Nach EM-Endrunde

Kommt jetzt die Löw-Sensation? Gemunkel um Real Madrid

Joachim Löw zeigt mit dem Finger in die Kamera.
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Dirigiert Löw bald auf Spanisch? Die Sprache hat er bereits gerlernt.

Nach der EM ist bei Bundestrainer Joachim Löw erst einmal Pause angesagt. Oder doch nicht? Mit Real Madrid könnte jetzt alles ganz schnell gehen.

München - Mit dem Ausscheiden von Joachim Löw als Bundestrainer endet eine Ära. Seit 2006 betreut er inzwischen die deutsche Nationalmannschaft als Chefcoach. Zuvor assistierte er bereits seinem Vorgänger Jürgen Klinsmann. Insgesamt gehörte Löw damit 17 Jahre lang dem Trainerstab des DFB an. Eine lange Zeit. Nach der Fußball-Europameisterschaft sollte deshalb erst einmal Schluss sein. Ein halbes, vielleicht auch ein ganzes Jahr den Kopf freikriegen - so zumindest der Plan.

Dann will es Bundes-Jogi aber nochmal auf Vereinsebene allen zeigen. Nicht in der Bundesliga, aber ein Top-Klub im Ausland, daraus machte der 61-Jährige nie einen Hehl, würde ihn durchaus reizen. Was nach Zukunftsmusik klingt, könnte jetzt plötzlich ganz schnell Realität werden. Statt Ausspannen und Füße hochlegen heißt es nach der EM womöglich: Koffer packen und ab nach Madrid.

Real Madrid sucht nach Zidane-Rücktritt neuen Trainer - wird es Löw?

Denn bei Real sucht man nach dem Rücktritt von Zinedine Zidane händeringend einen geeigneten Nachfolger. Anforderungsprofil: Ein großer Name mit Titelerfahrung. Beides kann der Weltmeistertrainer von 2014 vorweisen. Zudem hält man in der spanischen Hauptstadt große Stücke auf ihn. Real-Legende Bernd Schuster brachte Löw bereits 2019 für den damals vakanten Trainerposten ins Spiel. Zudem soll sich Klub-Boss Florentino Perez intern als Jogi-Fan geoutet haben.

Kann sich Löw eine Pause also überhaupt leisten? Klar ist: Warten wird man bei den Königlichen nicht auf ihn. Schließlich sind derzeit auch andere vielversprechende Alternativen auf dem Markt. Inter Mailands Meistertrainer Antonio Conte ist ebenfalls ein heißer Kandidat auf den Job. Gehandelt wurde zuletzt auch Massimiliano Allegri. Der soll nun aber vor einer Rückkehr zu Juventus Turin stehen.

Löw lernt bereits Spanisch: „Ein Verein, der für jeden Trainer interessant ist“

Der DFB-Coach wird mit Sicherheit zumindest intensiv darüber nachdenken. Insgeheim stand die Primera Division nämlich schon immer auf seiner Wunschliste. Seit einiger Zeit lernt er sogar Spanisch. 2018 auf ein mögliches Engagement bei Real Madrid angesprochen, erklärte Löw: „Das ist natürlich ein Verein, der für jeden Trainer interessant ist.“ An der gegenseitigen Wertschätzung wird es demnach nicht scheitern.

Fokus auf EM und dann? Jogi Löw: „Nicht denkbar, direkt den Schalter umzulegen“

Allerdings sprach sich der Schwarzwälder nach seiner Rücktrittsankündigung im März deutlich gegen einen nahtlosen Übergang aus: „Ein Turnier geht in die Vorbereitung einer Klubmannschaft hinein. Der Kader steht dann ja“, schilderte er seine Zweifel. „Es ist nicht denkbar, nach einem Turnier direkt den Schalter umzulegen und woanders anzufangen, ohne mich damit vorher beschäftigt zu haben.“ Ohnehin liege der Fokus aktuell voll und ganz auf dem paneuropäischen Turnier.

Bei Real jedoch sehnt man sich nach Planungssicherheit. Eine Löw-Entscheidung nach der EM käme für die Spanier schlicht zu spät. Der Noch-Bundestrainer hat nach 17 Jahren beim DFB keine Eile. Im Gegensatz zu den Madrilenen kann er warten. Und Türen wie diese öffnen sich im schnelllebigen Fußball-Geschäft immer wieder. (jn)

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