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Klopp wird rückfällig - Podolski schiebt Frust

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Jürgen Klopp. © Getty

Köln - “Wüterich“ Jürgen Klopp zeigte sich nur bedingt reumütig. Mehr trotzig, als einsichtig kommentierte der Fußball- Lehrer sein Verhalten beim spektakulären 3:2 (2:0) von Borussia Dortmund in Köln.

Nach seiner Verbannung auf die Tribüne und seinem ausgelassenen Torjubel auf einer schmalen Stadion-Balustrade im Anschluss an den Last-Minute-Siegtreffer von Kevin Großkreutz warb er um Verständnis für sein Verhalten: “Wie man solch eine Schlussphase ruhig überstehen soll, ohne tot zu sein, weiß ich nicht.“ Den nun drohenden Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses sieht der “Wiederholungstäter“ gelassen entgegen: “Okay, ich habe ein paar peinliche Bilder abgegeben, bin aber nicht ausfallend geworden.“

Nicht der kuriose Spielverlauf mit drei Treffern in den letzten neun Minuten oder die Frustgeste des formschwachen Kölner Nationalspielers Lukas Podolski nach seiner Auswechslung, sondern der neuerliche Ausbruch von “Vulkan“ Klopp sorgte im Anschluss an den denkwürdigen Fußballabend für die meisten Diskussionen. Den lebhaften Protest des Dortmunder Trainers nach dem 2:2 durch Mohamad (88.) wegen angeblich gestreckten Beins des Torschützen ahndete Schiedsrichter Florian Meyer mit einem Verweis auf die Tribüne. Dort lieferte sich Klopp lebhafte Wortduelle mit Fans und machte sich auch beim finalen Torjubel auf dem schmalen Mauervorsprung wenig Freunde. “Dass ist da nicht runtergefallen bin, habe ich wohl meinem Sportstudium zu verdanken“, sagte er scherzend.

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Nur eine Woche nach einer turnusmäßigen Schiedsrichtersitzung in Mainz, auf der ein konsequenteres Vorgehen gegen protestierende Trainer angekündigt worden war, setzte Referee Meyer die Vorgaben sofort um. Sein Bericht wird in den kommenden Tagen beim DFB geprüft. “Anscheidend bin ich das erste Opfer dieser neuen Anordnung“, klagte Klopp. Dabei hatte der Coach nach seiner Auseinandersetzung mit einem Unparteiischen in der vorigen Saison, die ihm eine saftige Geldstrafe in Höhe von 12 000 Euro eingebracht hatte, Besserung gelobt.

Doch das irre Spiel mit einer scheinbar sicheren Führung durch Mats Hummels (28./45.+5), den Kölner Ausgleichstoren von Kevin McKenna (82.) und Mohamad sowie dem Schlusstreffer von Großkreutz (90.+1) machte die guten Vorsätze zunichte. “Ich habe nicht mehr an das 3:2 geglaubt, und dann gehen die Gäule mit mir durch. Ich bin 42 Jahre und ich dachte, ich hätte mir das abgewöhnt“, sagte Klopp.

Inmitten der Aufregung um Klopp blieb die Unmutsbekundung von Podolski nach seiner Auswechslung in der 60. Minute fast unbemerkt. Auf dem Weg in die Kabine warf er - wohl aus Frust über seine schwache Vorstellung - die Trainingsjacke zu Boden. Sowohl der Trainer als auch der seit nunmehr 1123 Minuten torlose Angreifer waren darum bemüht, naheliegenden Spekulationen entgegen zu treten. So beteuerte Soldo, er habe den Publikumsliebling auf dessen eigenen Wunsch und nicht wegen schlechter Leistung ausgewechselt. “Ich hatte angezeigt, dass ich runter wollte“, beteuerte Podolski mit Verweis auf seine lädierte Bandscheibe, die seit Tagen Probleme bereitet.

Mit einer ähnlichen Geste verließ der kurze Zeit später ebenfalls ausgewechselte Petit das Spielfeld. Wortlos und ohne Blick für Soldo flüchtete er in den Kabinengang. Der FC-Trainer nahm die beiden Profis nur bedingt in Schutz. “Mir ist es lieber, sie zeigen eine Reaktion als gar keine. Aber das war nicht in Ordnung.“ Dem Fußball- Lehrer, dessen Team nur noch einen Punkt von den Relegationsplätzen entfernt ist, stehen schwere Tage bevor: “Für unseren großen Aufwand sind wir nicht belohnt worden. Es wird schwer, nach solch einer Niederlage wieder zurück zu kommen.“

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