Löw verkündet Lahm-Nachfolger

tz-Check: Wer wird heute der neue DFB-Kapitän?

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Wer wird der Nachfolger von Philipp Lahm (l.) als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft? Am Dienstag wird Bundestrainer Joachim Löw (r.) seine Entscheidung verkünden.

München - Noch immer ist nicht klar, wer nach dem Rücktritt von Philipp Lahm neuer Kapitän der deutschen Nationalmannschaft wird. Die tz erklärt, was für und was gegen die heißesten Anwärter spricht.

Wenn Jogi Löw am Dienstag zum ersten Mal seit dem Triumph von Rio wieder vor die Presse tritt, wird er wohl nur eine seiner beiden großen Baustellen schließen können. 51 Tage nach dem WM-Titel ist immer noch nicht klar, wer die Nachfolge von Co-Trainer Hansi Flick antreten wird. „In diesen Tagen wird kein Co-Trainer bei uns sein“, erklärte Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff am Montag. Löws alter Assistent trat am Montag sein Amt als DFB-Sportdirektor an, doch wann sein Nachfolger an der Seitenlinie präsentiert wird, ist noch offen.

Eine Entscheidung gibt es dagegen in der Kapitänsfrage. Es gilt als sicher, dass Löw den Nachfolger des zurückgetretenen Philipp Lahm bekanntgeben wird. Manuel Neuer versicherte am Montag Mittag, es werde erst am Abend erste Gespräche zwischen dem Bundestrainer und der Mannschaft geben. „In diesen Gesprächen muss man herausfinden, was das Beste für die Mannschaft ist“, so Neuer, der Zweiter bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres geworden ist. Doch egal, wie Löw sich entscheidet, der Keeper macht sich keine Sorge um die Zukunft der Nationalmannschaft: „So oder so wird es eine vernünftige und gute Lösung geben. Wir sind auf jeden Fall gut aufgestellt.“ Neuer zählt neben Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Mats Hummels zu den heißesten Kandidaten auf das Kapitänsamt.

Die tz erklärt, was für, und was gegen die vier Anwärter anspricht:

Bastian Schweinsteiger: Als Vizekapitän wäre der Mittelfeldmotor der logische Nachfolger von Spezl Lahm. Die beiden haben mit dem FC Bayern und dem DFB alles gewonnen. Kein Spieler ist länger dabei und hat mehr Erfahrung als Schweinsteiger. Seit dem WM-Finale ist Schweinsteiger ein Held. Sein Wort hat Gewicht. Allerdings ist der Stratege häufig verletzt und fehlt vor allem bei Testspielen immer wieder. Mit 30 Jahren ist er wohl auch keine langfristige Alternative mehr.

Manuel Neuer: Seine Bedeutung fürs Team war schon vor der WM enorm. Spätestens mit seinem heldenhaften Auftritt im Achtelfinale gegen Algerien festigte Neuer seine Position als absoluter Führungsspieler. Auf der Welt gibt es derzeit wohl keinen besseren Torwart als ihn – doch genau da liegt vielleicht das Problem. Er ist Torwart – und als solcher ist er oft zu weit weg vom Spielgeschehen, um Einfluss auf seine Kollegen zu nehmen. Andererseits: Bei Oliver Kahn war das auch kein Problem.

Sami Khedira: Auch Khedira werden gute Chancen auf das Kapitänsamt eingeräumt. Der 27-Jährige gilt als Liebling von Löw, trotz Fitnessrückstand nahm Jogi ihn mit nach Brasilien. Könnte mit der Binde auch ohne Schweinsteigers Abgang zum endgültigen Chef aufrücken. Allerdings ist Khedira nicht unumstritten, sein Spiel gilt als zu langsam. Der FC Bayern holte lieber Xabi Alonso als ihn. Khedira soll zudem in Brasilien gegen Lahms Rolle im Mittelfeld rebelliert haben.

Mats Hummels: Der Dortmunder ist der Geheimfavorit. Seine Berufung zum Kapitän wäre dann aber doch eine Überraschung. Überzeugte bei der WM mit starken Leistungen, steht in ­Löws Gunst aber nicht ganz oben. Der Bundestrainer bevorzugt eine andere Spiel­eröffnung als der Dortmunder Innenverteidiger, der sich in den Quali-Spielen vor dem Turnier auch mal auf der Bank wiederfand.

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