1. tz
  2. Sport
  3. Fußball

Hitze in Katars WM-Stadien: DFB-Team muss keine Oman-Temperaturen fürchten

Erstellt:

Von: Stefan Schmid

Kommentare

Dass die WM 2022 im Winter ausgetragen wird, war aufgrund der klimatischen Bedingungen in Katar unausweichlich. Die Stadien werden trotzdem heruntergekühlt.

München/Doha - Für viele deutsche Fans dürfte es immer noch gewöhnungsbedürftig sein, dass die WM 2022 nicht im Sommer abgehalten wird. Während man es sich in Deutschland in den heimeligen vier Wänden gemütlich machen muss, herrschen im WM-Gastgeberland allerdings, für mitteleuropäische Verhältnisse, hochsommerliche Temperaturen. So werden die Stadien in und rund um Doha trotz der Verlegung in den Winter wohl deutlich gekühlt werden.

Hitze bei Katar-WM mit der im Testspiel-Land Oman vergleichbar

Wer das Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen den Oman verfolgt hat, dürfte nicht nur ob der bescheidenen Leistung der DFB-Elf gestaunt haben, sondern auch aufgrund der übermäßigen Flüssigkeits-Absonderung der Spieler. Man kann es gar nicht anders sagen: Den deutschen Spielern lief das Wasser wie in der Sauna herunter. Anders dürfte es ihnen unter normalen Umständen auch nicht in Katar ergehen, wo derzeit sowohl die Luftfeuchtigkeit als auch die Temperatur nahezu exakt gleich hoch wie im Oman ist.

Damit dürfte das auf der offiziellen Website der FIFA veröffentlichte Statement, dass „die Nutzung des Kühlsystems (in den Stadien, d. Red.) während des Turniers selbst begrenzt sein“ wird, hinfällig sein. Auch, da sich die Mitteilung auf Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad Celsius bezieht. In Wahrheit, und das versichern alle einschlägigen Wetter-Prognosen, können auch im Dezember die Temperaturen in Katar noch leicht 30 Grad erreichen.

WM 2022: Gekühlte Stadien sind garantiert

Dass die WM-Stadien gekühlt werden, dürfte allen Beteiligten von Anfang an klar gewesen sein. Nicht umsonst wurden riesige Kühlgebläse auf der Höhe der Spielfelder installiert, und auch unter den Sitzen der Zuschauer befinden sich Lüftungsschlitze, kalte Luft unter die Zuschauer bringen sollen.

Das Kühlgebläse auf Höhe des Spielfeldes ist in den Stadien in Katar gut sichtbar.
Das Kühlgebläse auf Höhe des Spielfeldes ist in den Stadien in Katar gut sichtbar. © via www.imago-images.de

Dr. Saud Abdulaziz Abdul Ghani kommt eine Schlüsselrolle, laut FIFA-Website und offizieller Qatar2022-Homepage, hinter der Kühltechnologie in den Stadien zu. „Jedes Stadion wird auf eine angenehme Temperatur von etwa 20 Grad gekühlt“, verspricht der Professor für Ingenieurswesen. Aufgrund der „punktuellen Kühlung“ unterstreicht Abdul Ghani das „Engagement für Nachhaltigkeit und Umwelt“ welches den Kühlsystemen zugrunde läge.

Klimaanlagen möglicherweise deutlich energieintensiver als versprochen

Der Ansatz, den der katarische Ingenieur verfolgt, gilt als innovativ. Unter Einbeziehung der baulichen Gegebenheiten müsse nur ein Zehntel des Stadions direkt heruntergekühlt werden, damit alle Zuschauerplätze sowie das Spielfeld die angestrebten 20 Grad erreichten. Dies bezieht sich allerdings ausschließlich auf die Temperatur.

Auf Nachfrage des BR erklärt Thomas Schießl vom Karlsruher Institut für Technologie, warum die schöne neue Klimawelt Katars wohl doch nicht so energiesparend ist wie versprochen. „Wahrscheinlich wird man entfeuchten müssen, um Nebelbildung durch das Kühlen zu verhindern.“ Spätestens nach dem ersten Spiel Deutschlands gegen Japan in der Gruppe E wird man die ersten Stimmen deutscher Fans hören, wie sie das Kühl-Erlebnis in einem katarischen Stadion empfunden haben. (sch)

Holen Sie sich Ihr Deutschland-Trikot: Wir machen es Ihnen leicht: Melden Sie sich für den tz WM-Newsletter an, um eines von drei aktuellen Deutschland-Trikots (Größe: L) zu gewinnen. Und damit nicht genug: Der Newsletter informiert Sie täglich über alle Spielergebnisse und Geschichten rund um die WM! Das Gewinnspiel endet am 1. Dezember. (Zu den Gewinnspielbedingungen).

Auch interessant

Kommentare