Offenbach und Koblenz hoffen auf Pokal-Wunder

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TuS-Trainer Petrik Sander hofft auf eine Sensation.

Koblenz - Die Offenbacher Kickers und TuS Koblenz hoffen auf eine weitere Sensation im DFB-Pokal. Die Drittligisten könnten mit einem Sieg gegen Erstligisten viel Geld verdienen.

Zweimal dritte gegen erste Liga: Die Achtelfinal-Nachholspiele im DFB-Pokal bergen nicht nur den Reiz von David gegen Goliath. Trainer Wolfgang Wolf fordert mit den Offenbacher Kickers seinen früheren Arbeitgeber 1. FC Nürnberg und darf von einem Knüller gegen den FC Schalke 04 träumen. “Ich habe dem Club viel zu verdanken, er mir aber auch. Gegen Freunde gewinne ich gern“, sagte Wolf. Die TuS Koblenz empfängt ebenfalls am Mittwoch (19.00 Uhr) den 1. FC Kaiserslautern zum Rheinland-Pfalz-Derby.

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

26. Mai 1985: Bayer 05 Uerdingen schlägt den FC Bayern München 2:1. Hier die Uerdinger Wolfgang (r.) und Friedhelm Funkel. © Bongarts/Getty Images
3. Mai 1986: FC Bayern München schlägt den VfB Stuttgart 5:2. Mit dabei waren die Spieler Dieter Hoeneß und Lothar Matthäus (v. l.) sowie Trainer Udo Lattek (r.). © Bongarts/Getty Images
20. Juni 1987: Der Hamburger SV schlägt die Stuttgarter Kickers 3:1 © Bongarts/Getty Images
28. Mai 1988: Eintracht Frankfurt schlägt den VfL Bochum 1:0 © Bongarts/Getty Images
24. Juni 1989: Borussia Dortmund schlägt Werder Bremen 4:1 © Bongarts/Getty Images
19. Mai 1990: 1. FC Kaiserslautern schlägt  Werder Bremen 3:2 © Bongarts/Getty Images
22. Juni 1991: Werder Bremen schlägt den 1. FC Köln 4:3 nach Elfmeterschießen © Bongarts/Getty Images
23. Mai 1992: Hannover 96 schlägt Borussia Mönchengladbach 4:3 nach Elfmeterschießen © Bongarts/Getty Images
12. Juni 1993: Bayer 04 Leverkusen schlägt Hertha BSC Berlin Amateure 1:0 © Bongarts/Getty Images
14. Mai 1994: Werder Bremen schlägt Rot-Weiß Essen 3:1 © Bongarts/Getty Images
24. Juni 1995: Borussia Mönchengladbach schlägt VfL Wolfsburg 3:0 © Bongarts/Getty Images
25. Mai 1996: 1. FC Kaiserslautern schlägt den Karlsruher SC 1:0 © Bongarts/Getty Images
14. Juni 1997: VfB Stuttgart schlägt den FC Energie Cottbus 2:0 © Bongarts/Getty Images
16. Mai 1998: FC Bayern München schlägt MSV Duisburg 2:1 © Bongarts/Getty Images
12. Juni 1999: Werder Bremen schlägt FC Bayern München 6:5 nach Elfmeterschießen © Bongarts/Getty Images
6. Mai 2000: Der FC Bayern München schlägt Werder Bremen 3:0 © Bongarts/Getty Images
26. Mai 2001: Der FC Schalke 04 schlägt 1. FC Union Berlin 2:0 © Bongarts/Getty Images
11. Mai 2002: Der FC Schalke 04 schlägt Bayer 04 Leverkusen 4:2 © Bongarts/Getty Images
31. Mai 2003: Der FC Bayern München schlägt den 1. FC Kaiserslautern 3:1 © Bongarts/Getty Images
29. Mai 2004: Werder Bremen schlägt Alemannia Aachen 3:2 © Bongarts/Getty Images
28. Mai 2005: Der FC Bayern München schlägt FC Schalke 04 2:1 © Bongarts/Getty Images
29. April 2006: Der FC Bayern München schlägt Eintracht Frankfurt 1:0 © Bongarts/Getty Images
26. Mai 2007: Der 1. FC Nürnberg schlägt den VfB Stuttgart 3:2 nach Verlängerung © Bongarts/Getty Images
19. April 2008: Der FC Bayern München schlägt Borussia Dortmund 2:1 nach Verlängerung © Bongarts/Getty Images
30. Mai 2009: Werder Bremen schlägt Bayer Leverkusen 1:0 © dpa
15. Mai 2010: Der FC Bayern München schlägt Werder Bremen mit 4:0 © dpa
21. Mai 2011: FC Schalke 04 schlägt MSV Duisburg 5:0. © dpa
12. Mai 2012: Borussia Dortmund schlägt den FC Bayern München mit 5:2. © dpa
1. Juni 2013: Der FC Bayern München besiegt den VfB Stuttgart mit 3:2 (1:0) © dpa
17. Mai 2014: Der FC Bayern München schlägt Borussia Dortmund mit 0:2 (0:0) in der Verlängerung © dpa

