Kapitän van Bommel: Das war unwürdig!

+
Mark van Bommel nimmt seine Kollegen in die Pflicht

Bordeaux - Nach der bitteren Bauchlandung des FC Bayern in Bordeaux geht Kapitän Mark van Bommel auf die Mannschaft los. “Das ist nicht einer Spitzenmannschaft würdig“, sagt er.

Nach einem Platzverweis von Saison-Aufsteiger Thomas Müller hat der FC Bayern München in der Champions League eine bittere Bauchlandung erlebt. In Unterzahl unterlagen die Münchner am Mittwochabend nach einer erschreckend schwachen Angriffsleistung bei Girondins Bordeaux verdient mit 1:2 (1:2) und müssen nach dem dritten Spieltag um den Einzug ins Achtelfinale bangen. “Das ist nicht einer Spitzenmannschaft würdig“, brachte es Kapitän Mark van Bommel auf den Punkt. Nun stehen die Münchner in der Gruppe A mit dem Rücken zur Wand: Mit nur vier Zählern sind die Münchner hinter Bordeaux (7) und Juventus Turin (5), das mit 1:0 gegen Maccabbi Haifa (0) gewann, nur noch Gruppendritter.

13 Jahre nach dem UEFA-Cup-Triumph im Stadion Chaban-Delmas erwischte das Team von Trainer Louis van Gaal mit Michael Cianis Eigentor (6. Minute) einen Superstart. Doch nachdem Ciani seinen Fehler per Hacken-Tor (29.) wettgemacht hatte, leistete sich Müller ein zweites unnötiges Foul und sah schon nach 30 Minuten die Gelb- Rote Karte. Folge des langen Unterzahlspiels war der frühe Siegtreffer von Marc Planus (40.). “Natürlich wissen wir, dass wir uns steigern müssen“, sagte van Bommel, der froh war, nur 1:2 verloren zu haben: “Die Tordifferenz kann entscheidend sein.“

Champions League: Die Bayern-Gegner im Porträt

Der FC Bayern München mit Trainer Louis van Gaal (Foto) trifft in der Gruppe A der Champions League auf Juventus Turin, Girondins Bordeaux und Maccabi Haifa. Die Gegner im Porträt. © Getty
JUVENTUS TURIN: „Der schwerste Gegner“, findet Bayern-Kapitän Mark van Bommel. © Getty
Schon zum dritten Mal seit 2004 treffen die Bayern in der Gruppenphase auf den 27-maligen italienischen Meister. In der Saison 2004/05 gab es für Michael Ballack & Co. zwei 0:1-Niederlagen. © Getty
In der Spielzeit darauf wenigstens im Heimspiel einen 2:1-Sieg (auswärts 1:2). © Getty
Es gibt nicht nur ein Wiedersehen mit dem Ex-Münchner Hasan Salihamidzic. © Getty
Bayern trifft vor allem auch auf den Brasilianer Diego, der im Sommer für 25 Millionen Euro von Werder Bremen nach Turin wechselte. © Getty
Dessen Landsmann Felipe Melo kam aus Florenz. © Getty
Trainer ist Claudio Ranieri. © Getty
Zudem kam der fast 36-jährige Abwehr- Routinier Fabio Cannavaro von Real Madrid zurück. Auch die Bayern sollen vergangene Saison an ihm interessiert gewesen sein. © Getty
Rückhalt ist Weltmeister Gianluigi Buffon im Tor. © Getty
GIRONDINS BORDEAUX: Bei Girondins Bordeaux denken alle Bayern-Fans zunächst zurück an 1996 (Foto: Thomas Helmer). © Getty
Damals holte der deutsche Rekordmeister gegen den aktuellen französischen Meister den UEFA-Pokal. © Getty
Mit Oliver Kahn (nicht im Bild), Lothar Matthäus (Mitte) und dem letztjährigen Coach Jürgen Klinsmann (links) gewannen die Bayern beide Endspiele mit 2:0 und 3:1. © Getty
Trainer damals: Franz Beckenbauer © Getty
Mit Trainer Laurent Blanc, dem Weltmeister von 1998, beendete Bordeaux in der letzten Saison die Dominanz von Olympique Lyon in der Ligue 1. © Getty
Bordeaux ist mit drei Siegen (Foto vom Spiel gegen Sochaux am 15. August) optimal in die Saison gestartet. © AP
Stars sind Spielmacher Yoann Gourcuff (l.) und Torjäger Marouane Chamakh (r.). © AP
MACCABI HAIFA: Die Israelis verhinderten den Einzug von Red Bull Salzburg mit dem ehemaligen Bundesliga-Trainer Huub Stevens, Ex-Bayern-Stürmer Alexander Zickler und Top-Torjäger Marc Janko (hinten im Zweikampf gegen Haifas Tsepo Masilela) in die Champions League. © AP
Trainer Elisha Levi (51) ist in seiner zweiten Saison bei Haifa erst der dritte Trainer, der eine israelische Mannschaft in die Gruppenphase führte. Er sprach danach von “einem historischen Moment“. © AP
Vladimer Dvalishvili, Eyal Golasa (rechts) und Mohammad Ghadir erzielten beim 3:0-Rückspielsieg die Treffer gegen Salzburg. © Getty
Der Verein gehört mit elf Meistertiteln und fünf Pokalsiegen zu den erfolgreichsten Israels. 2002/2003 (Foto) schaffte Haifa als erstes israelisches Team den Einzug in die Champions-League-Gruppenphase. © Getty
Ein gutes Omen vielleicht: Auch 2004/05 begannen die Bayern mit einem Auswärtsspiel in Israel bei Maccabi Tel Aviv. Trainer damals: Felix Magath. © Getty
Sie siegten damals durch einen Elfmeter-Treffer von Roy Makaay mit 1:0. © Getty
Die Spieler von Maccabi Haifa sind die großen Unbekannten der Bayern-Gruppe - aber das Team von Louis van Gaal wird hochkonzentriert agieren müssen, um gegen die kampfstarke Truppe sechs Punkte zu holen. © Getty

