Nur Kuntz verbreitet Optimismus

Lautern versagt: Aufstiegs-Zug wohl abgefahren

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Stefan Kuntz

Berlin - Der 1. FC Kaiserslautern hat seine Chancen auf die Bundesliga-Rückkehr bei Union Berlin wohl endgültig verspielt. Die Pfälzer liegen drei Punkte hinter dem Relegationsplatz.

Die Profis sanken frustriert zu Boden, die Mundwinkel von Stefan Kuntz zeigten nach unten - und die Hohngesänge der Union-Fans taten zusätzlich weh. „2. Liga - Lautern ist dabei“, schallte es nach dem 1:1 (1:1) zwischen Union Berlin und dem 1. FC Kaiserslautern durch das Stadion an der Alten Försterei. Doch obwohl die Roten Teufel ihre vielleicht letzte Chance im Aufstiegsrennen verspielt hatten, zeigte sich der Klubchef demonstrativ trotzig.

„Wir machen das Buch erst dann zu, wenn das letzte Kapitel geschrieben ist“, sagte Kuntz. Woher der Vorstandsvorsitzende des pfälzischen -Zweitligisten seinen (Zweck-)Optimismus nach der abschließenden Partie des drittletzten Spieltags nahm, blieb allerdings sein Geheimnis. Schließlich enttäuschte der viermalige deutsche Meister und zweimalige DFB-Pokalsieger zum x-ten Mal in der laufenden Saison.

Anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen und bis auf einen Punkt an den Relegationsplatz heranzurücken, versagte die für Zweitliga-Verhältnisse bestens besetzte Mannschaft von Trainer Kosta Runjaic erneut. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf die SpVgg Greuther Fürth auf dem dritten Rang. Dazu haben die Franken im Vergleich mit dem FCK das leichtere Restprogramm.

Trotz der schlechten Ausgangslage packte Kuntz den Rechenschieber aus. „Wir müssen sechs Punkte holen, wenn wir noch eine Chance haben wollen“, äußerte der Europameister von 1996 nach der eher mäßigen Partie. Sören Brandy hatte das Team des scheidenden Union-Trainers Uwe Neuhaus vor 19.185 Zuschauern in Führung gebracht (9.), Srdjan Lakic sorgte noch vor der Pause für den Endstand (41.).

Kuntz längst nicht mehr unumstritten

Der von zahlreichen Erstligisten umworbene Simon Zoller schien zu ahnen, dass es nun zum zweiten Mal in Folge nichts mit dem angestrebten Aufstieg wird. „Man muss sehen, was der Punkt am Ende wert ist“, sagte der Lauterer Torjäger (13 Saisontreffer): „Aber das ist schon bitter, die Enttäuschung überwiegt.“ Dabei sind die chronisch klammen Pfälzer, die vor einem Jahr unter Ex-Coach Franco Foda in der Relegation an 1899 Hoffenheim gescheitert waren, eigentlich auf die Einnahmen aus der Bundesliga angewiesen. Die vier Millionen Euro, die der Klub durch das Erreichen des Pokal-Halbfinals eingenommen hat, werden lediglich den Verlust in der laufenden Saison auf knapp eine Million Euro senken.

Nach Angaben von Kuntz kann der FCK noch eine Spielzeit in der 2. Liga absolvieren, ohne finanzielle Einschnitte vornehmen zu müssen. Doch eine weitere Saison im Unterhaus wird dazu führen, dass die Lage für den Klubchef noch bedrohlicher wird. Kuntz, der seit dem Bundesliga-Abstieg vor zwei Jahren nicht mehr unumstritten ist, hat schon jetzt seinen Status als Klub-Ikone verloren. Wahrscheinlich läuft der Countdown zum wirtschaftlich unbedingt notwendigen Aufstieg also noch ein weiteres Jahr - das gilt auch für Kuntz. Der Vertrag des 51-Jährigen endet ebenfalls nach der kommenden Spielzeit...

