Hilfe von Kühne?

HSV hat knapp 100 Mio. Euro Schulden

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HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer (l) und HSV-Präsident Carl-Edgar Jarchow.

Hamburg - 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten drücken den HSV. Präsident Jarchow warnt vor falschen Schlussfolgerungen. Die DFL hat dem Verein die Lizenz ohne Auflagen erteilt.

100 Millionen Euro Verbindlichkeiten - die Finanzkrise beim klammen Hamburger SV hat Dimensionen erreicht, die man in der Hansestadt sonst nur vom Bau der Elbphilharmonie kennt. Wenige Tage vor der richtungweisenden Mitgliederversammlung am 19. Januar sorgen die neuen Zahlen im Norden für helle Aufregung. Während der Klub in seinen Schulden zu versinken droht, bietet sich der streitbare Investor Klaus-Michael Kühne erneut als Retter an.

Eine überteuerte Mannschaft, neue Schulden bei der Bank und die sportliche Erfolglosigkeit der vergangenen Jahre: Zum Ende des Geschäftsjahres weist die HSV-Bilanz nach übereinstimmenden Berichten Verbindlichkeiten in Höhe von 99,6 Millionen Euro aus. Doch ungeachtet der Negativzahlen der letzten Jahre (2010/11: 4,9 Millionen Euro Minus, 2011/12: 6,6 Millionen Euro Minus, 2012/13: 9, 8 Millionen Euro Minus) streben die Vereinsverantwortlichen für das aktuelle Geschäftsjahr nach wie vor die schwarze Null an. Die Liquidität sei gesichert, Auflagen habe der Verein im Lizenzierungsverfahren der DFL nicht erhalten.

Alarmierende Zahlen

Und dennoch hat Vorstandschef Carl Jarchow zurzeit alle Hände voll zu tun, die aufgebrachten Gemüter zu beruhigen. „Das Wort bedrohlich trifft nicht zu. Die Finanzlage ist so, dass wir unserer Maßgabe folgen und in den nächsten Jahren ein ausgeglichenes Ergebnis schaffen müssen“, sagte Jarchow der Bild-Zeitung. In diesem Geschäftsjahr sei man auf einem guten Weg.

Und doch machen sich viele Fans und Beobachter große Sorgen um den Bundesliga-Dino. Die Zahlen sind alarmierend. Große Teile der Fan-Anleihe in Höhe von 17,5 Millionen Euro für den Bau eines Nachwuchszentrums wurden angeblich bereits zum Stopfen der Löcher benutzt, zudem soll Vermarkter Sportfive als Gegenleistung für die Vertragsverlängerung auf die Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von 12,4 Millionen Euro verzichtet haben.

Die Finanzkrise ist hausgemacht. Viermal in Folge verpassten die Hamburger zuletzt die Qualifikation für den Europacup - und damit dringend benötigte Zusatzeinnahmen, um ihren Luxuskader zu finanzieren. Die momentanen Gehaltskosten liegen mit kolportierten 45 Millionen Euro deutlich höher als angestrebt (40). „Das ist unser Hauptproblem“, sagte Jarchow. Ladenhüter wie Robert Tesche, Michael Mancienne, Slobodan Rajkovic und Gojko Kacar sind noch immer nicht verkauft.

Investor fordert strukturelle Reform

In größter Not hat nun erneut Edelfan Kühne seine Unterstützung angeboten. Seine finanzielle Hilfe knüpft der schwerreiche Logistik-Unternehmer, der mit seinen Millionen bereits den Transfer von Rafael van der Vaart im Spätsommer 2012 maßgeblich mitfinanzierte, allerdings an die Bedingung, dass die Strukturreform „HSVPlus - Aufstellen für Europa“ umgesetzt wird. Die Initiative des ehemaligen HSV-Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst-Otto Rieckhoff, die die Umwandlung der Profi-Abteilung in eine Aktiengesellschaft vorsieht, bezeichnet Kühne als „beste Alternative zur bisherigen Vereinsstruktur“.

