Löw "sehr zufrieden"

Karim Bellarabi: Viel Lob fürs Debüt

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Bundestrainer Jogi Löw (l.) war mit dem Debüt von Karim Bellarabi zufrieden.

Warschau - Seine Leistung war das Positivste, was die deutsche Nationalmannschaft vom verlorenen EM-Quali-Spiel in Polen mitnehmen konnte: Debütant Karim Bellarabi.

Auf der Doppelseite des Stadionhefts fiel Karim Bellarabi ein wenig aus der Reihe. Während seine Teamkollegen auf ihren Passfotos korrekt mit schwarz-weißem Kragen abgebildet waren, hatte der 24-Jährige augenscheinlich die Kluft seines Arbeitgebers an, ein rot-schwarzes Leverkusen-Trikot. Offenbar hatten die polnischen Herausgeber noch kein Foto des Offensivspielers im DFB-Dress parat, was man ihnen sicherlich nachsehen durfte. Zu der Überraschung, dass Bellarabi zum deutschen Kader gehörte, kam an diesem Abend dann auch noch der Hammer, dass dieser Mann den Vorzug vor Julian Draxler und Lukas Podolski erhielt und sogar in der Startelf stand! Damit hatten die Gastgeber wirklich nicht gerechnet – und die deutschen Fans wohl auch nicht. Seit Oktober 2011, als Ilkay Gündogan erstmals im Nationaltrikot eingesetzt wurde, hatte Jogi Löw keinen Debütanten mehr in ein Pflichtspiel geschickt. Die Rudys und Rüdigers und Sorgs dazwischen kamen alle bei reinen Freundschaftsduellen zum Zuge, nun dieses dicke Ding. Und es kam noch etwas hinzu: Bellarabi machte seine Sache nämlich auch noch ziemlich gut!

„Karim Bellarabi hat einen sehr frischen Eindruck gemacht, hat seine Möglichkeit gehabt, sein erstes Länderspiel zu veredeln und ein Tor zu erzielen! “, sagte etwa Toni Kroos, der aus seiner zentralen Position den Leverkusener immer wieder über außen davonflitzen sah. Auch Manuel Neuer lobte: „Karim hat viele Eins-zu-Eins-Duelle gewonnen, ist mit Tempo auf den Gegner zugegangen und hat ihn auch ausgedribbelt. Er hatte auch gute Abschlüsse, eigentlich. Ich denke, dass er für sein erstes Spiel eine gute Partie gemacht hat!“

Lob vom Mittelfeldboss, Lob vom Kapitän – hätte schlechter laufen können. Und wie sah der in Berlin geborene Sohn eines Marokkaners selbst seinen ersten Einsatz? „Für mich persönlich ist natürlich ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagte Bellarabi. „Trotz alledem steht das Spiel im Vordergrund und es ist sehr traurig, dass wir verloren haben. Leider hat es heute nicht gereicht, aber wir müssen jetzt trotzdem nach vorne schauen. Ich hatte ein paar Chancen, und davon muss ich eigentlich eine nutzen. Das muss ich jetzt erst mal verarbeiten.“

Immerhin: Bei Jogi Löw überwog der positive Eindruck. Er war „sehr zufrieden“ mit dem Flügelflitzer, empfand ihn als „wahnsinnig aktiv“ und „ständig präsent“. Am Ende aber wusste natürlich auch der Bundestrainer, dass Bellarabi vor dem Tor immer nur zweiter Sieger war. Vielleicht klappt es ja Dienstag gegen Irland ein wenig besser, wenn er dann auch im Stadionheft das Leverkusentrikot abgelegt hat.

Michael Knippenkötter

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