Weltmeister und Weltstars

Juventus gegen Real: Finale der Superlative

Sami Khedira: "Es ist wie eine Art Sucht." Foto: Carl Sandin/Bildbyran via ZUMA Wire
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Sami Khedira: "Es ist wie eine Art Sucht." Foto: Carl Sandin/Bildbyran via ZUMA Wire
Reals Trainer Zinedine Zidane (M) spricht beim Abschlusstraining zu seiner Mannschaft. Foto: Nick Potts
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Reals Trainer Zinedine Zidane (M) spricht beim Abschlusstraining zu seiner Mannschaft. Foto: Nick Potts
Sollte Juve gewinnen, wäre Torwart Gianluigi Buffon mit 39 Jahren und 126 Tagen der älteste Sieger überhaupt. Foto: Kirsty Wigglesworth
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Sollte Juve gewinnen, wäre Torwart Gianluigi Buffon mit 39 Jahren und 126 Tagen der älteste Sieger überhaupt. Foto: Kirsty Wigglesworth
Unter von strengen Sicherheitsvorkehrungen kommt der Team-Bus von Juventus Turin am Stadion an. Foto: Martin Rickett
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Unter von strengen Sicherheitsvorkehrungen kommt der Team-Bus von Juventus Turin am Stadion an. Foto: Martin Rickett
Juve-Trainer Massimiliano Allegri: "Dieses mal müssen wir zuschlagen." Foto: Uncredited/UEFA
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Juve-Trainer Massimiliano Allegri: "Dieses mal müssen wir zuschlagen." Foto: Uncredited/UEFA
Das Champions-League-Finale findet 2017 in Cardiff statt. Foto: Nick Potts
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Das Champions-League-Finale findet 2017 in Cardiff statt. Foto: Nick Potts
Cristiano Ronaldo will seinen vierten Champions-League-Titel gewinnen - genauso viele hat auch Lionel Messi. Foto: Nick Potts
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Cristiano Ronaldo will seinen vierten Champions-League-Titel gewinnen - genauso viele hat auch Lionel Messi. Foto: Nick Potts

Das Gigantenduell zwischen Real und Juve soll ein Tag für die Fußball-Historie werden. Zwei deutsche Weltmeister sind Gegner, Ronaldo fordert Buffon, der beste Angriff stürmt gegen die beste Abwehr. Es geht um "Märchen", "Sucht" und eine "magische Nacht".

Cardiff (dpa) - Toni Kroos gegen Sami Khedira, Cristiano Ronaldo gegen Gigi Buffon, historische Titelverteidigung oder erlösender Triumph.

In einem Endspiel der Superlative wollen Kroos und Superstar Ronaldo eine goldene Generation von Real Madrid zur ersten erfolgreichen Titelverteidigung in der Champions League führen. Khedira hofft mit Juventus Turin und Gianluigi Buffon auf den seit zwei Jahrzehnten ersehnten Königsklassen-Coup. "Wir brennen darauf, das Finale zu spielen. Es ist der letzte Schritt, um Geschichte zu schreiben", sagte Kroos, der mit dem FC Bayern im Jahr 2013 und mit Real vor einem Jahr schon den Henkelpott gewann.

Beim Gigantentreffen am Samstag (20.45 Uhr) in Cardiff strebt auch Weltmeisterkollege Khedira nach dem Titelgewinn mit Real vor drei Jahren nun mit seinem zweiten Club den Coup an. "Es ist wie eine Art Sucht, und man möchte es sich selbst noch mal beweisen", sagte Khedira. "Einmal ist es schön, aber es sich selbst zu bestätigen - das ist noch viel, viel schwieriger. Wir wollen das Triple."

Juve verlor vier seiner fünf Finals, Real eroberte in allen fünf Endspielen die begehrteste Trophäe im Vereinsfußball. "Wir haben eine historische Gelegenheit. Das ist ein Ziel, das jeder Spieler von Real Madrid unbedingt erreichen will. Es ein Traum von uns", sagte Weltfußballer Ronaldo. Mit seinem vierten Erfolg möchte der Portugiese vor 66 000 Zuschauern mit Lionel Messi & Co. gleichziehen.

