020“ gab es nie! Die Euro wurde wegen der Corona-Krise ins Jahr 2021 geschoben. Was nun?

Wenn die EM-2020-Klausel fortan als EM-2021-Klausel gesehen wird, müsste der DFB den Bundestrainer noch mit rund einem halben Jahresgehalt abfinden, falls er ihn im Dezember 2020 entlassen möchte. Von jetzt bis zur EM, die im Juli 2021 endet, würde Löw also etwa zwei Millionen Euro verdienen, die der Verband dann - bei jetziger Entlassung - an ihn zahlen müsste.

Die zweite Variante: Die Trennungs-Klausel für die EM 2020 bleibt unberührt und wäre damit schon längst verstrichen. Vertraglich ist jener theoretische Trennungs-Termin klar festgehalten, wegen höherer Gewalt war dieser aber nicht einzuhalten. Anwälte müssten klären, wie mit dieser Klausel zu verfahren ist. Sollte sie aber nicht mehr gültig sein und der DFB würde sich sofort trennen wollen, wären eben jene zwei Jahresgehälter in Höhe von insgesamt acht Millionen Euro fällig.

Wegen der Corona-Krise und anderen Schauplätzen wie den Steuer-Ermittlungen steht der DFB ohnehin schon unter finanziellem Druck. Acht Millionen Euro Abfindung für Löw würden nochmal ein großes Loch in die Kasse reißen. Eine solche Entscheidung überlegt man sich also mit Sicherheit gut.

Joachim Löw: Blitz-Abschied vom DFB? Brisante Spekulationen vor Krisengipfel

Erstmeldung vom 24. November, 10.46 Uhr: Frankfurt - So viel ist klar: Die turbulenten DFB-Tage nach dem Debakel in Spanien sind noch lange nicht vorbei. Wie geht es für Bundestrainer Joachim Löw weiter? Am 4. Dezember steht eine Krisensitzung an. DFB-Manager Oliver Bierhoff wird einem Gremium eine Analyse vorlegen.

Daraus ergibt sich aber eine Frage, die sich aktuell jeder Fußball-Fan in Deutschland stellt: Warum macht Joachim Löw das nicht selbst? Offenbar erklärt sich der Weltmeister von 2014 sehr wohl - allerdings vor jener Krisensitzung und das auch in kleinerem Rahmen. Laut Bild werden unter anderem Präsident Fritz Keller und Vize Peter Peters bei dieser Runde dabei sein.

DFB: Joachim Löw vor Rücktritt? Mitteilung wirft Fragen auf

Das ganze Szenario lässt nun natürlich Spekulationen zu. Und da spielt auch die Mitteilung des DFB eine große Rolle. Wie schon in der ersten Erklärung von Präsident Keller (direkt nach dem Debakel) fehlt im Statement der Name „Löw“ komplett.

Stattdessen heißt es, dass dem Bundestrainer „die zeitliche und emotionale Distanz“ gegeben werden soll, um „die aktuelle Situation der Nationalmannschaft grundlegend aufzuarbeiten. Sportlich, um die Ursachen der deutlichen Niederlage von Sevilla zu analysieren. Und persönlich, um die eigene große Enttäuschung zu verarbeiten. Das gehört sich so“.

Liest man solche Sätze nicht gewöhnlicherweise in Rücktritts-Erklärungen? Bereitet man sich beim DFB etwa schon darauf vor, dass Löw in dieser zeitlichen und emotionalen Distanz selbst zu dem Entschluss kommt, sich von seinem Amt zu verabschieden?

Joachim Löw: Wirbel um Bundestrainer - Formulierungen lassen Spekulationen zu

Weiter heißt es in der DFB-Mitteilung: „In der DFB-Präsidiumssitzung am 4. Dezember wird Oliver Bierhoff, Direktor Nationalmannschaften und Akademie, die aktuelle Situation der Nationalmannschaft darstellen und einschätzen. Dazu gehören die Erfahrungen aus der Niederlage gegen Spanien, aber auch die Gesamtentwicklung der Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren. Der DFB wird zum gegebenen Zeitpunkt über Ergebnisse der Beratungen und nächste Schritte informieren.“

Auch in dieser Passage finden sich Hinweise auf einen Löw-Abschied. Es ist von „den vergangenen zwei Jahren“ die Rede - also genau jenem Zeitraum, in dem die Nationalmannschaft ins fußballerische Mittelmaß abstieg. „Ergebnisse der Beratungen und nächste Schritte“ kurbeln ebenfalls die Spekulationen rund um einen neuen Bundestrainer an.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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