Große Kritik nach 0:6

Joachim Löw: Prominente Nachfolger gehandelt - einer kann nicht mal deutsch

Bundestrainer Joachim Löw steht nach der Pleite in Spanien einmal mehr in der Kritik. tz.de analysiert mögliche Nachfolge-Kandidaten.

München - Lothar Matthäus gilt als Fußball-Kenner mit feinem Gespür. Als Rekordnationalspieler und DFB-Ehrenspielführer verschafft sich der 59-jährige Franke stets Gehör.

Der einstige Profi des FC Bayern München sagte bereits nach dem mageren 3:3 Deutschlands gegen die Türkei der Bild: „Wieder kosteten taktische Fehler von Jogi Löw bei den Einwechslungen den Sieg.“

Joachim Löw: DFB hält trotz Kritik der Öffentlichkeit am Bundestrainer fest

Nach dem Desaster-Dienstag vom 17. November sehnt sich Fußball-Deutschland nach einem 3:3. In Spanien gab es eine 0:6-Katastrophe, die deutsche Nationalmannschaft war völlig von der Rolle. Löw war nach der historischen Pleite ratlos, Oliver Bierhoff stärkte ihm aber einmal mehr den Rücken. Wie lange geht das noch gut? Um auf Lothar Matthäus zurückzukommen: Er nannte bereits vor dem Spiel Jürgen Klopp als Nachfolger.

Bislang wirkt es, als habe Löw seinen Job (seit 2006) noch sicher. tz.de analysiert dennoch mögliche neue Bundestrainer.

Möglicher Nachfolger von Joachim Löw: Assistent Marcus Sorg

Jugendtrainer beim SC Freiburg, Nachwuchscoach beim FC Bayern München, Junioren-Trainer beim DFB - der 54-jährige Marcus Sorg stand noch nie in der ersten Reihe, auch wenn seine Qualitäten als Jungmenschenbegleiter in der Branche geschätzt werden.

Doch: Löw gilt als Mentor des Ulmers, der seit Frühjahr 2016 sein Assistent ist. Der viel bemühte „frische Wind“ wäre unter ihm sicher nicht zu erwarten.

Marcus Sorg - Geeignet als Bundestrainer? tz.de-Note 6

Möglicher Nachfolger von Joachim Löw: U21-Coach Stefan Kuntz

Mit dem Nachwuchs des DFB wurde der einstige Bundesliga-Profi des 1. FC Kaiserslautern und von Arminia Bielefeld 2017 U21-Europameister. Im hochklassigen Bereich kann der 57-jährige Saarländer aber keine Trainererfahrung nachweisen.

Und: Stefan Kuntz ist zwar einer der Europameister von 1996. Aber im Weltfußball fehlt ihm der große Name.

Stefan Kuntz - Geeignet als Bundestrainer? tz.de-Note 5

Ex-Coach von Tottenham: Mauricio Pochettino (re.).

Möglicher Nachfolger von Joachim Löw: Ex-Tottenham-Coach Mauricio Pochettino

Über einen großen Namen auf der weltweiten Bühne verfügt nicht erst seit dem Champions-League-Finale 2019 Mauricio Pochettino. Diese Variante wäre ein völlig neuer Ansatz - und schon alleine deshalb erstrebenswert.

Der 48-Jährige bewies bei Tottenham Hotspur eindrucksvoll, wie er mit wenig viel aufbauen kann. Deutsch kann der Argentinier zwar angeblich nicht, aber seit seiner Zeit in London macht er eine lang ausgedehnte Pause - und wäre sicher prächtig erholt.

Mauricio Pochettino - Geeignet als Bundestrainer? tz.de-Note 2

Möglicher Nachfolger von Joachim Löw: FC-Bayern-Ikone Jupp Heynckes

Im Sommer 2018 beendete Jupp Heynckes seine Karriere beim FC Bayern München. Über den deutschen Rekordmeister hinaus gilt der 75-Jährige in der Bundesliga als hochgeschätzt.

Zu seinen Spielern soll er am Ende seiner Laufbahn ein geradezu großväterliches Verhältnis gehabt haben. Doch: Der Rheinländer bekräftigte nachdrücklich, nicht mehr als Trainer zurückzukehren. Er würde immer passen, aber er will nicht.

Jupp Heynckes - Geeignet als Bundestrainer? tz.de-Note 5 (weil nicht verfügbar)

Möglicher Nachfolger von Joachim Löw: PSG-Trainer Thomas Tuchel

Zuletzt schrieb die renommierte französische Sportzeitung L‘Équipe, dass Thomas Tuchel seinen Vertrag bei Paris Saint-Germain (bis Sommer 2021) nicht verlängern will und den Champions-League-Finalisten verlassen möchte.

Aus seiner Zeit bei Mainz 05 und Borussia Dortmund gilt der 47-jährige Schwabe als schwieriger Charakter. Aber: Ebenso wird ihm nachgesagt, dass er akribisch, hoch fleißig und extrem erfolgsorientiert sei. Es wäre eine pragmatische, weil erfolgsversprechende Lösung.

Thomas Tuchel - Geeignet als Bundestrainer? tz.de-Note 2

Möglicher Nachfolger von Joachim Löw: Liverpool-Champion Jürgen Klopp

Um es kurz zu machen: An Jürgen Klopp führt kein Weg vorbei. Der Champions-League-Sieger von 2019 dürfte ohne jeden Zweifel der beliebteste Trainer bei deutschen Fußball-Fans sein.

Der 53-jährige Schwabe wäre mit seiner ansteckend enthusiastischen Art genau das, was der teils biedere und unnahbare DFB bräuchte: Einen Aufwecker, einen Aufräumer und einen Aufwärmer.

Um die Liebe der Anhänger zur deutschen Nationalmannschaft wieder zu beleben. Sein Vertrag beim FC Liverpool läuft noch bis 2024 - und doch wäre Klopp ohne jeden Zweifel der perfekte Bundestrainer.

Jürgen Klopp - Geeignet als Bundestrainer? tz.de-Note 1

Rubriklistenbild: © dpa / Christian Charisius

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