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Löw im tz-Interview: Sein WM-Plan, Treffen mit Flick und der DFB als Titel-Favorit

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Von: Manuel Bonke

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Hansi Flick und Joachim Löw
Bundestrainer Hansi Flick (l) unterhielt sich vor der WM mit Jogi Löw. © Tom Weller/dpa

Im tz-Interview verrät Ex-Coach Joachim Löw, wie er die deutschen Chancen bei der WM 2022 einschätzt und was er über seinen Nachfolger Flick denkt.

München - Joachim Löw (62) betreute die Nationalmannschaft über fünfzehn Jahre bei drei Weltmeisterschaften (2010, 2014, 2018), vier Europameisterschaften (2008, 2012, 2016, 2021) sowie beim Confed-Cup (2017). Nach den Turnier-Enttäuschungen 2018 und 2021 verkündete der Weltmeister-Coach seinen Rücktritt. Das tz-Interview:

Herr Löw, wie verfolgen Sie die umstrittene WM 2022?

Löw: Noch bin ich zu Hause. Nach der Vorrunde werde ich aber nach Katar reisen. Ich möchte ein paar Spiele - auch anderer Nationen - einfach mal aus neutraler Sicht besuchen, ohne jegliche Aufgaben. Hoffentlich sehe ich dann auch noch begeisternde deutsche Spiele. Ich bin einer der allergrößten Fans der Mannschaft und von Hansi Flick.

Er hat verraten, dass Sie sich neulich getroffen haben.

Löw: Wir sind ständig in Kontakt. Jetzt wollten wir uns noch mal treffen und waren zusammen Mittag essen. Da haben wir noch mal darüber gesprochen, was nun ansteht und worauf es ankommt. Für ihn ist es schließlich sein erstes Turnier als Cheftrainer.

Aber er hat doch vier Turniere mit Ihnen im Gespann erlebt?

Löw: Es ist trotzdem etwas anderes. Als Bundestrainer stehst du in der vordersten Linie und bist ganz in der Verantwortung.

Ex-Coach Löw vertraut seinem früheren Assistenten bei der WM 2022

 Trauen Sie ihm den Job zu?

Löw: Hansi hat es eingehend bewiesen, dass er das richtige Händchen hat. Und natürlich ist es ein Vorteil für ihn, dass er eine gewisse Turniererfahrung mitbringt. Es ist bekannt, dass er eine sehr große Empathie für die Spieler hat. Das ist wichtig im Turnier, mit allen im Gespräch zu sein.

 Wie stark hat Flick Sie damals unterstützt?

Löw: Ein Trainer kann nicht mehr alles allein entscheiden. Die anderen müssen ihn bestärken oder manche Dinge kritisch hinterfragen. Da wird diskutiert, es gibt unterschiedliche Meinungen. Unsere Stärke war, dass wir eine absolute Einheit waren. Zwischen uns passte kein Blatt Papier, obwohl es in manchen Dingen unterschiedliche Auffassungen gab.

Zurück zur Mannschaft: Ist sie gut genug?

Löw: Absolut. Die Mannschaft hat sich im vergangenen Jahr stabilisiert, sie ist eingespielter. In meinen letzten zwei, drei Jahren gab es immer das Thema des Umbruchs, dann war da die Pandemie. Viele Spieler waren verletzt, wir hatten unterschiedliche Kader-Zusammenstellungen. Das war nicht so einfach. Hansi hat es hinbekommen, dass sich das Team in den WM-Quali- und Nations-League-Spielen findet.

Was trauen Sie dem Team zu?

Löw: Die Mannschaft hat eine hohe Qualität, die Ergebnisse waren überwiegend gut, auch die Art und Weise des Fußballs. Deutschland gehört zu den Mit-Favoriten um den Titel, so optimistisch bin ich.

Interview: Manuel Bonke und Marcel Schwamborn

Den ehemaligen Chef als Assistenten? Diese Vorstellung ging Hansi Flick zu weit. Ein ungewöhnliches Angebot von Jogi Löw zur WM in Katar wies der Bundestrainer galant zurück.

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