Public Viewings als Ansporn

Löw: "Wollen, dass die Fans viel feiern können"

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Joachim Löw 2006 auf der Fan-Meile in Berlin.

Porto André - Joachim Löw (54) ist überzeugt, dass die WM die ganze Welt elektrisieren wird. Das Interview mit dem Bundestrainer:

Was muss passieren, damit Ihnen der große Wurf gelingt?

Joachim Löw: Eine WM ist etwas ganz anderes als ein normales Länderspiel. Da steigt die Dramatik ins Unermessliche. In jedem Turnierspiel weißt du als Trainer, dass in 90 oder 120 Minuten alles zu Ende sein kann.

Schon Berti Vogts sagte, dass ein Bundestrainer als Held oder Vaterlandsverräter von einem Turnier zurückkehrt. Wie kommen Sie mit diesen Extremen klar?

Joachim Löw: Wenn eine Fußballnation wie Brasilien, Argentinien, Spanien, Italien oder Deutschland in der Vorrunde ausscheidet, dann ist doch klar, dass sich dann die ganze Kritik auf den Trainer fokussiert. Ich kann das alles realistisch einschätzen. Es ist aber kein Thema in meinen Gedanken. Ich weiß: Wir haben eine gute Mannschaft, ich habe Vertrauen in meine Spieler, wir haben uns in den letzten Jahren immer wieder entwickelt, wir sind in der Weltrangliste konstant mit Spanien weit oben angesiedelt. Das gibt mir ein gutes Gefühl.

Ab Donnerstag rollt der Ball. Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass ein guter Start des Gastgebers gegen Kroatien die Unruhen im Land in den Hintergrund drängen könnte?

Joachim Löw: In Brasilien gibt es – nicht zu Unrecht – Demonstrationen für sehr, sehr wichtige Dinge in der Gesellschaft wie Gesundheit oder Bildung. Aber wenn der Startschuss fällt, werden ein Großteil dieses Landes und die ganze Welt elektrisiert sein. In allen Ländern gibt es dann Public Viewing die Leute fiebern mit ihrer Mannschaft mit und, die WM steht im Mittelpunkt. Die Euphorie, die Spannung und die Freude werden auch in Brasilien überschwappen. Wenn angepfiffen wird, dann wird ganz Brasilien hinter der eigenen Mannschaft stehen.

Auch die Fans in Deutschland hoffen wieder auf große Public-Viewing-Abende. Was können Sie ihnen versprechen?

Joachim Löw: Das hat sich in Deutschland wirklich unglaublich entwickelt. Man feiert zusammen, man schaut die Spiele zusammen, es ist bei den Turnieren ein Nationalgefühl entstanden. Das ist großartig und spornt uns zusätzlich an. Diese Bilder aus der Heimat begleiten uns bei den Turnieren. Wir verfolgen, was zu Hause in Deutschland passiert, wir schauen uns das mit Freude an. Unser Ziel ist, dass wir den Fans in der Heimat gute Gründe liefern, dass sie in diesem Sommer viel feiern können.

Public Viewing in München: Wo Sie die WM 2014 live sehen können

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