Nächstes Deutschland-Talent

FC Liverpool: DFB-Juwel trifft nach 28 Sekunden im Stadtderby - Bald einer für Klopp?

Premier League, England, 14. Spieltag, Crystal Palace - FC Liverpool: Jürgen Klopp, Trainer vom FC Liverpool, gestikuliert an der Seitenlinie
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In Liverpool eine Institution: Jürgen Klopp.

Die EM 2021 rückt immer näher, dem DFB mangelt es an talentiertem Nachwuchs. Trotzdem gibt es immer wieder Senkrechtstarter - sogar in Liverpool.

Liverpool - Die Situation ist ernst. Das betonen die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes immer wieder. Zuletzt sogar auffallend häufig in der Öffentlichkeit. Ja, wir haben Probleme in der Nachwuchsförderung. Ja, andere Nationen haben uns längst abgehängt. Und ja, uns fehlen aktuell die Talente.

Aber ist das tatsächlich so? In der Breite ganz bestimmt. Wenn man sich beispielsweise nur ansieht, wie viele französische Top-Innenverteidiger aktuell in den europäischen Eliteligen spielen, kann einem als deutscher Fußball-Fan schon ganz anders werden. Beispiel gefällig?

DFB: Nachwuchsprobleme in Fußball-Deutschland - Bitterer Frankreich-Vergleich

Dayot Upamecano, Ibrahima Konaté (beide Leipzig), Jules Koundé (FC Sevilla), Wesley Fofana (Leicester), Benoît Badiashile (Monaco), Evan N‘Dicka (Frankfurt), Dan-Axel Zagadou (Dortmund) - das sind nur die Namen und Vereine von U23-Spielern auf dieser Position, die derzeit einen Marktwert von mehr als 20 Millionen Euro haben. Mit Maxence Lacroix fehlt sogar noch ein Akteur, der aktuell in Wolfsburg eine Fabel-Saison abliefert (17 Millionen Euro Marktwert).

Machen wir die Gegenprobe mit deutschen Innenverteidigern, die jünger als 23 Jahre alt sind. Mit 13 und zwölf Millionen sind hier Felix Uduokhai (Augsburg) und Jordan Torunarigha (Hertha) die wertvollsten Spieler. Allein der Vergleich der Vereine zeigt hier: Deutschland im Abstiegskampf, Frankreich auf Champions-League-Kurs!

Melkamu Frauendorf: Nächstes deutsches Wunderkind? Mittelfeldspieler brilliert in Liverpool

Aber es gibt auch Lichtblicke. Florian Wirtz, Youssoufa Moukoko oder Jamal Musiala - der DFB hat durchaus das eine oder andere Juwel, das die Zukunft des deutschen Fußballs erstrahlen lassen könnte. Und in Liverpool spielt sogar noch ein solches: Melkamu Frauendorf!

Der Name dürfte wohl nur Insidern ein Begriff sein, der gebürtige Äthiopier kam im Alter von vier Jahren mit seinem älteren Bruder Melesse nach Deutschland. In der baden-württembergischen Adoptiv-Familie erkannte man schnell das fußballerische Talent. Das Duo begann beim SV Schefflenz, wechselte dann gemeinsam zur TSG Hoffenheim - und Melkamu ging schließlich im August 2020 den großen Schritt zum FC Liverpool.

FC Liverpool: Deutscher U-Nationalspieler Melkamu Frauendorf trifft nach 28 Sekunden im Stadtderby

Dort überzeugte der Mittelfeldspieler von Anfang an. Der 17-Jährige ist seit seiner Ankunft in England absoluter Stammspieler der U18, erzielte in 15 Spielen drei Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor. Und dann dieser Moment: Stadtderby, Liverpool gegen Everton - 28 Sekunden gespielt und wer macht das 1:0 für die Reds? Klar, Melkamu Frauendorf. Am Ende gewann der LFC mit 2:1. Möglicherweise wird er ja bald auch ein Thema für Jürgen Klopp? Bei der ersten Mannschaft läuft es aktuell ganz und gar nicht nach Plan. Frauendorfs Talent hat der Kult-Trainer jedenfalls schon längst erkannt.

Beim DFB würde man sich sicher auch freuen, bald ein weiteres Wunderkind auf den großen Bühnen zu sehen. In der deutschen U15- und U16-Nationalmannschaft hinterließ Frauendorf schon einen guten Eindruck. Bis zur A-Nationalmannschaft ist es sicher noch ein weiter Weg und natürlich braucht der 17-Jährige noch Zeit. Aber vielleicht sehen wir nach Wirtz, Moukoko und Musiala ja bald das nächste deutsche Wunderkind regelmäßig zaubern. (akl)

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