Löw setzt gegen Irland auf die Jungen

23,7 Jahre? Jogis frischer Jugendplan

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Julian Draxler könnte für Joachim Löw (r.) im spiel gegen Irland eine Option für die Startelf sein.

München - Gegen Irland könnte Joachim Löw die jüngste Startelf seit über 60 Jahren ins Rennen schicken. der Bundestrainer verbreitet gute Laune - trotz der Polen-Pleite und der Personalnot.

Jogi Löw schlürfte genüsslich an seinem Espresso, er lächelte, er stellte sogar Gegenfragen. Wie man das halt so macht, wenn man gut drauf ist, wenn einem nichts die Laune vermiesen kann. Da redet man eben gern, man plaudert – auch wenn man auf einer Pressekonferenz ist und zahlreiche Journalisten vor einem sitzen, die gerade einigermaßen kritisch die Lage der Nationalmannschaft einschätzen. Der Bundestrainer verkündete inhaltlich, aber auch durch seine lockere Körpersprache die Botschaft, dass alles in Ordnung ist in seinem Team. Trotz dieser historischen Niederlage von Polen.

Draxler brennt auf einen Einsatz

„Die Stimmung ist gut!“, sagte Löw. „Die Selbstkritik ist vorhanden.“ Es gebe keine Spur von Wut in seiner Mannschaft, und schon gar keine großen Sorgen. Dabei hatte sich vor der Partie heute Abend gegen Irland (20.45 Uhr, RTL) auch noch die Personallage verschärft, Mittelfeldrenner Christoph Kramer reiste mit einer Magen-Darm-Grippe ab. Und es deutete sich in den Erklärungen von Löw etwas Bemerkenswertes an: Obwohl die DFB-Elf in einer durchaus prekären Lage steckt, könnte man am Dienstag mit einer historischen jungen Mannschaft auflaufen: Jogis Jugendbande!

Durch den Ausfall von Kramer könnte Julian Draxler vor seinem Schalker Publikum zum Zuge kommen. Der Jungstar ist heiß, findet selbst: „Ich bin viel besser drauf als im letzten Jahr! Ich brenne darauf, das auch zu zeigen!“ Schon gegen Polen galt er als Alternative, für die verletzten Reus und Özil, in Warschau aber reichte es nach einer Erkältung noch nicht ganz. Mit ihm für Kramer würde Löw „die offensivere Variante“ wählen, die er selbst ins Spiel brachte. Das Ergebnis wäre nominell wohl ein 4-1-4-1-System. Fast noch interessanter: Es würde das Durchschnittsalter auf 23,7 senken. Das letzte Mal brachte Löw eine so junge Startelf in einem Pflichtspiel 2011 (3:1 gegen Belgien).

Es könnte aber noch jünger zugehen, und damit zu einem historischen Spiel kommen: Setzt Löw in der Mitte auf Matthias Ginter, „von dem ich auch weiß, dass er die vertikalen Bälle in der Spielauslösung sehr gut machen kann“, und zudem Draxler bei seinem Heimspiel für André Schürrle bringen, wäre auch der Wert von 2011 unterschritten! Das hätte es in einem Pflichtspiel seit den 50er Jahren nicht gegeben. Ganz sicher ist bisher nur das Drumherum, Löw stellte sehr deutlich klar, dass Karim Bellarabi ihn überzeugt hat und erneut beginnen wird. Mit 24 Jahren ist der ja auch fast schon ein alter Hase…

Michael Knippenkötter

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