Jogi erhört Schweinis Wunsch…

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Strategisches Doppel: Michael Ballack (r.) und Bastian Schweinsteiger

Berlin - Joachim Löw hat den vorläufigen WM-Kader festgelegt. Bastian Schweinsteiger will er bei einem Anliegen entgegenkommen. Löw über Kroos, Müller, Badstuber und Co. im tz-Interview:

Die Würfel sind gefallen – vorläufig: Am Donnerstag nominierte Jogi Löw seinen Kader für den Leistungstest kommende Woche in Sindelfingen. Bayern-Youngster Thomas Müller ist genauso wie Dennis Aogo (Hamburg) und Robert Huth (Stoke City) dabei – die Abwehrtalente Holger Badstuber und Mats Hummels fehlen dagegen.

Das tz-Interview:

Der Kader für den Leistungstest steht. Ist der WM-Traum für die Spieler, die fehlen, vorbei?

Joachim Löw: Nein. Wenn jemand außergewöhnlich gute Leistungen über einen langen Zeitraum bringt, ist die Tür weiter offen.

Wie nah ist Thomas Müller dran?

Löw: Wir hätten ihn im November schon gerne dabei gehabt, aber dann haben wir uns kurzfristig anders entschieden. Er hat gute Ansätze und konstant gute Leistungen gezeigt. Er ist ein Spieler mit großen Perspektiven, der sehr kreativ sein kann. Er kann sich zu einem richtigen guten Spieler entwickeln – alles liegt an ihm. Thomas hat in dieser Saison sportlich einen riesengroßen Schritt gemacht und macht mir menschlich einen reifen Endruck.

Badstuber und Hummels fehlen, Huth ist dabei. Warum?

Löw: In der Innenverteidigung sind wir mit Westermann, Mertesacker, Tasci, Friedrich und auch Huth qualitativ gut besetzt. Holger und Mats sind noch nicht so weit wie die genannten Spieler. Sie haben über die WM hinaus bei uns aber sicherlich Perspektiven.

Aber Badstuber fährt nicht mit nach Südafrika?

Löw: Die Tür ist immer noch offen. Aber im Moment sehe ich in der Innenverteidigung keinen Wechselbedarf.

Sie sehen Badstuber – bei Bayern derzeit Linksverteidiger – also innen?

Löw: Er löst die Aufgabe links sehr ordentlich. Ich denke aber, dass er früher oder später auf die Innenverteidiger-Position zurückkehren wird.

Toni Kroos ist im Kader dabei. Kann er zum Hoffnungsträger bei der WM werden?

Löw: Er macht in all unseren Beobachtungen einen sehr guten Eindruck. Toni besitzt außergewöhnliche Qualitäten. Er ist torgefährlich, technisch gut und hat sich in Leverkusen durchgesetzt. Da sehe ich großes Potenzial, er kann unsere Mannschaft bereicheren.

Die Bayern wollen ihn unbedingt zurückholen. Was raten Sie?

Löw: Ich gebe den Spielern zu solchen Themen keine Ratschläge. Aber ich werde mit ihm sprechen, um zu sehen, wie er sich das vorstellt. Er steht beim FC Bayern unter Vertrag, sie haben das Recht, ihn zurückzuholen. Wichtig ist aber die Spielpraxis. Wichtig für die Planungen wird sein, ob Ribéry bei den Bayern bleibt oder nicht – aber da bin ich überfragt. Ein Gespräch mit Louis van Gaal wird es bestimmt geben, um die Perspektiven zu erörtern.

