Löw weist Vorwürfe zurück: "Völlig absurd"

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Bundestrainer Joachim Löw

München - Klarstellungen in der Torwart-Frage, Konter für die Kritiker: Bundestrainer Joachim Löw hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, den Kader der Nationalmannschaft nicht nach Leistung der Spieler aufzustellen.

Bundestrainer Joachim Löw hat sich vor dem letzten Testlauf der Fußball-Nationalmannschaft für das Spiel des Jahres gegen Russland energisch gegen sich häufende Vorwürfe gewehrt, sein Personal nicht strikt nach dem Leistungsprinzip auszuwählen. “Es ist völlig absurd, so etwas zu behaupten“, sagte Löw in einem Interview der “Welt am Sonntag “, einen Tag vor der Zusammenkunft seines 23- köpfigen Kaders für das Testspiel am Samstag in Leverkusen gegen Südafrika sowie die WM -Qualifikations-Partie vier Tage später in Hannover gegen Aserbaidschan. “Es wäre doch fahrlässig, wenn wir Spieler nicht nach Leistungskriterien auswählen würden. Das kann sich kein Trainer leisten.“

Aus Bremen hatte Löw scharfe Kritik an der beim SV Werder “nicht nachvollziehbaren“ Nichtnominierung von Torhüter Tim Wiese geerntet. Manager Klaus Allofs glaubt nach der Ausbootung von Torsten Frings inzwischen offenbar schon an eine Verschwörung. “Viel deutlicher kann man ihm (Wiese) nicht zeigen, was das Trainerteam anscheinend von ihm hält.“ In Leverkusen sorgte der Verzicht auf den stark in die Saison gestarteten Stefan Kießling für Erstaunen, zumal der 25-Jährige gegen Bochum im sein viertes Tor im vierten Spiel erzielte und damit bester Torjäger der Bundesliga ist. Bayer-Trainer Jupp Heynckes kommentierte Löws Verzicht auf Kießling am Wochenende süffisant: “Mit den vier Torhütern hat er sein Kreuz, nun geht es mit den Stürmern weiter.“

In der aufgeregten Torwart-Debatte sah sich Löw sogar zu Klarstellungen veranlasst, nachdem Robert Enke von Medien etwas vorschnell zum WM -Torwart ausgerufen worden ist. Der Schlussmann von Hannover 96 genießt den Nummer-1-Status vorerst auf Zeit - und zwar bis zum Abschluss der WM -Qualifikation. “Wir stehen vor wichtigen Spielen und wollten deshalb Klarheit in der Torhüterfrage bis zum Ende des Jahres“, erläuterte Löw. Dann werde man “neu diskutieren“. Die Mitbewerber René Adler (Bayer Leverkusen), Manuel Neuer (Schalke) und auch der dieses Mal nicht berufene Wiese seien “nicht außen vor“, versicherte Löw. Aktuell habe Enke “einen kleinen Vorsprung“.

Klein ist auch der Vorsprung der DFB -Auswahl vor Russland, dem schärfsten Rivalen um den Gruppensieg in der WM -Qualifikation und das einzige direkte Ticket zur WM 2010 in Südafrika. Löw weiß, dass die Formkurve vor dem Endspiel am 10. Oktober in Moskau wieder nach oben zeigen muss. “Wir müssen zusehen, dass wir wieder auf den Weg kommen, auf dem wir schon einmal waren“, sagte er vor dem Treffpunkt seines Aufgebotes um Lokalmatador Lukas Podolski am Montag in Köln . Man sei “keine Fußballmacht, die andere stark dominiert“, bemerkte der Bundestrainer in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zum Potenzial des Vize-Europameisters. Immerhin blieb Löw vor den Sonntagspielen der Bundesliga von Absagen und Ausfällen verschont.

dpa

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