FIFA-Boss zweideutig

Blatter scheut eindeutige Rücktrittsbestätigung

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Joseph S. Blatter verwirrt mit seinen Aussagen die Fußballwelt.

Zürich - Geht oder oder bleibt er: FIFA-Chef Joseph S. Blatter lässt sich weiterhin ein Hintertürchen offen. Dem DFB wirft er Heuchelei vor.

FIFA-Boss Joseph S. Blatter drückt sich weiter um eine eindeutige Bestätigung seines Rückzugs nach dem geplanten Wahlkongress des Fußball-Weltverbandes. In einem Interview mit der Schweizer Wochenzeitung "Die Weltwoche" gab der 79-Jährige auf die Frage, ob eine Fortführung seiner Präsidentschaft auch noch nach den Wahlen möglich sei, einmal mehr nur eine nebulöse Antwort: „Im Prinzip nein.“ Dem europäischen Verband UEFA und auch dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) warf der Schweizer außerdem „Heuchelei“ vor.

Blatter fühlt sich nicht richtig verstanden

Blatter hatte gut eine Woche nach der Verhaftung von zwei FIFA-Vizepräsidenten und fünf weiteren Topfunktionären vor dem FIFA-Kongress Ende Mai in Zürich und seiner Wiederwahl aufgrund des Skandals in einer weltweit beachteten Erklärung seinen Rückzug binnen der nächsten Monate suggeriert. Seit Ende des vergangenen Monats jedoch schürt der Verbandschef in bislang noch jedem Interview durch zweideutige Formulierungen Spekulationen über einen „Rücktritt vom Rücktritt“. Aussagen von Vertrauten aus seinem Umfeld ließen zuletzt ebenfalls die Vermutung zu, dass Blatter im Kampf um die Macht bei der FIFA weiterhin mit verdeckten Karten spielen könnte.

Im weitgehend unkritischen Weltwoche-Interview setzte Blatter diese Strategie unbeirrt der Forderung von FIFA-Chefreformer Domenico Scala (Italien) nach einem klaren Bekenntnis zum angestrebten Neunbeginn mit neuem Personal fort. „Mein Entschluss“, sagte der Walliser zu seinem Züricher Auftritt von Anfang Juni, „wurde nicht richtig verstanden.“

Blatter attackiert den DFB

Die Frage nach seinem Status ließ Blatter offen und verneinte mit Blick auf den Wahlkongress lediglich einen Auftritt als Kandidat. In einem früheren Interview Ende Juni hatte der FIFA-Boss jedoch zum gleichen Thema gesagt, er werde bei dem Kongress „als gewählter Präsident“ fungieren - was wiederum eine neuerliche Bewerbung für sein Amt nicht ausschließen würde.

Blatter nutzte das Interview auch zu abermaligen Attacken auf die UEFA und den DFB: „Europa hat bis heute keine Ethikkommission, der deutsche Verband hat keine Ethikkommission. Ausgerechnet aus diesen Kreisen kommt Kritik, ich würde Reformen verzögern - Reformen, die sie selber ablehnten. Die Heuchelei ist doch unerträglich.“

SID

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