Wolfsburger Leistungsträger

Jubel und Frust bei VfL-Duo Arnold und Weghorst

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Maximillian Arnold jubelt über das 1:0 in Bremen.

Maximilian Arnold und Wout Weghorst zählen in Wolfsburg zu den ganz großen Leistungsträgern. Mit dem VfL sind sie nach dem 2:1 gegen Bremen weiter auf dem Weg in die Champions League. Ungetrübte Freude herrscht trotzdem nicht.

Bremen (dpa) - Rein sportlich betrachtet ist die Fußball-Welt in Wolfsburg gerade ziemlich perfekt. Der VfL eilt von Sieg zu Sieg und strebt mit Macht in Richtung Champions League.

Riesigen Anteil am beeindruckenden Aufschwung des Volkswagen-Clubs haben Mittelfeldmotor Maximilian Arnold und Torjäger Wout Weghorst. Doch die beiden haben auch ein Problem: Ihre Top-Leistungen werden von den Nationaltrainern ihrer Heimatländer nicht so geschätzt wie gewünscht. In die Freude über den Erfolg im Verein mischt sich bei ihnen daher auch Frust.

«Ich bin schon ein bisschen enttäuscht, das muss ich ehrlich sagen», sagte Arnold, der von Bundestrainer Joachim Löw für die Spiele gegen Island, in Rumänien und gegen Nordmazedonien erneut nicht berücksichtigt worden war und im Rennen um Kaderplätze in der DFB-Elf auf seiner Position starke Konkurrenz hat. «Man macht alles, tut alles, steht auf Platz drei. Ich denke, ich spiele auch eine ganz gute Partie, da immer noch keine Chance zu bekommen...». Tatsächlich war Arnold auch beim 2:1 des VfL bei Werder Bremen wieder einer der besten Wolfsburger.

Genau wie Weghorst. Der Niederländer stellte mit seinem ausgelassen bejubelten Saisontor Nummer 17 seinen persönlichen Bundesligarekord ein. Dass seine Treffsicherheit nicht für das erste Länderspiel seit November 2019 reicht, geht dem enorm ehrgeizigen 28-Jährigen sichtlich auf die Nerven. «Das ganze Thema ist sehr enttäuschend, aber was soll ich da noch zu sagen», sagte Weghorst beim TV-Sender Sky und hatte dann keine Lust mehr, darüber zu sprechen.

«Natürlich hätte ich es Wout gegönnt, dass er zur Nationalmannschaft geht», sagte auch Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner. In einer extrem anstrengenden Saison unter Corona-Bedingungen und mit nur wenigen Ruhepausen sieht der Österreicher die Sache aber nicht nur negativ. «Auf der anderen Seite wird er sicherlich jetzt die Zeit mit seiner Familie genießen und sich erholen.» Ein paar Tage will Glasner seinen Spielern frei geben und selbst zu seiner Familie reisen. Dann beginnt die Vorbereitung auf das nächste Ligaspiel gegen den 1. FC Köln.

Angesichts von acht Punkten Vorsprung auf den ersten Nicht-Königsklassenrang und konstant starken Leistungen könnte sich Glasner langsam auf magische Nächte und Duelle mit Real Madrid oder Manchester City einstellen. Stattdessen übt er sich in branchenüblicher Zurückhaltung. Auf die Frage, ob das 2:2 von Verfolger Borussia Dortmund in Köln schon weitergehende Gefühle bei ihm ausgelöst hätte, sagte der 46-Jährige mit einem Lächeln: «Nee, das zeigt, dass unser nächster Gegner richtig gut ist, weil er das Spiel fast gewonnen hätte gegen Dortmund.»

Negative Auswirkungen der Nicht-Berücksichtigung seiner Schlüsselspieler befürchtet Glasner nach der Länderspielpause nicht - im Gegenteil. «Max hätte es sich verdient aber es ist halt so», sagte er mit Blick auf Arnold. «Ich weiß: Das wird ihn genau wie Wout zusätzlich anspornen, dass sie weiterhin so Gas geben, wie sie es bisher machen.»

© dpa-infocom, dpa:210321-99-908154/2

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