Gegen Randalierer

FCK verhängt 52 Stadionverbote

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Am 5. April tritt Kaiserslautern gegen den 1. FC Köln an.

Kaiserslautern - Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat im Kampf gegen gewaltbereite Anhänger hart durchgegriffen.

Der viermalige deutsche Meister gab am Dienstag bekannt, dass 52 „auffällig gewordene“ Personen mit deutschlandweiten Stadionverboten belegt worden sind. Dabei wurden laut FCK „sämltliche Sachverhalte individuell geprüft“.

Die Stadionverbote, die mit der Polizei abgesprochen wurden, gelten je nach der Schwere des Vergehens bis Juni 2014 oder Juni 2015. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass die Sanktion nach einem gewissen Zeitraum zu einer Bewährungsstrafe umgewandelt wird. Derzeit wird zudem weiteres Videomaterial rund um zurückliegende Spiele geprüft. Sollten so weitere Täter durch die Polizei identifiziert werden, behält sich der FCK die Verhängung zusätzlicher Sanktionen vor.

Sicherheitskonzept: Die beschlossenen Anträge

Die 36 Proficlubs haben bei ihrer Mitgliederversammlung (Foto: Liga-Präsident Reinhard Rauball) am 12.12.2012 in Frankfurt/Main mehrheitlich für die 16 Anträge gestimmt, die teilweise noch einmal abgeändert wurden. Wir erläutern in Kurzform die Maßnahmen, die für weniger Gewalt im deutschen Fußball sorgen sollen © dapd
Antrag 1: Die Veranstaltungsleiter von Bundesliga-Spielen bekommen eine genaue Funktionsbeschreibung. Sie müssen in jedem Heimspiel anwesend und erreichbar sein - das gilt auch für den Sicherheitsbeauftragten des Clubs. Der Fanbeauftragte ist verpflichtet, an Sicherheitsbesprechungen teilzunehmen. © dapd
Antrag 2: Die Clubs müssen sich verpflichten, dass sie nach besten Kräften mit Vertretern ihrer organisierten Fanszene einen offenen, regelmäßigen und verbindlichen Dialog etablieren. © dapd
Anträge 3 und 4: Die Polizei bekommt bei der Videoüberwachung in den Stadien mehr Kompetenzen. Ihre Befehlsstelle ist mit einer Vorrangschaltung auszustatten. © dapd
Antrag 5: Der Ordnungsdienst des Gastvereins wird im Stadion des Heimvereins mit einbezogen, dieser soll die Fans auch bei der Anreise begleiten. Heim- und Gastverein legen Details fest. Es gilt eine beratende und unterstützende Tätigkeit. © dpa
Antrag 6: Die Sicherheitsbeauftragten des gastgebenden Vereins müssen bei jedem Heimspiel anwesend sein. Bei Begegnungen mit erhöhtem Risiko muss auch der Sicherheitsbeauftragte der Gastmannschaft dabei sein. Sie erfassen Auffälligkeiten und Ausschreitungen in einem Spieltagreport. © dpa
Antrag 7: Bei Spielen mit erhöhtem Risiko muss der Veranstaltungsleiter des Heimvereins an Sicherheitsbesprechungen teilnehmen und außerdem in ständigem Kontakt zur Polizei stehen. © dpa
Antrag 8: Zur Sicherstellung eines störungsfreien Spielablaufs und Verhinderung von Gefahren für die Zuschauer, Spieler und Schiedsrichter gibt es an den Stadioneingängen lageabhängige Kontrollen der Besucher und der von ihnen mitgeführten Gegenstände. © dpa
Die Einrichtungen müssen so beschaffen sein, dass Kontrollen sicher, zügig und angemessen, insbesondere verhältnismäßig und sorgfältig durchgeführt werden können. Nicht ins Stadion mitgenommen werden dürfen Waffen und pyrotechnische Gegenstände sowie Gegenstände, mit denen Zuschauer ihre Identität verbergen können. © dpa
Antrag 9: Ordnungsdienstkräfte werden für die Besonderheiten im Fußball geschult. Fan- und Sicherheitsbeauftragte dürfen dabei mitwirken. © dpa
Antrag 10: Die Fanbetreuer heißen künftig Fanbeauftragte und nehmen an Sicherheitsbesprechungen statt. © dpa
Antrag 11: Der Heimverein legt - nach Anhörung der Sicherheitsorgane und Polizei - fest, wann ein Spiel mit erhöhtem Risiko ausgerufen wird. Dies kann aber auch der DFB tun. Als Maßnahmen gelten unter anderem eine Ticket-Begrenzung für Steh- und Sitzplätze und die Durchführung von verstärkten Personenkontrollen. Dazu gibt es noch Spiele unter Beobachtung. © dpa
Antrag 12: Ein Zertifizierungsverfahren („Stadionerlebnis“) soll entwickelt werden. © Getty
Antrag 13: Eine ständige Kommission „Stadionerlebnis“ wird beim Ligaverband eingerichtet. © dpa
Antrag 14: Auswärtsfans bekommen 10 Prozent der Eintrittskarten. Das Kontingent kann nur reduziert werden nach einer Entscheidung eines DFB-Rechtsorgans oder nach Festlegung durch den Heimverein. Dies aber nur bei einer besonderen Gefahrenlage und im Einvernehmen mit den Sicherheitsinstitutionen und nach Anhörung des Gastclubs. © dpa
Antrag 15: Die DFB-Sportgerichtsbarkeit wird weiterentwickelt, damit diese verstärkt präventiv und nicht nur mit Strafen arbeiten kann. Die Beschlüsse sollen beim DFB-Bundestag im Oktober 2013 gefasst werden. © Getty
Antrag 16: Erlöse aus der Vermarktung (Fernsehgelder) werden teilweise nur zweckgebunden an die Vereine ausbezahlt, wenn diese wiederholt Sicherheitsmaßnahmen nicht erfüllen. © Getty

Im Vorfeld der brisanten Partie gegen den 1. FC Köln, bei der es am 5. April (18.00 Uhr/Sky und Liga total!) zur Vorentscheidung im Kampf um den Relegationsplatz kommen könnte, hat die Stadt Kaiserslautern und das Polizeipräsidium Westpfalz 78 Betretungs- und Bereichsbetretungsverbote erlassen. Die Polizei Köln hat ihrerseits 40 Betretungsverbote für Kölner Anhänger verhängt.

sid

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