Es geht um Löw, Müller & Co.

Lothar Matthäus poltert live im TV gegen Löw und den DFB: „Wenn mein Kind in der Schule schlecht ist ...“

Lothar Matthäus (l.) und Oliver Bierhoff (r.) trafen bei Sky90 aufeinander.
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Lothar Matthäus (l.) und Oliver Bierhoff (r.) trafen bei Sky90 aufeinander.

Oliver Bierhoff hat im Moment alle Hände voll zu tun - DFB-Coach Joachim Löw steht heftig in der Kritik. Am Sonntagvormittag stellte sich Bierhoff bei „Sky90“ den Fragen - und Kritiker Matthäus.

  • Am Sonntagvormittag (11.30 Uhr) traf bei „Sky90“ Oliver Bierhoff auf Kritiker Lothar Matthäus.
  • Nationalmannschafts-Manager Bierhoff hatte am Freitag in einer PK das Festhalten an Joachim Löw erklärt.
  • Ein weiteres Thema war eine mögliche Rückkehr von Müller, Hummels und Boateng sein.

12.44 Uhr: Matthäus über Upamecano: „Er steht nicht nur bei Bayern München ganz oben auf dem Zettel. Er hat eine festgeschriebene Ablöse von um die 50 Millionen. Er würde Bayern auf jeden Fall verstärken. Es sieht so aus, dass Alaba und Boateng gehen. Upamecano würde Bayern gut tun.“

12.43 Uhr: Bierhoff traut Leipzig zu, Bayern in diesem Jahr zu gefährden: „Auf jeden Fall. Das ist gut für die Liga.“

12.30 Uhr: Bierhoff zur Zukunft des deutschen Fußballs: „Wir haben Probleme. Es sind dringend Reformen nötig. Der Spieler muss mehr in den Mittelpunkt. Wir haben keine Stoßstürmer und auch auf den Außenverteidigerpositionen Probleme. Wir haben in den U-Mannschaften wenige Ausnahmespieler. Wenn die deutschen Mannschaften 17-Jährige Engländer holen, dann ja nicht, weil sie die Deutschen nicht mehr mögen.“ Es wird mehr Fokus auf kleinere Spielformen gelegt. Trainerausbildung werde auch ein Fokus der neuen DFB-Akademie.

12.25 Uhr: Bierhoff über Entfremdung des DFB-Teams von der Basis: „Wir haben es mit der Präsenz überzogen. Das haben wir zurückgefahren. Wir haben immer Fan-Treffen gemacht und soziale Einrichtungen besucht und in diesem Jahr eine Stiftung gegründet. Die Maßnahmen greifen noch nicht ganz. In 2019 sind die Umfragewerte leicht gestiegen. Das wichtigste ist aber das Spiel auf dem Platz. Aber wir versuchen außerhalb des Platzes alles.“

12.23 Uhr: Bierhoff über Fritz Kellers Rücktrittsforderung an Löw: „Das war nur ein Gedanke vom Präsidenten in einem Telefonat. Dass das nur eine Variante ist. Aber mit Jogi kann man alles besprechen. Jogi hat gesagt: ‚Wenn ihr die Entscheidung trefft, dann aus Überzeugung, nicht weil es die Öffentlichkeit will.‘“

12.20 Uhr: Der DFB will weg vom Ballbesitzfußball, hin zum schnellen Umschalten. Bierhoff: „Sané, Werner oder Gnabry sind weniger ballsicher als damals ein Özil. Aber diese Taktik ist gegen Estland oder Nordirland natürlich schwer.“

12.15 Uhr: Bierhoff noch einmal über Müller und Co.: „Jogi hat nie gesagt, die Tür ist ganz zu. Es ist nichts Zwischenmenschliches passiert, es gibt keine Sturheit.“

Bierhof über Müller, Boateng und Hummels: „Es wird nicht an Sturheit liegen“

12.11 Uhr: Bierhoff: „Ich freue mich riesig, dass Müller, Boateng und Hummels so gute Leistungen bringen. Letztendlich wird der entscheidende Punkt bei der Nominierung sein. Es wird nicht an Prinzip oder Sturheit liegen. Er wird sich fragen: Wer sind die Spieler, mit denen ich am besten arbeiten kann?“ - Matthäus: „Kurz vor der EM wäre zu spät. Da müsste man sich schon aneinander gewöhnen. 1998 bin ich auch zurückgeholt worden von Berti Vogts und saß zuerst zwei Spiele auf der Bank, das war nicht das richtige Signal. Diese Spieler sollen die Mannschaft führen.“

12.06 Uhr: Bierhoff zu möglichen Löw-Nachfolgern - die Namen Rangnick und Klopp fallen: „Es ist ein laufender Prozess. Man hat immer etwas im Kopf. Ich muss auch Gespräche führen. Joachim Löw ist darüber immer informiert, das ist mein Job. Mein Kopf arbeitet immer. Konkret waren die Gespräche aber nicht. Einen Klopp-Plan für 2024 gibt es nicht, er hat ja noch bis 2024 Vertrag. Seine Qualität steht außer Zweifel. Das soll eine Entscheidung mit Substanz sein, nicht aufgrund von Populismus.“ Matthäus dagegen bringt Flick ins Spiel: „Er wäre prädestiniert dafür.“

Bierhoff zum Umbruch: „Andere brauchen sechs Jahre dafür“

12.03 Uhr: Bierhoff zum Umbruch: „Andere brauchen sechs Jahre dafür. Die Niederländer haben zwei Turniere ausgesetzt. Das ist doch vermessen. Unsere Mannschaft ist unerfahren und braucht Zeit. Unser größtes Talent Kai Havertz hat erst zehn Länderspiele. Wir wollten eine Stammformation finden, aber es war nie möglich, wegen den vielen Verletzungen.“

