Hoffnung auf den "Hunter"

Huntelaar-Comeback beflügelt Schalke

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Auf Bilder wie diese hoffen die Schalker durch die Rückkehr von Klaas-Jan Huntelaar

Gelsenkirchen - Endlich wieder Fußball, endlich wieder Freude an der Arbeit. Für Klaas-Jan Huntelaar ist die Leidenszeit in Reha-Zentren und Arztpraxen zu Ende.

Eineinhalb Wochen vor dem Rückrundenstart des FC Schalke beim Hamburger SV kehrte der Torjäger am Mittwoch in das Mannschaftstraining zurück und macht seitdem ermutigende Fortschritte. Mit seligem Lächeln kommentierte der „Hunter“ sein Comeback: „Meine längste Vorbereitung aller Zeiten ist beendet. Die Jagdsaison beginnt.“

Derart kämpferische Worte waren ganz nach dem Geschmack der vielen Zaungäste auf dem Vereinsgelände. Die Genesung des Niederländers schürt beim Revierclub die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Champions-League-Ränge. Anders als beim missratenen Comebackversuch von Huntelaar im Oktober mit nachfolgender Operation bereitete der bereits im August erlittene Innenband-Teilriss im rechten Knie keine Probleme mehr. Läuft alles nach Plan, könnte der Torjäger spätestens am zweiten Rückrundenspieltag gegen Wolfsburg wieder dabei sein.

Ein Mitwirken in den Testspielen am Samstag gegen den 1. FC Köln und am Sonntag gegen Rot-Weiß Oberhausen schloss Trainer Jens Keller jedoch aus: „Das wäre verantwortungslos. Klaas-Jan hat fünf Monate nicht gespielt.“ Dagegen stellte der Fußball-Lehrer einen Kurzeinsatz des zuletzt angeschlagenen Kapitäns Benedikt Höwedes in Aussicht.

Mit dem Ausfall von Huntelaar am zweiten Spieltag begann für Schalke eine Saison voller Personalprobleme. Kreuzbandrisse bei Dennis Aogo und Marco Höger, Muskelverletzungen bei Julian Draxler, Jefferson Farfan und Höwedes sowie ein Syndesmoseriss bei Jan Kirchhoff erschwerten dem noch kurz vor der Winterpause vom Rauswurf bedrohten Keller die Arbeit. „Der eine oder andere Spieler kommt hinzu. Wir haben mehr Optionen“, kommentierte der Coach.

Wie Keller sehnt auch Manager Horst Heldt ein Ende der Pechsträhne herbei: „Ich hoffe, dass 2014 nicht wieder so ein Seuchenjahr wird wie das letzte Jahr.“ Weitere Rückschläge wären der ambitionierten Zielsetzung wenig zuträglich. Wie schon im Vorjahr soll die Mannschaft in der Rückrunde mehr Punkte als in der ersten Saisonhälfte sammeln und sich vom siebten Rang mindestens auf Platz vier verbessern. Allerdings müssen die Schalker zum Rückrundenstart am 26. Januar auf Nationalspieler Draxler verzichten, der auf Geheiß der Mediziner erst in der kommenden Woche das Lauftraining aufnehmen kann.

Sorgen bereitet zudem noch immer die Besetzung des defensiven Mittelfelds. Mit den verletzten Profis Aogo, Höger und Kirchhoff fehlen Keller Optionen für die Sechserposition. Zudem wurde Jermaine Jones in der Winterpause ein Wechsel nahegelegt. Nicht zuletzt deshalb prüft Heldt derzeit, ob ein Wintertransfer finanziell zu stemmen wäre. „Der Wunsch des Trainers ist nachvollziehbar. Aber es ist nicht entschieden, ob wir etwas tun“, sagte der Manager unlängst dem „Kicker“.

Torschützenkönige in der Bundesliga seit 1990

2011/2012: Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke): 29 Tore © AP
2010/2011: Mario Gomez (FC Bayern), 28 Tore. © ap
2009/2010: Edin Dzeko (VfL Wolfsburg), 22 Tore © Getty
2008/2009: Grafite (VfL Wolfsburg), 28 Tore © Getty
2007/2008 (FC Bayern München), 24 Tore © Getty
2006/2007: Theofanis Gekas (VfL Bochum), 20 Tore © Getty
2005/2006: Miroslav Klose (Werder Bremen), 25 Tore © Getty
2004/2005: Marek Mintal (1. FC Nürnberg), 24 Tore © Getty
2003/2004: Ailton (Werder Bremen), 28 Tore © Getty
2002/2003: Giovane Elber (FC Bayern München), 21 Tore © Getty
2002/2003: Thomas Christiansen (VfL Bochum), 21 Tore © Getty
2001/2002: Martin Max (TSV 1860 München), 18 Tore © Getty
2001/2002: Marcio Amoroso (Borussia Dortmund), 18 Tore © Getty
2000/2001: Ebbe Sand (FC Schalke 04), 22 Tore © Getty
2000/2001: Sergej Barbarez (Hamburger SV), 22 Tore © Getty
1999/2000: Martin Max (TSV 1860 München), 19 Tore © Getty
1998/99: Michael Preetz (Hertha BSC), 23 Tore © Getty
1997/98: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 22 Tore © Getty
1996/97: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 22 Tore © Getty
1995/96: Fredi Bobic (VfB Stuttgart), 17 Tore © Getty
1994/95: Heiko Herrlich (Borussia Mönchengladbach), 20 Tore © 
1994/95: Mario Basler (Werder Bremen), 20 Tore © Getty
1993/94: Anthony Yeboah (Eintracht Frankfurt), 18 Tore © Getty
1993/94: Stefan Kuntz (1. FC Kaiserslautern), 18 Tore © dpa
1992/93: Anthony Yeboah (Eintracht Frankfurt), 20 Tore © dpa
1992/93: Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen), 20 Tore © dpa
1991/92: Fritz Walter (VfB Stuttgart, links), 22 Tore © Getty
1990/91: Roland Wohlfahrt (FC Bayern München), 17 Tore © Getty
1989/90: Jörn Andersen (Eintracht Frankfurt), 18 Tore © Getty

Bei einer anderen Personalie vermeldete Heldt bereits am Donnerstag Vollzug. Erwartungsgemäß wird Torhüter Timo Hildebrand die Königsblauen am Saisonende verlassen. Die Verpflichtung des Düsseldorfers Fabian Giefer gilt als ausgemachte Sache. „Unsere Aufgabe ist es, bei Verträgen vor allem Entscheidungen für die Zukunft zu treffen“, kommentierte Heldt.

dpa

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