Der mit 103 Toren beste Königsklassen-Torschütze will im Jahr nach dem EM-Titel der erste Weltstar sein, der sein Ensemble zweimal nacheinander auf den Gipfel führt. Unter der Regie von Trainer Zinedine Zidane wurde der 32-Jährige in dieser Liga-Saison so oft wie seit sieben Jahren nicht geschont, in der K.o.-Runde ballerte der Modellathlet in Bestform. Ronaldo, Karim Benzema und der in seiner Geburtsstadt vermutlich diesmal durch Isco ersetzte Gareth Bale bilden mit 32 Treffern den besten Angriff. "Isco und Bale könnten auch zusammen spielen", sagte Zidane.

Die schier unüberwindbare beste Defensive der Spielzeit kann das nicht schocken. Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini sicherten mit Torwart-Monument Buffon so gut ab, dass sie nur dreimal überwunden wurden. "Jeder liebt Märchen, und für uns wäre es die perfekte Geschichte, die Champions League zu gewinnen", sagte Buffon. Zweimal verlor der Ex-Weltmeister schon ein Königsklassenfinale. "Ich bin bis hier gekommen, damit sich der Kreis schließt", formulierte Buffon voller Sehnsucht. Bei einem Sieg wäre er mit 39 Jahren und 126 Tagen der älteste Gewinner überhaupt.

Besondere Emotionen schwingen im Showdown - aus Sicherheitsgründen erstmals unter einem geschlossenen Dach - bei Real-Coach Zidane mit. Der Franzose reifte als Spieler in Turin zum großen Star. "Juve wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben", gestand der 44-Jährige. Das frühere Fußball-Genie mit der großen Aura will nun aber mit dem "Club seines Lebens" die Titelverteidigung. "Wir müssen nun das schwierigste Hindernis überwinden."

Sein taktisch gewiefter Trainer-Kontrahent Massimiliano Allegri sieht sein vor zwei Jahren gegen den FC Barcelona beim 1:3 in Berlin chancenloses Team für das Kräftemessen mit dem elfmaligen Champion gerüstet. "Die Geschichte zählt nicht mehr, wir müssen nicht an die Vergangenheit denken", sagte der 49-Jährige. "Es ist unser zweites Endspiel in drei Jahren. Dieses mal müssen wir zuschlagen. Es werden extrem lange und faszinierende 90 oder 120 Minuten."

21 Jahre liegt Juves letzter Triumph in Europa zurück. Italiens Nummer 1 wäre erst der fünfte Club nach Barcelona, Manchester United, Inter Mailand und dem FC Bayern um den heutigen Juve-Stürmer Mario Mandzukic, der das Triple mit Champions-League-Erfolg gewinnt. "Wir versuchen, unsere Chance zu nutzen und das Finale zu einer wahrhaft magischen Nacht zu machen", sagte der Brasilianer Dani Alves, der dreimal mit dem FC Barcelona siegte.

Außer Khedira trifft auch Gonzalo Higuain mit Turin auf den Ex-Club und will "einen extraordinären Feldzug komplett machen". Alvaro Morata spielte einst für Juve, jetzt steht er beim Real-Ensemble im Kader. "Wir haben ein Date mit der Geschichte", sagte Kapitän Sergio Ramos. Bundestrainer Joachim Löw ist gespannt, wer von seinen Leistungsträgern Kroos oder Khedira das Rennen macht. "Beide nehmen in ihren Teams eine sehr wichtige Rolle ein."

18 Mal trafen die zwei Rekordmeister aufeinander, es gab je acht Siege und zwei Remis. Beim Endspiel 1998 gewann die Real-Truppe von Trainer Jupp Heynckes und Torhüter Bodo Illgner 1:0. Referee damals war Hellmut Krug aus Gelsenkirchen - und auch diesmal pfeift ein Schiedsrichter aus der Bundesliga: der Münchner Felix Brych.

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