Belgiens Jupiler Pro League

Jupiler Pro League: Geschichte, Vereine, Meister – alle Infos zur Liga in Belgien

 Jupiler Pro League, Anderlechts Henry Onyekuru (r) gegen Lokerens Jakov Filipovic.
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Die Jupiler Pro League ist die erste Fußball-Liga Belgiens

Alle Infos zur Jupiler Pro League in Belgien. 

Brüssel – Die Jupiler Pro League ist die höchste Fußball-Liga in Belgien. Seit der Saison 1993/94 trägt die erste belgische Liga den Namen Jupiler League, ehe im Sommer die Umbenennung zu Jupiler Pro League erfolgte. Der Rekordmeister der Liga ist der RSC Anderlecht mit 34 gewonnenen Titeln.

Jupiler Pro League – Die frühen Jahre der belgischen Fußball-Liga

Die erste Saison der Jupiler Pro League wurde 1895/96 ausgetragen, damals noch unter den Namen „Coupe de Championnat“. Damit gehört die erste belgische Liga zu den ältesten Fußball-Ligen in ganz Europa. Der erste Meister dieser, an der sieben Mannschaften teilnahmen, war der FC Lüttich. Bis 1898 wurde die belgische Meisterschaft mit jeweils sieben Teams fortgeführt, wobei die zwei letztplatzierten Teams in die zweite belgische Liga abstiegen und durch zwei Aufsteiger ersetzt wurden.

Ab der Saison 1898/1899 wurde die belgische Liga zweigeteilt. Die Teams in Belgien wurden dadurch zunächst auf zwei regionale Vorrunden aufgeteilt. Die bestplatzierten Mannschaften aus diesen Vorrunden durften dann an der Endrunde teilnehmen, in der die Meisterschaft ausgespielt wurde. Nachdem allerdings bereits in der Saison 1900/01 erneut eine eingleisige erste Liga in Belgien stattfand, wurde das Konzept der zweigeteilten Liga ab 1904 wieder verworfen. Ab sofort spielten die neun besten Mannschaften Belgiens wieder in einer Liga gegeneinander.

Jupiler Pro League – Der belgische Fußball im frühen 20. Jahrhundert

Wie bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Spielmodus der heutigen Jupiler Pro League auch in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts häufig verändert, mehrmals wurde zwischen einem ein- und einer zweigleisigen Ligasystem gewechselt. Außerdem wurde die Anzahl der teilnehmenden Teams immer wieder verändert. Zunächst erfolgte eine Aufstockung von neun auf zwölf, dann auf 16 und dann auf 18 Teams.

Das dominierende Team der ersten belgischen Liga war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Royale Union Saint-Gilloise. Insgesamt sieben Mal wurde das Team zwischen 1904 und 1913 Belgischer Meister. Ab den 1910er Jahren verlor der heutige belgische Zweitligist allerdings immer mehr an Stärke, sodass die belgische Meisterschaft in den 1920er-Jahren fast ausschließlich unter den drei Antwerpener Teams Beerschot AC, Royal Antwerpen und Lierse SK ausgemacht wurde. Beerschot gewann in diesem Jahrzehnt fünf Titel, Royal zwei und Lierse einen. Während des Ersten und des Zweiten Weltkriegs pausierte der Spielbetrieb im belgischen Fußball.

Jupiler Pro League – Die weitere Entwicklung der belgischen Liga

Ab den 1960er-Jahren wurde in der heutigen Jupiler Pro League das Modell des Profifußballs eingeführt. Ungefähr zu dieser Zeit begann im belgischen Fußball zudem die große Dominanzphase von Standard Lüttich und dem RSC Anderlecht. Von 1960 bis 1972 wurde stets entweder Lüttich oder Anderlecht Belgischer Meister – der RSC gewann den Titel siebenmal, Standard fünfmal. Erst der FC Brügge konnte diese Dominanz mit dem Gewinn der belgischen Meisterschaft 1973 brechen.

Zum Ende des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die erste belgische Liga zu einem „Schaufenster“ für junge Talente. Seit der Bosman-Entscheidung von 1995 wurden immer häufige Talente aus Osteuropa, Afrika und Südamerika von belgischen Vereinen verpflichtet. Die jungen Spieler erhielten in Belgien die Möglichkeit, sich für die größeren europäischen Vereine zu beweisen, während die Clubs für verhältnismäßig geringes Geld neue Spieler verpflichten und unter Umständen sogar noch Geld durch eine gegebenenfalls fällige Ablösesumme verdienen konnten.

Jupiler Pro League – Die erneute Reform der Liga  

Ab der Saison 1995/96 wurde in der Jupiler Pro League sowie in vielen anderen Ligen Europas die Drei-Punkte-Regel eingeführt, die bis heute besteht. Die Regel besagt, dass ein Team für einen Sieg nun nicht mehr wie zuvor zwei, sondern drei Punkte erhalten. Ab der Saison 2009/10 wurde der Modus der Liga dann erneut reformiert. Die Zahl der teilnehmenden Mannschaften wurde von 18 wieder auf 16 herabgesenkt, um ein Play-off-System durchführen zu können.