„Ich kann mir vorstellen, dieses Konzept als strategischer Partner in größerem Umfang zu unterstützen“, sagte der 76 Jahre alte Milliardär. Damit positionierte sich Kühne vor der Mitgliederversammlung am übernächsten Sonntag klar. Ihm sei wichtig, „dass der Verein wesentlich besser geführt wird. Er befindet sich in einer Negativspirale, die nur durch fundamentale Änderungen in der Grundstruktur und einhergehend mit der Neubesetzung wichtiger Schlüsselfunktionen in der Vereinsführung durchbrochen werden kann.“

Die erste Hürde für eine mögliche Strukturreform könnte am 19. Januar genommen werden. Eine einfache Mehrheit reicht, um den Vorstand zu beauftragen, die gewählte Reform vorzubereiten. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Initiativen, die um die Gunst der Vereinsmitglieder werben. Das sind neben „HSVPlus“ die Konzepte „HSV - Zukunft mit Tradition“, „HSV-Reform“, „Rautenherz“ und die Errichtung einer Stiftung.

"Hauptsache Italien!" Legendäre Fußball-Sprüche

"Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!" Andi Möller erklärte zwar 2013, dass er sich gar nicht an sein berühmtes Zitat erinnern könne. Dennoch zählt es zu den bekanntesten Fußball-Sprüchen. Wir haben hier einige legendäre für Sie zusammengestellt. © dpa
"Ich war auch schon mal in Spanien deutscher Meister!" Roy Makaay bei einem Interview nach der gewonnenen Meisterschaft. © picture alliance / dpa
"Jeder ist schon mal mit 1,07 Promille gefahren." Stefan Effenberg, nachdem er bei einer Polizei-Kontrolle erwischt wurde. © picture alliance / dpa
"In Gladbach ist so etwas bestimmt 20-mal passiert. Das gehört dazu. Ich find' das gut." Stefan Effenberg über die Ohrfeige, die Lizarazu im Training Matthäus verpasste. (Auf dem Bild trainiert Effenberg mit Sammy Kuffour). © picture-alliance / dpa/dpaweb
"Ja gut, am Ergebnis wird sich nicht mehr viel ändern, es sei denn, es schießt einer ein Tor." Franz Beckenbauer. © picture alliance / dpa
"Ja gut, der Rehhagel ist ein erstklassiger Trainer - zumindest in der zweiten Liga." Franz Beckenbauer lobt Otto Rehhagel. © picture alliance / dpa
"Das beste an der ersten Halbzeit war, daß Mario Basler nicht erfroren ist." Franz Beckenbauers Halbzeitfazit eines Bayernspiels im Winter. (Basler war nicht unbedingt für seine überragende Laufbereitschaft bekannt). © picture alliance / dpa
"Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben... Den Rest habe ich einfach verprasst." George Best blickt zurück. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
"Da muss erst einmal ein Schnupf.. äh Schneepflug drüber." Christoph Daum über die Platzverhältnisse in München. © picture alliance / dpa
"Man muss nicht immer die absolute Mehrheit hinter sich haben, manchmal reichen auch 51 Prozent." Christoph Daum rechnet. © picture alliance / dpa
"Schiedsrichter kommt für mich nicht in Frage, schon eher etwas, das mit Fußball zu tun hat." Lothar Matthäus auf die Frage, was er nach seiner Profi-Laufbahn beruflich plant. © picture-alliance / dpa
"Die Holländer sind vorne vom Feinsten bestückt." Oliver Kahn zeigt sich beeindruckt von den Qualitäten der "Oranjes". © picture-alliance/ dpa
"Es ist egal, ob ein Spieler bei Bayern München spielt oder sonstwo im Ausland." Erich Ribbeck. © picture-alliance/ dpa
"Jetzt weiß man, dass Erich Ribbeck wirklich keine Ahnung hat." Mario Basler (spielte im Ausland beim FC Bayern) nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der EM 2000. © picture-alliance / dpa
"Andere können sich ja gerne vor dem Spiel die Eier hart kochen." Andi Möller zum Vorwurf, ein Weichei zu sein. © picture-alliance / dpa
"Die meisten Spiele, die 1:0 ausgingen, wurden gewonnen." Günter Netzer schöpft aus seinem reichen Erfahrungssch atz. © picture alliance / dpa
"So etwas gibt es im Fußball nicht." Günter Netzer bei der WM 98 auf die Frage, was passiert, wenn Südkorea gegen Holland gewinnt. © picture alliance / dpa
"Gesundheit!" Mehmet Scholl auf die Frage, was er denn zum rumänischen Mittelfeldstar Gheorge Hagi - ausgesprochen "Hatschi" - sagen werde. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
"Fußball is' wie Schach - nur ohne Würfel." Lukas Podolski. © picture alliance / dpa
"Ein Drittel? Nee, ich will mindestens ein Viertel!" Horst Szymaniak stellt beim Gehaltspoker sein Verhandlungsgeschick unter Beweis. © picture-alliance/ dpa
"Also, ein normales Foul ist für mich nicht unfair." Uwe Seeler. © picture-alliance / dpa/dpaweb
"Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Bundestrainer sagte: 'Komm Stefan, zieh deine Sachen aus, jetzt geht's los'." Steffen Freund. © picture alliance / dpa
"Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts." Berti Vogts. © picture alliance / dpa
"Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben." Berti Vogts (auf dem Bild mit seiner Ex-Frau Monika). © dpa
"Ich glaube, dass der Tabellenerste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann." Berti Vogts und die Logik. © picture-alliance / dpa
"Ich wechsle nur aus, wenn sich einer ein Bein bricht." Werner Lorant zeigt sich als harter Knochen. © picture alliance / dpa
"Du sitzt hier locker bequem hier auf deinem Stuhl, hast drei Weizenbier getrunken und bist schön locker." Rudi Völler bepöbelt Waldemar Hartmann. © picture alliance / dpa
"In Island gibt es gar kein Weizenbier." Waldis Antwort. © picture alliance / dpa
"Ich sage nur ein Wort: 'Vielen Dank!'" Horst Hrubesch. © dpa
"Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen." Erich Ribbeck. © dpa
"Jeder, der mich kennt und der mich reden gehört hat, weiß genau, dass ich bald englisch in sechs oder auch schon in vier Wochen so gut spreche und Interviews geben kann, die jeder Deutsche versteht." Lothar Matthäus (vor seinem Engagement in New York). © picture-alliance / dpa
"Entweder ich gehe links vorbei oder ich gehe rechts vorbei." Dribbelkönig Wiggerl Kögl. © picture-alliance / dpa
"Es ist nichts scheißer als Platz zwei." Erik Meijer. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
"Wenn's denkst, ist's eh zu spät." Gerd Müller. © picture alliance / dpa
"Wir lieben uns alle - aber nur auf dem Platz." Erik Mykland © picture-alliance / dpa
"Wir waren in der 1. Halbzeit über 90 Minuten die überlegene Mannschaft." Claus Reitmaier. © picture alliance / dpa
"Eng." Mehmet Scholl auf die Frage, wie es war, als Bundeskanzler Kohl nach dem EM-Sieg 1996 in die Kabine kam. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
"Wenn's lafft, dann lafft's. Wenn net, dann net. Aber bei uns lafft's." Manfred Schwabl. © picture-alliance / dpa
"In den entscheidenden Momenten hat uns einfach das Pech gefehlt!" Danny Schwarz. © picture-alliance/ dpa
"Ich will an meinem rechten Fuß feilen." Michael Tarnat. © picture-alliance/ dpa
"Was soll der Scheiß, ich kann kein Englisch." Francesco Totti auf die Frage eines Journalisten, was er als echter Römer von dem Motto "Carpe diem" halte. © picture alliance / dpa
"Es ist nicht immer alles wahr, was stimmt." Stefan Wessels, der ehemalige Kölner Torhüter, befragt zu den Wechselgerüchten um Lukas Podolski. © picture-alliance/ dpa
"Die Schiedsrichter machen sich ja fast in die Hosen, wenn sie einmal gegen Bayern pfeifen müssen." Wolfgang Wolf, Nürnbergs ehemaliger Trainer nach einem durch ein Abseitstor verlorenen Spiel gegen Bayern München. © picture alliance / dpa
"Demichelis spricht sich 'De mitschelis', meine Damen und Herren, also'mit scharfem 'tsch' wie in 'Schule'." Moderator Jörg Wontorra © picture alliance / dpa
"Eine EM ist noch ausgeglichener besetzt als eine WM, weil bei einer WM auch Mannschaften vom anderen Kontingent sind." Michael Ballack. © picture alliance / dpa
"Wenn ich den Fans den Stinkefinger zeige, weiß ich, dass ich im nächsten Spiel ausgepfiffen werde. Das macht mich richtig geil auf das Spiel." Mario Basler. © picture-alliance / dpa
"Bedanken möchten wir uns auch bei den Fans, auf denen wir uns immer verlassen konnten." Andreas Brehme (zu Spielerzeiten). © picture-alliance / dpa
"Ich habe 'ne Oberschenkelzerrung im linken Fuß." Guido Buchwald. © picture-alliance / dpa/dpaweb
"Wir waren besonders motiviert. Dieser Trainer Camacho, Caramba oder wie der heißt, hat vor dem Spiel im spanischen Fernsehen gesagt, Fußball in Deutschland ist nur bumm, bumm, bumm. Nächstes Mal soll er die Fresse halten." Giovane Elber (nach dem 4:2-Sieg der Bayern bei Real Madrid). © picture-alliance / dpa
"Mir hamm a gut genugene Mannschaft." Dietmar Hamann (vor dem Spiel Deutschland-Island). © picture-alliance/ dpa/dpaweb
"Nein, da ist ja inzwischen Schnee über die Sache gewachsen." Andreas Herzog auf die Frage, ob er Olli Kahn, der ihm vor Jahren nach einem Gegentor an die Kehle sprang, noch böse sei. © picture alliance / dpa
"Ich will später noch eine Familie gründen. So bin ich auf der sicheren Seite." Marcell Jansen auf die Frage eines Kindes, warum er sich bei einem Freistoß immer die Hände vor sein bestes Stück hält. © picture alliance / dpa
"Ich weiß auch nicht, woran es liegt, dass wir immer, wenn wir führen oder zurückliegen, doch noch verlieren." Jens Jeremies. © picture-alliance / dpa/dpaweb
"Der Druck entlädt sich beim Torschuss - ein Wahnsinns-Feeling. So ähnlich wie beim Sex." Jürgen Klinsmann. © picture-alliance / dpa

