tz-Experten-Kolumne von Karl-Heinz Riedle

"BVB-Spieler müssen Abstand gewinnen"

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Karl-Heinz Riedle bei der Champions-League-Auslosung.

Dortmund - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Ex-Stürmer Karl-Heinz Riedle über die Krise bei Borussia Dortmund. Er erklärt, worauf es nun ankommt.

Erst vor ein paar Tagen habe ich in Nyon in der Lostrommel der UEFA gerührt, für das Achtelfinale der Champions League haben wir unter anderem den BVB aus dem Topf gefischt. Ein paar Tage später hat er aus zwei Spielen nur einen Punkt geholt, steht ganz tief im Tabellenkeller und es gibt nicht wenige, die sagen: Jetzt bloß raus aus der Champions League, es geht nur noch um die Liga und den Klassenerhalt!

Das ist natürlich nicht ganz richtig. Man darf die Champions League nie abhaken, das ist ein anderer Wettbewerb, da muss man immer alles geben. Und mit Juventus Turin hat Dortmund ja auch einen Gegner bekommen, der schlagbar ist. Klar ist aber auch: Die Lage ist ernst, die Lage in der Liga! Die Mannschaft muss zu Beginn des neuen Jahres eine Top-Vorbereitung hinlegen, sie muss mit ganz neuem Elan an die Sache herangehen. Da werden sicher einige Einzelgespräche geführt vor dem ersten Rückrundenspiel.

Bis zum Trainingsauftakt gilt es allerdings komplett den Abstand zu gewinnen vom Fußball, einmal richtig durchzuatmen. Denn eines ist klar: Das ist überhaupt nicht spaßig, so weit da unten drin zu stehen!

Bisher immerhin scheint man in Dortmund viel richtig zu machen und geht gut mit dieser Situation um. Da kommt keine Hektik auf, da wird professionell gearbeitet. Da wird auch nicht mehr von den Europapokalplätzen gesprochen, das wäre auch absoluter Quatsch in diesen Tagen. Und was ganz wichtig ist: Der Trainer wird nicht infrage gestellt, im Gegenteil: man hält zusammen. Die Verantwortlichen dürften ohnehin wissen, dass sie so einen

Trainer nie wieder kriegen. Jürgen Klopp wird auch jetzt die richtigen Maßnahmen treffen und das Maximum aus seinen Spielern herausholen im kommenden Jahr.

Was dann dabei herauskommt? Es ist sehr, sehr schwer, eine Prognose zu treffen, ich möchte das daher gar nicht versuchen. Nur so viel: Ich bin positiv gestimmt.

Karl-Heinz Riedle

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