Müller ist der Mainzer Held

Keeper bereitet als Kopfball-Ungeheuer Tor vor

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Heinz Müller jubelt nach dem Abpfiff

Mainz - Heinz Müller ist der Mainzer Held: Mit einer Kopfballvorlage bereitete er den Ausgleich vor. Anschließend überraschte er mit einer Aussage.

Der große Heinz Müller fühlte sich wie ein kleiner König. In der Nachspielzeit in den gegnerischen Strafraum geeilt, wurde der 1,96 Meter lange Torhüter des FSV Mainz 05 zum Kopfball-Ungeheuer. Seine Vorarbeit machte noch das 2:2 durch Nikolce Noveski gegen 1899 Hoffenheim möglich. „Ich wäre vor Freude am liebsten aus dem Stadion gerannt“, sagte der 35-Jährige.

Überraschende Aussage: "Das war einstudiert"

Herr Müller, Sie haben per Kopf die Vorarbeit zum Ausgleich in der Nachspielzeit geliefert. Wie haben Sie die Szene erlebt?

Heinz Müller: Das lief ein bisschen ab wie im Film. Ich weiß ja, dass Johannes Geis die Ecken vom Tor wegzieht. Ich bin also an die Strafraumgrenze gelaufen, damit ich noch draufgehen kann. Dann bin ich hochgesprungen, habe den Ball aufs Tor gedrückt und gebetet, dass er reingeht. Das ist dann ja auch so gekommen. Als das Tor gefallen ist, wäre ich am liebsten aus dem Stadion gerannt.“

Wie wichtig war dieses Tor und dieser Punkt nach den zurückliegenden fünf Pflichtspiel-Niederlagen in Folge?

Müller: Das ist mit Worten gar nicht zu beschreiben. Man hat gespürt, dass jeder Spieler viel Ballast mit sich herumschleppt. Es ist für jeden Spieler schwer, mit so einer Situation umzugehen. Dass wir die Serie erst einmal gestoppt haben, ist sehr wichtig. Auch wenn wir die erste Halbzeit aufarbeiten müssen, könnte die zweite Hälfte als Symbol für einen Neuanfang stehen.

Lebt es sich mit diesem Glücks-Erlebnis nun leichter in der Länderspielpause?

Müller: Jetzt gerade fühlt es sich jedenfalls sehr gut an. Auch wenn wir noch viel Arbeit vor uns haben, war es ein Riesenschritt für uns und ist Gold wert. Nach dem 0:2 zur Pause hat doch niemand mehr einen Pfifferling auf uns gesetzt. Aber jeder hat Willen gezeigt, keiner wollte verlieren, kein Ball wurde aufgegeben.

Nochmal zurück zu der Tor-Szene. Haben Sie sowas schon einmal im Training geübt?

Müller: Klar. Das war einstudiert...

Das Video der Aktion sehen Sie hier.

dpa/sid

Keeper-Klöpse! Legendäre Torhüter-Pannen in der Bundesliga

Auch Klasse-Keepern passieren mal Fehler - wir haben hier einige unvergessene seit dem Jahr 2000 für Sie zusammengestellt © dpa
30. September 2000 (Hertha BSC - 1. FC Köln 4:2): Markus Prölls Kölner Mannschaftskollege Dirk Lottner hat soeben per Elfmeter das 2:0 erzielt. Der FC-Keeper wartet auf den Wiederanstoß. Weil Pröll zu weit vor seinem Tor steht, schießt der Berliner Alex Alves (r., hier in einer Jubelszene) direkt aufs Tor - und zirkelt den Ball in den Torwinkel. © Getty
3. März 2001 (Hansa Rostock - Bayern München 3:2): In den Schlussminuten stürmt Nationaltorhüter Oliver Kahn in den gegnerischen Strafraum und faustet den Ball nach einem Eckball ins Rostocker Tor. Der „Titan“ sieht die Gelb-Rote Karte wegen absichtlichen Handspiels, die Bayern verlieren die Begegnung. © Getty
6. April 2002 (Energie Cottbus - Borussia Mönchengladbach 3:3): Nach einem abgefälschtem Schuss von Gladbachs Marcel Witeczek bleibt Energie-Schlussmann Tomislav Piplica wie angewurzelt auf der Torlinie stehen. Der Ball fällt ihm auf den Kopf und von dort ins Tor. © dpa
17. April 2004 (Schalke 04 - Bayer Leverkusen 2:3): In der 76. Minute trifft Leverkusens Keeper Jörg Butt per Foulelfmeter zum 3:1 und lässt sich ausgiebig feiern. Als er ins eigene Gehäuse zurücktrabt, ist der Ball bereits unterwegs. Schütze war der Schalker Mike Hanke aus dem Anstoßkreis heraus. © Getty
19. Februar 2006 (1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld 2:0): Bielefelds Schlussmann Mathias Hain will eine Ecke verhindern und eine Rückgabe weiterleiten - und schaufelt den Ball direkt vor die Füße von Lauterns Boubacar Sanogo, der den Ball ungehindert einschießt. © Getty
4. April 2009 (VfL Bochum - VfB Stuttgart 1:2): Stuttgarts Keeper Jens Lehmann fängt eine Flanke des VfL ab und segelt mit dem Ball ins eigene Tor. © Getty
4. Oktober 2009 (Hertha BSC - Hamburger SV 1:3): Herthas Ersatzkeeper Sascha Burchert sorgt für einen „Trottel-Doppelpack“. Zweimal kommt der Blondschopf weit aus seinem Tor gelaufen, um per Flugkopfball zu klären. Der Ball landete jedoch vor den Füßen der Hamburger David Jarolim und Ze Roberto, die Burchert aus 25 bzw. 40 Metern überlupfen. © Getty
7. August 2011 (FSV Mainz 05 - Bayer Leverkusen 2:0): Fabian Giefer im Tor der Mainzer will den Ball nach einer Rückgabe direkt weiterspielen - und baut einen Querschläger. Sami Allagui bedankt sich und schiebt den Ball ins Tor. © Getty
7. August 2011 (Bayern München - Borussia Mönchengladbach 0:1: Der neue Bayern-Keeper Manuel Neuer fliegt in seinem ersten Bundesligaspiel für den Rekordmeister nach einem langen Pass an der Strafraumgrenze an Ball und Gegner vorbei. Gladbachs Igor De Camargo trifft per Kopf. © Getty
19. Januar 2013 (Fortuna Düsseldorf - FC Augsburg 2:3): Nach einem langen Pass köpft der Düsseldorfer Juanan zu seinem Torhüter Fabian Giefer zurück, der den Ball jedoch durch die Beine rutschen lässt. Der Augsburger Sascha Mölders war Nutznießer beim 1:0 wie auch beim 3:0, als Giefer den FC-Stürmer anschießt und der Ball von dessen Hinterteil ins Tor trudelt. © Getty

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