Jogi gestern, Jogi heute

Joachim Löw
Der fünfte Beatle? Eine Werbeikone für fesche Sommer-Mode im Eighties-Style? Nein: Der Mann auf dem Foto ist der heutige Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. © dpa
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Natürlich wissen alle, wie "Jogi" heute aussieht. Doch kennen Sie auch noch die folgenden Ansichten? Hier sehen Sie die besten Bilder aus der Karriere des heutigen Bundes-Jogi. © dpa
Ein Foto aus dem Jahre 1981: Die Frisur des damaligen Frankfurt-Spielers ähnelt der heutigen. Dass er inzwischen auf den Schnäuzer verzichtet, dürfte die Damenwelt nicht allzusehr enttäuschen. © Getty
A-Nationalspieler war Joachim Löw übrigens nie. Aber in Vereinen wie dem KSC (Foto aus dem Jahre 1984) eine feste Größe. © Getty
Joachim Löw
Gut 10 Jahre später: Joachim Löw übernahm im August 1996 das Traineramt beim VfB Stuttgart. Damals zeugten seine Augen von jugendlichem Elan.  © AP
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Joachim Löw badet nach dem 4:1 gegen den BVB im Jubel der Fans (15. März 1997) © AP
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So zärtlich küsst Jogi sonst nur seine Frau: Am 14. Juni 1997 gewann sein VfB Stuttgart den DFB-Pokal. © dpa
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Sunnyboy Jogi freut sich auf dem Rathausbalkon © dpa
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Zur Feier des Tages gehen ihm die Spieler ans Haupthaar. © dpa
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Laufsteg? Fußballplatz! Ein enttäuschter, aber immerhin adrett gekleideter Joachim Löw verarbeitet die Niederlage seines VfB in Wolfsburg (27.09.1997) © AP
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So konnte sich Jogi im April 1998 über einen Gegentreffer ärgern. Als dieses Foto entstand, traf der 1. FC Köln am 5.4.1998 zum Ausgleich gegen Jogis VfB. © dpa
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Vom Winde verweht: Jogi im April 1998 © dpa
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Auch in einem Trainer Jogi steckt noch ein bisschen Spieler Jogi: Herr Löw zeigt am 12.05.1998 in einem Training, was er noch drauf hat. © dpa
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Im Oktober 1999 wurde Jogi Trainer des Karlsruher SC. Vor seiner ersten Pressekonferenz (Foto) war er augenscheinlich noch einmal beim Friseur. © dpa
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Juli 2004: Joachim Löw wird zum Co-Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft berufen. Der Beginn einer großen DFB-Karriere. © dpa
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Von nun an steht er Chefcoach Jürgen Klinsmann immer treu zur Seite ... ob es nach oben geht ... © dpa
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... oder nach unten. © dpa
Joachim Löw
Man hüpft zusammen. © dpa
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Man jubelt zusammen. © dpa
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Man lacht zusammen. © dpa
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Man sitzt zusammen. © dpa
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Man tanzt zusammen. © dpa
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Nach der WM ist Schluss für Klinsi. Jogi, übernehmen Sie! Löw wird zum Chefcoach befördert. © dpa
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Alles hört auf sein Kommando! © dpa
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Popstar Jogi auf Sardinien © dpa
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Kennzeichen Löw: In der Folge sehen Sie die ungewöhnlichsten Bilder aus seiner Karriere als DFB-Chefcoach. © dpa
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Nein, das ist natürlich nicht seine Ehefrau! Aber mit Thomas Gottschalk hat der Bundestrainer jede Menge Spaß. Seine Gattin Daniela hält Jogi erfolgreich aus der Öffentlichkeit raus - deswegen zeigen wir sie hier natürlich auch nicht. Sie nennt ihn übrigens auch Jogi. © dpa
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Joachim Löw nimmt es auch mal mit zwei Mann auf. © dpa
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Jogi in historischer Bergsteiger-Kleidung beim Dreh eines Werbespots für Mercedes-Benz © dpa
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Sein Bewerbungsfoto als nächster James Bond © dpa
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Nichts verlernt © dpa
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Jogi ganz grimmig © dpa
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Der hochrangigste deutsche Fußballtrainer im Gespräch mit der hochrangigsten deutschen Politikerin © dpa
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Ja, er raucht! © dpa
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Nachdem er im Österreich-Spiel bei der EM 2008 auf die Tribüne verbannt wurde, outete sich Joachim Löw öffentlichkeitswirksam als Genussraucher. © dpa
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Jogi am Flughafen: Die Frisur sitzt! © dpa
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Jogi Cruise mit Barbara Schöneberger bei der Bambi-Verleihung. © dpa
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Hoch soll er leben! © dpa
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Hoffentlich führt uns Jogi noch zu vielen weiteren Höhenflügen - und zum WM-Titel 2010! © Fishing4

Sie haben nur drei Torhüter nominiert – Jörg Butt ist also keine Alternative?

Löw: Nein, Butt oder andere Torhüter sind für uns – insofern nichts Außergewöhnliches passiert – für Südafrika kein Thema.

Bastian Schweinsteiger glänzt derzeit im Zentrum. Bleibt er bei Ihnen rechts?

Löw: Ich habe schon vor Jahren, als noch kaum einer daran gedacht hat, gesagt, dass Bastian ein sehr guter defensiver Mittelfeldspieler werden kann. Er ist athletisch, in der Spielauslösung gut. Nun spielt er bei den Bayern dort stark, das freut mich. Bei uns hat er häufig rechts gespielt, weil ich zu Bastian auf der Außenposition kaum eine Alternative habe, da ist bei uns der Beste. Hätte ich einen adäquaten Ersatz, würde Bastian auch bei mir ins Zentrum rücken. Mal sehen, wie sich alles in den nächsten Monaten entwickelt. Ich spiele durchaus mit dem Gedanken, Bastian ins Zentrum zu nehmen.

Werden Sie mit ihm darüber persönlich sprechen?

Löw: Das habe ich ihm so bereits gesagt: Bastian weiß, dass ich ihn gerne im Zentrum sehen würde, wenn ich rechts eine richtige Alternative hätte – so wie Lukas Podolski, Marcell Jansen oder Piotr Trochowski auf links.

Wie wäre es mit Müller?

Löw: Er kann diese Position spielen und ist sehr flexibel. Vielleicht bekommt Bastian ja durch ihn aus dem eigenen Verein die Hilfe.

Einen, den Sie nicht mehr im Zentrum aufstellen werden, ist Torsten Frings. Wie schwer war der Gang nach Bremen?

Löw: Wir haben Anfang des Jahres alle Spieler analysiert, die im Fokus stehen. Wir mussten uns festlegen: Was wollen wir auf den einzelnen Positionen? Wir wollen die Rolle der Nummer sechs ein bisschen offensiver interpretieren, damit wir mehr Torgefahr haben. Wir haben uns daher auf einen Kreis festgelegt, bei dem Torsten nicht dabei ist. Das wollten wir ihm offen und ehrlich sagen. Wenn wir Entscheidungen treffen, teilen wir sie auch offen und transparent mit.

Interview: Tobias Altschäffl

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