Karlsruher SC führungslos

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Paul Metzger

Karlsruhe - Paul Metzger ist als Präsident des Karlsruher SC zurückgetreten. Das gab er am Montagabend bei der Jahreshauptversammlung des Fußball-Zweitligisten bekannt.

Da auch sein Stellvertreter Arno Glesius seinen Rücktritt erklärte, um genau wie Metzger einer Abwahl zuvorzukommen, ist der Verein bis auf weiteres führungslos und muss wie schon 2002 beim Amtsgericht einen Notvorstand beantragen. Denn laut Satzung ist das Präsidium mit nur einem Mitglied (Rolf Hauer) nicht mehr handlungsfähig. Die Versammlung wurde anschließend nach über fünf Stunden abgebrochen.

“Ich habe wirklich viele Stunden für den Verein gearbeitet und wir haben einiges erreicht. Und ich wünsche meinem Nachfolger, dass er Leute um sich hat, die das Ehrenamt tragen können und die vor allem getragen werden“, sagte Metzger. Nach nicht einmal einjähriger Amtszeit hatten einige Mitglieder im Vorfeld der Versammlung die Abwahl des 66-Jährigen und seiner beiden Stellvertreter beantragt. Ein Geldgeber des KSC wollte das mit einem Gegenantrag verhindern. Als mit 935 Ja-, 579 Nein-Stimmen und 35 Enthaltungen ein Abwahlverfahren für Metzger beschlossen wurde, zog der ehemalige Oberbürgermeister von Bretten die Konsequenzen.

Glesius, dessen Abwahl mit einem ähnlichen Ergebnis (861:589) in die Wege geleitet worden war, folgte ihm wenige Minuten später. “Ich habe versucht, den Verein in eine bestimmte Richtung zu führen“, sagte der Ex-Profi. “Für mich ist heute eine Zeit zu Ende. Ich stelle mich nicht dem Abwahlantrag. Das habe ich nicht nötig.“

Neben seinem Führungsproblem droht dem KSC in dieser Saison auch noch ein Millionen-Defizit. Nach Angaben des Verwaltungsrats- Vorsitzenden Peter Mayer fehlen dem Verein zurzeit 3,64 Millionen Euro, um einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können. Das Präsidium hatte in seinem Etatentwurf nur eine Deckungslücke von 624 000 Euro angegeben. Doch laut Mayer sind in dieser Planung Transfer- und Werbeeinnahmen eingerechnet, die der Verein noch gar nicht erzielt hat. “Daher hat es bisher noch keine Genehmigung des Haushalts gegeben“, erklärte der Chef des Kontrollgremiums.

Die vergangene Spielzeit schloss der KSC dagegen laut Mayer finanziell besser ab als erwartet. “Der tatsächliche Verlust der letzten Saison liegt bei 517 665 Euro“, sagte er. Vor einem Jahr hatte der damalige Präsident Hubert Raase noch ein Minus von zwei Millionen in Aussicht gestellt. Anschließend hatte sich der langjährige Vereinschef nicht mehr zur Wiederwahl gestellt.

dpa

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