sid

Die deutschen Fußballer des Jahres seit 1988

Uwe Seeler war 1960 Deutschlands erster Fußballer des Jahres. Wir zeigen Ihnen in unserer Fotostrecke die Gewinner der Wahl seit 1988. © dpa
1988: Jürgen Klinsmann, damals in Diensten des VfB Stuttgart. © dpa
1989: Thomas Häßler, hier bei seinem Abschiedsspiel im Jahr 2005. 1989 spielte er für den 1. FC Köln. © dpa
1990: Lothar Matthäus führte die Deutsche Nationalmannschaft zum WM-Titel in Italien und wurde Fußballer des Jahres und Welfußballer. © dpa
1991: Stefan Kuntz gewann mit dem 1. FC Kaiserslautern nicht nur die Deutsche Meisterschaft. Er wurde auch Fußballer des Jahres. © dpa
1992: "Icke" Häßler (Foto von 1996) lief damals für den AS Rom auf. Bei der EM 1992 in Schweden spielte er das beste Turnier seiner Karriere. © dpa
1993: DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke hütete den Kasten des 1. FC Nürnberg. Der Club beendete die Saison auf Rang 13. © dpa
1994: Jürgen Klinsmann spielte 1993/94 beim AS Monaco eine starke Saison, wurde Fußballer des Jahres und wechselte anschließend in die Premier League zu Tottenham Hotspur. © dpa
1995: Matthias Sammer gewann mit dem BVB die Deutsche Meisterschaft und wurde mit dem goldenen Ball belohnt. © dpa
1996: Auch 1996 führte kein Weg an ihm vorbei. Es war das beste Jahr seiner Karriere. Er wurde außerdem zum Besten Spieler der EM in England und zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. © dpa
1997: Der "Fußballgott" Jürgen Kohler spielte im Trikot von Dortmund eine bärsenstarke Saison, gewann die Champions League gegen seinen Ex-Klub Juventus Turin und wurde Deutschlands Fußballer des Jahres. © dpa
1998: Nachdem Oliver Bierhoff als Torschützenkönig der Serie A im Trikot des AC Mailand groß aufspielte, wurde er zu Deutschland bestem Kicker gewählt. © dpa
1999: Mit 38 Jahren wurde Lothar Matthäus noch einmal ausgezeichnet. Den Titel hätte er wahrscheinlich gerne gegen die Champions-League-Trophäe eingetauscht. Bayern verlor damals in Barcelona mit 1:2 gegen Manchester United. © dpa
2000: Nachdem Oliver Kahn 1999 zum ersten Mal Welttorhüter wurde, war er ein Jahr später Deutschlands Fußballer des Jahres. © dpa
2001: Im Finale von Mailand parierte Kahn drei Elfmeter und sicherte dem FC Bayern den Titel in der Champions League. Als Belohnung wiederholte er den persönlichen Triumph des Vorjahres. © dpa
2002: Michael Ballack spielte mit Bayer Leverkusen eine Fabelsaison und wurde trotzdem nur dreimal Zweiter (Meisterschaft, DFB-Pokal, Champions League) mit der Werkself und Vize-Weltmeister mit der Nationalmannschaft. Zum Fußballer des Jahres langte es aber trotzdem. © dpa
2003: Ein Jahr später war er erneut ganz oben. Diesmal aber im Trikot seines neuen Arbeitgebers FC Bayern. © dpa
2004: Der erste ausländische Profi, der zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt wurde, war der Kugelblitz. Ailton gewann mit Werder Bremen das Double. © dpa
2005 war wieder Michael Ballack vom FC Bayern an der Reihe. © dpa
2006: Miroslav Klose war einer der Hauptakteure des Sommermärchens und wurde als Fußballer des Jahres ausgezeichnet. © dpa
2007: Mario Gomez knipste in der Meistersaison des VfB am laufenden Band und gewann nach Jürgen Klinsmann (1988) und Karl-Heinz Förster(1982) als dritter Stuttgarter die Wahl. © dpa
2008: In seiner ersten Saison beim FC Bayern zeigte Franck Ribéry gleich seine Extraklasse. Er gewann mit dem FC Bayern das Double und wurde in Deutschland und Frankreich zum Fußballer des Jahres gewählt. © dpa
2009: Felix Magath formte aus dem Underdog VfL Wolfsburg eine Meistermannschaft. Der Brasilianer Grafite gewann die Torjägerkanone, wurde Fußballer des Jahres und erzielte das Tor des Jahres. © dpa
2010: Arjen Robben markierte 2010 dreimal das Tor des Monats, wurde Fußballer des Jahres und von seinen Bundesliga-Kollegen zum Spieler der Saison gewählt. © dpa
2011: In seiner letzten Saison im Trikot des FC Schalke 04 glänzte Neuer vor allem in der Champions League und führte sein Team ins Halbfinale. Die Knappen wurden DFB-Pokal-Sieger und Neuer Fußballer des Jahres.   © dpa
2012: Der Fußballer des Jahres spielte sich in das Notizbuch diverser Top-Klubs. Marco Reus entschied sich nach einer tollen Saison mit Borussia Mönchengladbach für den BVB. © dpa
2013: Am 28. Juli wurde Bastian Schweinsteiger als Fußballer des Jahres bekanntgegeben. Zwei Tage später kam eine Wahl-Panne ans Licht. Erich Laaser, Präsident des Verbandes Deutscher Sportjournalisten fordert Neuwahlen. Muss Schweini seinen Titel abgeben? © dpa
2014: Am 10. August wurde bekannt - der Weltmeister-Keeper, der dem DFB-Team immer wieder mit grandiosen Aktionen half, ist "Fußballer des Jahres". © dpa

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