Dieses System wurde eingeführt, um die Liga für die Zuschauer attraktiver zu machen und um mehr Geld durch Live-Übertragungen im Fernsehen zu verdienen. Außerdem sollten die großen Vereine durch die Play-offs im internationalen Fußball wettbewerbsfähiger werden. Besonders von den kleineren Vereinen wurde der neue Modus allerdings stark kritisiert, unter anderem auch, weil er bereits in der Eredivisie in den Niederlanden scheiterte.

Jupiler Pro League – Der Modus der Liga bis 2019

Seit der Saison 2009/10 folgen in der Jupiler Pro League nach dem Ende der regulären Saison die Play-offs. Die sechs erstplatzierten Teams spielen untereinander die Meisterschaft aus. In einer zweiten Play-off-Runde spielten die Teams, die in der Tabelle auf Platz sieben bis 14 landeten gegeneinander. Das beste dieser zehn Teams spielte gegen den Viertplatzierten der Meisterschafts-Play-offs um das Startrecht in der Europa-League-Qualifikation. Außerdem spielten der 15. und 16. der belgischen Liga insgesamt fünf Mal in den Play-offs gegeneinander.

Der Gewinner dieser beiden Teams durfte in der Relegation gegen die zweit-, dritt- und viertplatzierte Mannschaft der zweiten belgischen Liga um den Klassenerhalt spielen. Der Verlierer des Abstieg-Play-offs stieg in die zweite belgische Liga ab.

Jupiler Pro League – Die Liga in ihrer heutigen Form

Ab der Saison 2019/20 wurde der Modus der Jupiler Pro League erneut leicht verändert. Wie zuvor wird seither erneut zunächst eine reguläre Saison mit 30 Spieltagen gespielt, in der jedes Team zweimal gegen jedes andere Team spielt. Auch das Meisterschafts-Play-off mit den besten sechs Mannschaften der regulären Saison bleibt gleich. Allerdings steigt seit dieser Reform der Tabellenletzte der Jupiler Pro League direkt ab. Außerdem spielen in dem neuen Modus die Teams, die in der ersten Liga auf Platz sieben bis 16 landeten und die besten sechs Mannschaften aus der zweiten Liga in einem gemeinsamen Play-off-Modus. Die insgesamt 16 Mannschaften werden in vier Gruppen mit jeweils vier Mannschaften aufgeteilt.

Die jeweiligen Gruppensieger spielen in einem Halbfinale gegeneinander. Die Sieger der Halbfinale ziehen dann in ein Finale ein. Sowohl im Halbfinale als auch im Finale gibt es ein Hinspiel und ein Rückspiel. Die Mannschaft, die das Finale gewinnt, spielt wie gewohnt gegen die viertplatzierte Mannschaft des Meisterschafts-Play-offs um den Platz in der Europa League Qualifikation.

Jupiler Pro League – Die erfolgreichsten Teams Belgiens

Die erfolgreichste Mannschaft in der Geschichte der Jupiler Pro League ist mit großem Abstand der RSC Anderlecht. Das Team konnte insgesamt 34-mal die belgische Meisterschaft gewinnen und ist damit mit weitem Abstand Rekordmeister. Auf Platz zwei folgt der FC Brügge mit 16 Meistertiteln. Die dritterfolgreichste Mannschaft der Jupiler Pro League heißt Royale Union Saint-Gilloise. Das Team, das zuletzt 1965 in der ersten Liga Belgiens spielte, gewann die belgische Meisterschaft elfmal.

Jupiler Pro League – Die größten Stadien

Das größte Stadion der Jupiler Pro League ist das Jan-Breydel-Stadion mit einer Kapazität von 29.062 Plätzen. In dem Stadion spielt sowohl Cercle Brügge als auch der FC Brügge. Dahinter folgt das Maurice Dufrasne-Stadion von Standard Lüttich mit 27.620 Plätzen und die Luminus Arena von KRC Genk mit 24.956 Plätzen.

Jupiler Pro League – Die Teams der Saison 2020/21

In der Saison 2020/21 spielen in der Jupiler Pro League die folgenden 16 Teams:

  • FC Brügge
  • RSC Anderlecht
  • KRC Genk
  • Standard Lüttich
  • KAA Gent
  • Royal Antwerpen
  • RSC Charleroi
  • Cercle Brügge
  • KV Mechelen
  • OH Leuven
  • Beerschot V.A.
  • VV St. Truiden
  • Royal Mouscron
  • Zulte Waregem
  • KV Oostende
  • KAS Eupen
  • Waasland-Beveren
  • KV Kortrijk

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