Unterdessen vermeldeten die "Rothosen" einen "Zugang: Weltmeister Andreas Möller (46) wird in den kommenden neun Tagen beim HSV unter Trainer Bert van Marwijk hospitieren. Das gab der Klub auf seiner Internetseite bekannt. „Ich freue mich, dass mir der HSV dies ermöglicht. Es ist schön, bei so einem Klub und bei so einem Trainer Erfahrungen sammeln zu dürfen“, sagte Möller, der bereits 2005 seine Fußballlehrer-Lizenz machte, im Trainingslager in Abu Dhabi. Zuletzt war der 85-malige Nationalspieler als Manager bei den Kickers Offenbach tätig.

Bei der Verpflichtung von van Marwijk als Nachfolger für Thorsten Fink im September wollte der ehemalige Bondscoach Möller als Co-Trainer an seine Seite holen. Der Plan scheiterte am Widerstand der Klubführung. „Das stimmt. Bert hatte diese Idee. Doch das war zu dieser Zeit nicht möglich“, sagte Möller. Auch in der Zukunft sei ein Wechsel nach Hamburg nicht geplant. „Nein, darüber haben wir nicht gesprochen“, sagte Möller, der als Spieler bei Borussia Dortmund unter van Marwijk trainiert hatte.

Seine Zukunft sieht Möller auf dem Trainingsplatz - nicht mehr im Büro als Manager. „Es hat immer gejuckt, wieder auf dem grünen Rasen zu stehen“, sagte der ehemalige Regisseur des BVB, Schalke 04 und Eintracht Frankfurt: „Ich bin durch meine Tätigkeit im Management ein wenig raus, deshalb habe ich mich im letzten halben Jahr bei verschiedenen Vereinen umgeschaut und möchte dies auch bis zum Sommer tun.“ Zuletzt habe er bereits bei dem spanischen Top-Klub Atletico Madrid hospitiert.

sid

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