Die in eher bescheidenen Verhältnissen lebenden Drittliga-Clubs Offenbach und Koblenz hoffen nicht nur auf eine Sensation, sondern auf einen Geldregen. Der Einzug ins Viertelfinale garantiert jedem Club mindestens 1,2 Millionen Euro an Fernsehgeldern. Sollte dem OFC die nächste Überraschung gelingen, wartet bereits am kommenden Dienstag (20.30 Uhr) Schalke 04 als nächster Hochkaräter und könnte die Kassen weiter zum Klingen bringen: 1,5 Millionen Euro wären den Kickers durch die Live-Übertragung im ZDF sicher.

“Jetzt zählt nur der Mittwoch“, warnte Wolf Fans und Spieler des Tabellendritten jedoch davor, Luftschlösser zu bauen. Gleichzeitig sagte der 53-Jährige, der 2004 mit dem “Club“ in die Bundesliga aufgestiegen und im Oktober 2005 entlassen worden war: “Wir sind topfit, wir können auch Nürnberg ein Bein stellen.“

In der zweiten Runde hatte der Cup-Gewinner von 1970 schon Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb gekegelt. Das zum Abbruch freigegebene Stadion Bieberer Berg ist vielleicht zum letzten Mal mit 24 000 Zuschauern ausverkauft. “Wenn wir gewinnen sollten, wäre das wieder ein Fußball- Wunder“, meinte Sportmanager und Ex-Weltmeister Andreas Möller.

Die Nürnberger wollen mit einem Erfolg den Rückrunden-Fehlstart gegen Borussia Mönchengladbach korrigieren. “Wir werden alles dafür geben, die nächste Runde zu erreichen“, sagte Javier Pinola. Der Pokalsieger von 2007 muss erneut ohne den verletzten Ilkay Gündogan im Mittelfeld auskommen. Es gehe gegen Offenbach um viel für den 1. FCN, betonte Trainer Dieter Hecking: “Wir wollen möglichst an die Geldtöpfe kommen und Berlin im Auge behalten.“ Rund 600 000 Euro Fernsehgeld kassieren die Nürnberger gegen Offenbach, und auch sie spekulieren auf die 1,5 Millionen aus dem Schalke-Spiel.

Die Koblenzer würden bei einem Coup gegen den FCK im Viertelfinale ebenfalls Heimrecht haben - gegen den MSV Duisburg. TuS- Geschäftsführer Wolfgang Loos will sich aber keinen Illusionen hingeben: “Die Chancen stehen 1:99, alles andere als ein Lauterer Sieg wäre eine Sensation“, meinte er.

Doch nach den Überraschungs-Erfolgen gegen die Zweitligisten Fortuna Düsseldorf (1:0) und Hertha BSC (2:0) glaubt der Zweitliga- Absteiger an seine kleine Chance im mit 15 000 Zuschauern ausverkauften Stadion Oberwerth. “Wir müssen es schaffen, mit mannschaftlicher Geschlossenheit die höhere individuelle Qualität des FCK zu kompensieren“, sagte Trainer Petrik Sander.

Die Pfälzer, die von rund 7000 Fans ins knapp 150 Kilometer entfernte Koblenz begleitet werden, können ihren in der Bundesliga gesperrten Torjäger Srdjan Lakic einsetzen. “Wir sind klare Favoriten, aber wir wissen auch um die Schwere der Aufgabe und wollen den Gegner auf keinen Fall unterschätzen“, sagte Trainer Marco Kurz.

dpa

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