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Bitterböser Vorwurf an Klopp: Lockerer Spruch fliegt ihm plötzlich um die Ohren

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Von: Alexander Kaindl

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Jürgen Klopp musste sich fiese Vorwürfe gefallen lassen.
Jürgen Klopp musste sich fiese Vorwürfe gefallen lassen. © Shutterstock / Imago

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp musste sich nach dem Sieg gegen den FC Porto erklären. Dabei ging es aber nicht um den Erfolg in der Champions League.

Liverpool - Fünf Spiele und fünf Siege in der Champions League: Für Jürgen Klopp und den FC Liverpool läuft es in der Königsklasse nach Plan. Das Achtelfinale ist längst gebucht, am Mittwochabend legten die Reds nun noch ein 2:0 gegen den FC Porto nach. Über den Führungstreffer von Ex-Bayern-Star Thiago spricht am Tag danach die ganze Fußballwelt - und auch das Tor von Mo Salah war absolut sehenswert.

Trainer Jürgen Klopp (54) konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft also zufrieden sein. Nach dem Spiel wurde der Deutsche aber in eine äußerst unangenehme Situation verwickelt. Wirbel um ein „kleines Turnier in Afrika“! Was war passiert?

Jürgen Klopp: Wirbel um Afrika-Spruch rund um Champions-League-Spiel

Klopp war vor wenigen Tagen auf die restliche Saison und die Belastungssteuerung angesprochen worden. Der Reporter sagte dabei, dass es eine Länderspielpause bis März gebe - zumindest für die Europäer. Klopp ordnete das wie folgt ein: „Länderspielpause bis März - das habe ich jetzt schon so oft gehört. Aber im Januar ist ein kleines Turnier in Afrika, das wollte ich nur sagen. Und ich glaube, Asien spielt auch.“ Der Liverpool-Pressesprecher funkt sogar noch dazwischen und sagt: „Südamerika auch.“ Klopp darauf: „Oh, Südamerika auch? Großartig. Ich kann es kaum erwarten.“

Wer Klopp kennt, der weiß es sofort: Die altbekannte Ironie spricht aus ihm. Natürlich gefällt es ihm überhaupt nicht, dass seine Topspieler mitten in der Saison bis zu vier Wochen nicht für die Reds spielen können, weil sie beispielsweise beim Afrika-Cup (9. Januar bis 6. Februar) für ihre Nationalmannschaften auflaufen. Das „kleine Turnier in Afrika“ und der „Kaum-Erwarten“-Spruch über Südamerika - in Deutschland würde wohl jeder Beteiligte erkennen, dass er in Wahrheit exakt das Gegenteil meint.

Afrika-Cup ein „kleines Turnier“: Ironischer Klopp-Spruch wird von einem Reporter völlig falsch interpretiert

Das Problem: In England wurde Klopp deshalb nun eine Beleidigung, gar Rassismus unterstellt! Nach dem Porto-Spiel wurde der Trainer auf genau diese Aussagen angesprochen, die er zuvor getätigt hatte. Ein afrikanischer Journalist warf Klopp folgendes an den Kopf: „Hallo Jürgen, bei Ihrer letzten Pressekonferenz haben Sie den Afrika-Cup bewusst als ‘kleines Turnier’ bezeichnet. Ich denke, das ist eine Beleidigung für die Spieler, eine Beleidigung für die Fans, eine Beleidigung für die Menschen auf dem Kontinent. Und ich denke, Sie schulden dem Kontinent eine Entschuldigung.“

Klopp war daraufhin völlig baff, verteidigte sich sofort. Er sagte: „Das habe ich nicht so gemeint. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, warum Sie das so verstehen.“ Der Journalist konterte: „Das haben Sie gesagt. Ich habe mir die Pressekonferenz angehört und Sie haben gesagt, der Kontinent Afrika ist klein. Das haben Sie gesagt. Ich denke, Sie schulden dem Kontinent eine Entschuldigung.“

Klopp versuchte es nochmal: „Ich habe das nicht so gemeint. Ich hatte nicht einmal ansatzweise im Kopf, vom Afrika-Cup als einem kleinen Turnier oder vom Kontinent Afrika als einem kleinen Kontinenten zu sprechen - ganz und gar nicht. Wenn Sie sich die gesamte Pressekonferenz angesehen hätten, hätten Sie es vielleicht richtig verstanden, wenn Sie gewollt hätten.“

FC Liverpool: Jürgen Klopp hat jede Menge Geduld mit Reporter

Der Liverpool-Coach erklärte nochmal seine Aussage: „Ich sagte, bis März gibt es keine Länderspielpausen. Und dann habe ich noch gesagt: ,Oh, im Januar ist da noch ein kleines Turnier’. Ich meinte nicht, dass es ein kleines Turnier ist. Ich habe nur gesagt, dass da noch ein Turnier ist. Es war ironisch gemeint. Es ist immer noch ein Turnier, ein großes. Wir verlieren unsere besten Spieler durch dieses Turnier.“ Klar - eben jener Salah wird dann mit Ägypten nach der Afrika-Krone greifen, Sadio Mané stürmt für Senegal und Naby Keita streift sich das Guinea-Trikot über.

Dem Reporter reicht Klopps schlüssige Begründung nicht. Er entgegnet: „Aber das würden Sie über Europa nicht sagen. Sie würden nicht sagen ,kleines Turnier in Europa’.“ Dem ehemaligen Dortmunder und Mainzer reißt dann langsam der Geduldsfaden - unabhängig davon, dass es Klopp durchaus zuzutrauen wäre, in ironischer Tonlage von einer Europameisterschaft als „kleinem Turnier“ zu sprechen.

Klopp weiter: „Ich bin kein Muttersprachler. Wenn Sie mich also falsch verstehen wollen, können Sie das die ganze Zeit machen. Ich weiß, dass ich niemals so denken würde. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum Sie das denken. Das ist wirklich nicht in Ordnung, weil ich das niemals tun würde. Es war nicht meine Intention, aber Sie haben mehr daraus gemacht. Das ist auch nicht so cool, um zu 100 Prozent ehrlich zu sein.“ Dem Liverpool-Trainer wird es wohl ganz recht sein, wenn er auf der nächsten Pressekonferenz wieder über sportliche Themen sprechen kann. Dazu bekommt er direkt wieder Gelegenheit: Am Samstag geht es gegen Southampton schon in der Premier League weiter, der LFC ist aktuell Dritter. (akl)

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