Nach dem Seitenwechsel hatten die Münchner bei einem von Torhüter Jörg Butt erst verschuldeten und dann parierten Foulelfmeter Glück (66.), ehe Luca Toni per Pfosten-Kopfball (72.) den Ausgleich verpasste. Die schwarze Nacht von Bordeaux machte Daniel van Buyten perfekt, der nach einer Notbremse (88.) Rot sah. Den fälligen Strafstoß von Jussie konnte Butt aber erneut parieren. “Wir kriegen aus zwei Standardsituation zwei Tore, das darf nicht passieren“, klagte Lahm, der für das Rückspiel am 3. November einen Sieg forderte: “Wir haben noch drei Spiele. Da ist noch alles möglich.“

Dabei hatten die Münchner vor 32 000 Zuschauern einen Start nach Maß erwischt, wobei sich der Ausfall von Edson Braafheid als glückliche Fügung erwies. Da der Niederländer fehlte, trat Holger Badstuber als einziger Linksfuß die Ecken - und gleich den ersten Versuch lenkte Ciani ins eigene Tor ab. Danach zogen sich die Bayern zu weit zurück und ließen im Mittelfeld jegliche Präzision vermissen.

Van Gaals Schachzug, Anatoli Timoschtschuk die Kreise von Bordeaux-Regisseur Yoann Gourcuff einengen zu lassen, ging zwar defensiv auf. Der Spielaufbau aus der Zentrale litt aber, so dass die Münchner nur einen einzigen Angriff herausspielten. Stattdessen diktierten die Hausherren das Geschehen und hatten durch den Brasilianer Wendel, der Butt prüfte (18.), die erste Gelegenheit. Wenig später durften die Franzosen erstmals jubeln, nachdem Ciani Butt akrobatisch überlistete.

Der Doppelschock folgte nur eine Minute später, als der zuletzt hochgelobte Müller sein erstes echtes Negativerlebnis verdauen musste. Erst stieg der 20-Jährige übermotiviert gegen Benoit Trémoulinas ein, dann grätschte er Mathieu Chalmé in die Beine. “Das war natürlich ein Einsteigen, das so nicht sein darf“, kritisierte “Sat.1“-Experte Franz Beckenbauer.

Die Quittung für sein teilweise überaggressives Spiel kassierte der deutsche Rekordmeister kurz vor der Pause. Nach einem weiteren Wendel-Freistoß ging Hamit Altintop zu unentschlossen zu Werke. Planus erwischte seinen Klärungsversuch mit der Sohle und traf. Nach dem Rückstand taten sich die dezimierten Gäste extrem schwer. Weltmeister Luca Toni hing als Keilstürmer lange in der Luft, vergab aber in der 72. Minute die große Chance zum Ausgleich, als er eine Flanke von van Bommel freistehend an den Pfosten köpfte.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

So endete 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund in der Bundesliga 
So endete 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund in der Bundesliga 
Gravierende Änderung bei Sky! So kann man jetzt die 2. Liga und die Pokalspiele schauen 
Gravierende Änderung bei Sky! So kann man jetzt die 2. Liga und die Pokalspiele schauen 
FCB-Boss Rummenigge zu BVB-Präsident Rauball: „Darüber müssen wir dringend nochmal reden...“
FCB-Boss Rummenigge zu BVB-Präsident Rauball: „Darüber müssen wir dringend nochmal reden...“
DFB-Pokal: FC Bayern und Borussia Dortmund im Free-TV zu sehen? Entscheidung zu zweiter Runde gefallen
DFB-Pokal: FC Bayern und Borussia Dortmund im Free-TV zu sehen? Entscheidung zu zweiter Runde gefallen

Kommentare