12.02 Uhr: Bierhoff wird emotional und bricht eine Lanze für den Coach: „Löw hat in den sechzehn Jahren nur ein schlechtes Jahr gehabt. Eine Entwicklung unter den aktuellen Bedingungen voranzutreiben ist schwer. Er hat Energie, die Überzeugung und eine klare Vorstellung.“ Matthäus: „Ich würde mir wünschen, dass sich Löw mal so äußert wie du heute.“

11.57 Uhr: Bierhoff redet von der hohen Belastung. Matthäus: „Spanien hat auch Corona-Probleme gehabt und haben auch funktioniert.“ Spanien sei mit seinen gut ausgebildeten Spielern der ungünstigste Gegner gewesen, so der DFB-Manager.

11.54 Uhr: Bierhoff: „Lothar sieht die Innensicht nicht. Löw hat gehandelt, hat in der Halbzeit auf Manndeckung umgestellt zum Beispiel.“ Er gibt aber zu, dass die Körpersprache, inklusive des Trainers, nicht das war, was man sich beim DFB vorstellt.

Bierhoff: „Rummenigges Aussagen sehe ich nicht so kritisch“

11.52 Uhr: Bierhoff: „Ich sehe Rummenigges Aussagen nicht so kritisch. Da hat jeder seine Meinung. Wichtig ist: Man muss überzeugt sein von seinem Weg. Der die letzte Konsequenz trägt, ist der Trainer. Das macht Joachim Löw, da gibt es viele Beispiele, bei der auch die öffentliche Meinung eine andere war.“ - Matthäus darauf: „Diese Konsequenz sehe ich bei Löw aktuell nicht. Gegen Spanien hat er gar nicht eingegriffen, früher schon. Das wollen wir sehen. Er zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück. Wir wollen Jogi Löw wieder so sehen, dass er die Mannschaft unterstützt.“

11.44 Uhr: Es geht weiterhin um den Zeitpunkt von Löws Aussage: „Der Zeitdruck ist nicht da“, erklärt Bierhoff. „Das nächste Spiel ist erst im März. Wenn man gesammelt ist, wenn man eine Entscheidung des Gremiums da ist, dann äußert man sich. Aber es ist seine (Löws, d. Red.) Entscheidung, wann er spricht. Ganz ehrlich: ich weiß aber selbst nicht, was richtig und falsch ist. Es sind so viele Emotionen drin. Meine Statements nach der WM 2018 wurden auch zerrissen.“

11.42 Uhr: Bierhoff: „Wir werden auf jeden Fall einen kämpferischen Löw erleben.“ - Matthäus dagegen ist zu viel Zeit vergangen: „Die Emotionen sind dann raus. Wenn mein Kind in der Schule schlecht ist, sage ich auch nicht erst acht Wochen später was. Will man Zeit gewinnen?“

11.41 Uhr: Bierhoff: „Löw hat auf der Pressekonferenz nach dem Spiel etwas gesagt. Von der Pressemitteilung, dass er etwas Abstand braucht, war nicht mit ihm abgestimmt. Da war Hektik drin.“

11.40 Uhr: Matthäus: „Die Fans hätten sich Antworten von Löw gewünscht. Wir wollen den sportlich Verantwortlichen sehen. Ich freue mich darauf, wenn er sich nächste Woche äußert.“

DFB: Löw äußert sich nächste Woche

11.38 Uhr: Löw werde sich in der nächsten Woche äußern. „Er wird Rede und Antwort stehen“, so Bierhoff.

11.37 Uhr: Bierhoff: „Nach der WM 2018 wurde unsere Pressekonferenz auch als falsch angesehen.“

11.32 Uhr: „Wir sollen aufpassen“, sagte Oliver Bierhoff auf die Frage, warum Joachim Löw gestern nicht beim Bundesliga-Topspiel nicht auf der Tribüne saß. Corona also ist der Grund, warum dies nicht geschah. Wichtiger sei für Bierhoff ohnehin, dass sich Löw bald äußere.

München - Joachim Löw war nicht im Stadion, als die Bayern und Leipzig sich im Topspiel der Bundesliga 3:3 trennten. Auch war es nicht Trainer Löw, sondern Teammanager Oliver Bierhoff, der am Freitag in einer Pressekonferenz die Lage der DFB-Elf rund um die 0:6-Pleite gegen Spanien und die Entscheidung pro Trainer Löw erklärte.

Manch einem, wie Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, war das „zu viel Bierhoff und zu wenig Löw“. Am Sonntag gibt es neues Futter für jene Diskussion: Bierhoff wird in der Fußballtalkshow „Sky90“ zu Gast sein und sich erneut den Fragen stellen. Mit dabei wird einer der größten Kritiker der Nationalmannschaft sein: Lothar Matthäus. Der Rekordnationalspieler und Ehrenspielführer forderte jüngst wie viele andere eine Rückkehr der geschassten 2014er-Weltmeister Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels.

Oliver Bierhoff sprach auf der PK viele Kritikpunkte an. Nun stellt er sich bei „Sky90“ erneut den Fragen rund um die Nationalelf.

Kehrt Müller doch zurück? DFB-Team schwächelt, Routinier glänzt

Gerade Müller machte mit einem Doppelpack gegen Leipzig erneut auf sich aufmerksam. Kaum vorstellbar also, dass in der Runde nicht erneut Forderungen nach seinem Comeback laut werden. Auf Moderator Patrick Wasserziehr dürfte einiges an Vermittlungsarbeit zukommen, was die Themen Löw und Nationalmannschaft angeht.

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