Noch ein halbes Jahr

Khedira zum Thema EM: "Aktuell haben wir keine Chance…"

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Högschde Konzentration auf die EM: Löw und Khedira

München - Wie ernst ist die Lage in der Nationalmannschaft? Weltmeister Sami Khedira schlägt ein halbes Jahr vor der EM in Frankreich Alarm. Wie die Lage bei den übrigen Favoriten aussieht, lesen Sie im tz-Check.

Es ist ja noch Zeit. Ein gutes halbes Jahr, um genau zu sein. Will die deutsche Mannschaft nach dem WM-Sieg in Rio nun auch bei der EM in Frankreich den Titel holen, muss aber noch eine ganze Menge passieren. Dieser Meinung ist zumindest Sami Khedira. Sechs Monate vor dem EM-Startschuss in Paris und nach einer mehr als holprigen Quali schlägt der Weltmeister in Diensten von Juventus Turin Alarm.

Auf die Frage, ob das DFB-Team einen ähnlichen Zyklus wie seinerzeit die Spanier hinlegen könne, sagte Khedira der WamS: „Ausgeschlossen ist das nicht. Auch wenn es ein hartes Stück Arbeit wird. Aber wenn wir ehrlich sind, hätten wir in unserer aktuellen Verfassung keine Chance. Dafür waren die Leistungen in den vergangenen Monaten nicht gut genug. Ich denke, das ist jedem von uns bewusst. Jeder weiß, dass wir alle noch eine Schippe drauflegen müssen, wenn wir bei der EM um den Titel mitspielen wollen.“

Unklarheit auf der Außenverteidiger-Position, Ideenlosigkeit gegen mauernde Mannschaften und eine bisweilen schläfrige Abwehr waren treue Wegbegleiter während der zittrigen EM-Quali, Khedira geht es jedoch um etwas ganz anderes. „Wir müssen auf und neben dem Platz wieder eine geschlossene Einheit sein. Wenn uns das gelingt, wovon ich total überzeugt bin, sind wir nur schwer zu schlagen. Dann sind wir im Rennen um den Titel definitiv dabei“, so der 28-Jährige. „Mit 23 Egoisten holst du keinen Titel.“

Harte Worte vom Leitwolf. Wie die Lage bei den übrigen Favoriten aussieht, lesen Sie im tz-Check:

  • Spanien: Nach dem bitteren Vorrundenaus bei der WM hat die Selección den Generationenwechsel eingeleitet, Rücktritte wie die von Xavi oder Xabi Alonso haben Platz gemacht für neue Perlen wie Isco, Thiago oder Koke. Diese neuen Impulse gepaart mit der Erfahrung eines Casillas oder Piqué machen die Spanier wieder zu einem der Topfavoriten auf den dritten EM-Sieg in Folge. Die Quali mit 27 Punkten sowie die Serie von zuletzt sieben Siegen in Folge unterstreichen dies. Was Spanien einen Strich durch die Rechnung machen könnte? Interne Real-Barça-Streitereien, die zuletzt sogar in Pfiffen der eigenen Fans gegen Piqué mündeten.
  • Frankreich: Heim-EM, Sahnetruppe – aber kein Zusammenhalt! Der Bestechungsskandal um Karim Benzema, der seinen Teamkollegen Mathieu Valbuena angeblich mit einem Sexvideo erpresst haben soll, zeigt, dass „Liberté, Egalité, Fraternité“ nicht unbedingt für die Nationalmannschaft gelten. Nun ist Benzema gesperrt und sein Einsatz bei der Heim-EM ist in der Schwebe. Dabei hätten die Bleus so ein Potenzial: Griezmann, Martial, Pogba, FCB-Juwel Coman – so liest sich der Kader des absoluten Topfavoriten.
  • Italien: Bei der letzten EM war er mit seinem Doppelpack im Halbfinale gegen Deutschland die schillernde Figur, in den Planungen von Italiens Nationaltrainer Antoni Conte spielt Mario Balotelli jedoch keine Rolle mehr. Seit dem Erreichen des EM-Endspiels 2012, wo die Azzurri mit 0:4 gegen Spanien untergingen, hat sich einiges getan: Vorne genießt Graziano Pellè vom FC Southampton das Vertrauen des Allenatore, im Zentrum wird neben Dauerbrenner Pirlo PSG-Lenker Verratti immer wichtiger, hinten sorgen Erfahrung (Chiellini, Bonucci) und Talent (Darmian) für Ordnung. Die Quali verlief bis auf die anhaltende Torflaute ruhig, und dank Taktikgenie Conte ist wieder mit der Squadra zu rechnen.
  • Belgien: Auf Platz eins der FIFA-Weltrangliste steht nicht Deutschland oder Spanien, sondern Belgien. Und die Truppe um die beiden Edeltechniker Eden Hazard und Kevin de Bruyne ist – wie schon bei der WM – einer der nicht mehr so geheimen Geheimfavoriten. Warum? Weil sie auf jeder Position topbesetzt sind, Trainer Marc Wilmots sein Werk nun veredeln will und die Fans der Roten Teufel den kurzen Weg nach Frankreich nicht scheuen werden. Die Gruppe mit Italien, Irland und Schweden hat es aber erst mal in sich…

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