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Über 1000 Spiele, dann kommt Bodö: Mourinho erlebt „unendliche Schande“ am nördlichen Polarkreis

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Von: Christoph Klaucke

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José Mourinho erlebte mit der Roma eine historische Niederlage in Bodö.
José Mourinho erlebte mit der Roma eine historische Niederlage in Bodö. © Mats Torbergsen/dpa

José Mourinho hat über 1000 Spiele als Trainer auf dem Buckel und kassiert nun seine höchste Niederlage. Die Schuld sucht er direkt bei den Spielern.

Bodö - 1:6! Eine echte Packung und das gegen einen Außenseiter aus Norwegen, dessen Namen die meisten Spieler vermutlich nicht einmal aussprechen können. Der AS Rom hat sich in dem neuen Wettbewerb Europa Conference League bis auf die Knochen blamiert und eine heftige Niederlage bei FK Bodö/Glimt kassiert. José Mourinho hat in über 1000 Spielen als Trainer erstmals sechs Gegentore erlebt.

José Mourinho: Starcoach erlebt Debakel und poltert gegen seine Spieler

„Ich habe nie bestritten, dass wir einen limitierten Kader haben“, schimpfte der Star-Coach nach der peinlichsten Pleite seiner ruhmreichen Karriere und giftete: „Wir haben 13 Spieler, die Roma repräsentieren. Alle anderen haben nicht das Niveau dazu.“ Mourinho hatte gegen den norwegischen Meister eine Ersatztruppe ins Rennen geschickt und neun Startelfänderungen vorgenommen.

Mit einem 1:6 hätte er aber sicherlich nicht gerechnet, vor über zehn Jahren hatte er mit Real Madrid 0:5 in Barcelona verloren. Es war eine Demütigung für den großen Portugiesen, der einmal als Defensivkünstler galt. In seinem 1008. Spiel als Trainer kassierte er nun erstmals sechs Gegentore. Und das gegen absolute Nobodies - oder „the special ones“, wie das norwegische Blatt Verdens Gang Bodös Spieler in Anlehnung an Mourinhos berühmten Spitznamen betitelte.

José Mourinho: Bodö feiert sich selbst - vernichtende Kritik aus Italien

Das kleine Bodö ließ sich feiern, sogar Ministerpräsident Jonas Gahr Störe gratulierte. „Das war ein Spiel für die Geschichtsbücher“, sagte Nationaltrainer Stale Solbakken, das Ergebnis sei „gegen jede Vernunft“ und gehe „um die Welt“. Auch im benachbarten Schweden staunten sie nicht schlecht. „Bodö/Glimt 6, Roma 1“, schrieb das Aftonbladet, „ja, Sie haben richtig gelesen“.

Die italienische Gazetta dello Sport sah einen „Albtraum für Mourinho“, dieses „historische Fiasko“ bringe „unendliche Schande“ über den Klub. Der Corriere dello Sport schrieb von einer „Niederlage nicht annehmbaren Ausmaßes“, für Tuttosport war es ein „geschichtsträchtiger K.o.“ und eine „Blamage für Mourinho“.

José Mourinho erlebte mit der Roma eine historische Niederlage in Bodö.
José Mourinho erlebte mit der Roma eine historische Niederlage in Bodö. © Mats Torbergsen/dpa

José Mourinho zerreißt seine „limitierte“ C-Elf und verspricht Besserung

Mourinho stellte sich der Verantwortung. „Es war mein Fehler“, sagte er kleinlaut über die neun Startelf-Wechsel, mit seiner „Reserve“ ging er hart ins Gericht: „Ihr erstes Team ist viel besser als unser zweites. Es hätten auch sieben oder acht (Gegentore) sein können, die Spieler haben völlig die Kontrolle verloren.“

Vielleicht, sinnierte der 58-Jährige, habe seine C-Elf auf dem Kunstrasen 80 km nördlich des Polarkreises „Angst vor Verletzungen oder dem Unbekannten“ gehabt, „aber ich will keine Ausreden suchen“. Im Rückspiel am 4. November werde er jedenfalls seine beste Elf bringen, „weil ich muss“. Zuvor wartet auf den Tabellenvierten der italienischen Serie A am Sonntag das Topspiel gegen Neapel, der Tabellenführer hat die ersten acht Partien allesamt gewonnen. (ck/sid)

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