Bundesliga

Köln gegen Bremen: Hector-Comeback und ein später Ausgleich

Jonas Hector
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Kölns Mittelfeldspieler Jonas Hector gibt die Richtung vor.

Das Spiel des 1. FC Köln war gegen Bremen deutlich besser anzusehen als in den vorherigen Wochen. Beinahe hätte der FC trotzdem die achte Niederlage im zwölften Heimspiel kassiert. Doch dann kam Hector.

Köln (dpa) - Dass Kapitän Jonas Hector zwölf Minuten nach seinem Comeback zum Retter geworden war, gab seinem Trainer Markus Gisdol den Glauben zurück.

«Der Fußball-Gott hat gezeigt, dass er noch da ist», sagte Gisdol. Und bezog dies wohl auf die abgewendete Niederlage beim 1:1 (0:0) gegen Werder Bremen wie auch auf das persönliche Erlebnis für Hector.

«Es wäre zu viel gewesen, wenn der 1. FC Köln in diesem Spiel nicht wenigstens einen Punkt geholt hätte», sagte Gisdol. Dass sein Kapitän sieben Minuten vor Schluss den Ausgleich für den Tabellen-14. erzielte, sei «ein sehr schönes Erfolgserlebnis. Auch für ihn persönlich.»

Nachdem ihn eine Nackenverletzung am zweiten Spieltag zu einer fast dreimonatigen Pause gezwungen hatte, war der im Herbst still und leise aus der Nationalmannschaft zurückgetretene Hector ab Ende Januar sechs Wochen wegen einer Oberschenkelverletzung ausgefallen. «Gefühlt haben wir diese Saison ohne ihn gespielt», sagte Gisdol: «Jeder weiß, welche Bedeutung Jonas Hector für uns hat. Als Spieler auf dem Platz und als Führungsspieler. Er ist unser bester Spieler. Deshalb sind wir froh, dass er zurück ist.»

Hectors Freude hielt sich dagegen in Grenzen. Zu sehr ärgerten ihn die beiden verpassten Punkte im Abstiegskampf. Dass der FC diesmal deutlich aktiver und mutiger spielte, freute den 30-Jährigen aber. Sein Team habe gezeigt, «dass wir mit dem Ball was anfangen können», sagte der 43-malige Nationalspieler: «Das müssen wir weiter ausbauen, dann sehe ich dem Ganzen positiv entgegen.». Auch der zweite deutsche Ex-Nationalspieler Max Meyer stellte nach seinem Startelf-Debüt für die Kölner fest: «Das ist der Weg.»

Gisdol hatte sich für die vorsichtige Taktik in den Heimspielen gegen Augsburg (0:1), Hertha BSC (0:0) oder Stuttgart (0:1) mehrfach rechtfertigen müssen. Von der Diskussion zeigt er sich aber genervt. Sie sei «nicht so drastisch wie geschildert», sagte der 51-Jährige: «Da wird zu viel draus gemacht. Ich finde nicht, dass wir oft so defensiv stehen. Und wir haben schon mit beidem gepunktet.»

Zudem seien die Bremer, die trotz breit aufgestellter Offensive zuletzt überwiegend tief stehend, ein Beispiel für zweckmäßige Ausrichtung. «Sie haben 27 Punkte geholt, indem sie den Gegner sich oft die Zähne ausbeißen lassen. Das ist auch ein probates Mittel.» Findet auch sein Kollege Florian Kohfeldt. «Das war sicher kein Spiel für Feinschmecker», sagte er am Sonntag: «Aber wir müssen sehr ergebnisorientiert spielen.»

Ihren Weg zum erhofften Klassenerhalt suchen die Kölner also immer noch. Mit Kapitän Jonas Hector steigt zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn finden.

© dpa-infocom, dpa:210307-99-728564/5

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