Kollegen wählen Poldi zum "Absteiger der Saison"

+
Lukas Podolski durchlebte eine schwache Bundesliga-Saison 2009/10

Düsseldorf - Nationalspieler Lukas Podolski ist nach Ansicht seiner Kollegen der “Absteiger der Saison“ 2009/2010. Auch zwei FC-Bayern-Profis stehen auf der Schmähliste.

Zu dieser Überzeugung kamen 241 Bundesligaspieler, die das Fachmagazin “Kicker“ (Montag) befragte. Der ehemalige Bayern-Stürmer nimmt demnach mit 30,9 Prozent den unrühmlichen Spitzenplatz in dieser Rubrik ein. Hinter Podolski, der vor der Spielzeit von den Bayern zum 1. FC Köln zurückgekehrt war und für den FC nur zwei Erstligatore erzielt hatte, belegen “andere“ Spieler (18,7) vor den Münchnern Miroslav Klose (15,7) und Mario Gomez (14,3) Rang zwei.

Webseite kürt Flop-Rangliste der Bundesliga-Transfers

Die Webseite Goal.com hat eine Flop-Rangliste der Bundesliga-Transfers der aktuellen Saison zusammengestellt. Und spart dabei nicht mit Hohn und Spott. Hier sehen Sie die "Flop Ten" und Auszüge aus den (aus dem Englischen übersetzten) Begründungen. © Getty
10. Platz: Mineiro (FC Schalke 04) © Getty
Begründung von Goal.com: "Eine seltsame Verpflichtung von Schalke. [...] Als herausgefunden wurde, dass Mineiro unfähig ist, einen ordentlichen zentralen Mittelfeldspieler zu geben, hat Magath Peer Kluge und Alexander Baumjohann verpflichtet. Und dmit die Chancen des Ex-Chelsea-Manns, Spielzeit zu bekommen, endgültig beendet." © Getty
Platz 9: Mario Gomez (FC Bayern) © Getty
Begründung von Goal.com: "Wenn er in Form ist, ist er nicht zu stoppen. Leider aus Sicht der Bayern-Fans war der 'An'-Schalter diese Saison nur ein paar Wochen lang aktiviert." © Getty
Platz 8: Thomas Kahlenberg (VfL Wolfsburg) © Getty
Begründung von Goal.com: "Der amtierende Bundesliga-Meister hat gehofft, etwas Unterstützung für Spielmacher Zvjezdan Misimovic zu bekommen. [...] Aber Kahlenberg war unfähig, [...] den Druck von seinem bosnischen Teamkollegen zu nehmen." © Getty
Platz 7: Marcus Berg (Hamburger SV) © Getty
Begründung von Goal.com: "Er hat einfach zu viel gekostet für das, was er zurückgegeben hat." © Getty
Platz 6: Anatoli Timoschtschuk (FC Bayern) © Getty
Begründung von Goal.com: "Er hätte sich selbst wohl noch schlechter in der Rangliste erwartet. Aber man muss berücksichtigen, dass sein Ausschluss aus der Bayern-Startelf nur daran liegt, dass Kapitän Mark van Bommel gesetzt ist und Bastian Schweinsteiger als erste Option für die Mittelfeld-Zentrale hervorgetreten ist." © Getty
Platz 5: Artur Wichniarek (Hertha BSC) © Getty
Begründung von Goal.com: "Der polnische Nationalspieler zählte noch nie zu den größten Schützen der Bundesliga, aber zumindest ein paar Tore hätte man sich von ihm erwarten können." © Getty
Platz 4: Karim Ziani (VfL Wolfsburg) © Getty
Begründung von Goal.com: "Zugegeben: Er wurde immer wieder von Verletzungen geplagt, aber die meiste Zeit der Saison hat er gesund auf der Bank verbracht. Bei seinen wenigen Auftritten auf dem Platz wirkte er völlig von der Rolle." © Getty
Platz 3: Edson Braafheid (FC Bayern) © Getty
Begründung von Goal.com: "Er hat sich seinen Spitznamen 'Der holländische Lell' redlich verdient. Defensiv war der gebürtige Surinamer zu langsam, um mit vielen seiner Gegenspieler mitzuhalten. Offensiv war seine Leistung geradezu komisch. Es gibt zwei Dinge, die Braafheid nie im Leben in der gegnerischen Hälfte tun würde: 1) Den Ball mit dem rechten Fuß berühren. 2) Ihn nach vorne zu spielen, oder auch nur quer. Deswegen wurde er auf die Bank versetzt und im Januar dann zu Celtic verschifft." © Getty
Platz 2: Raul Bobadilla (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Begründung von Goal.com: "Er hat Coca-Cola als weltgrößten 'bottler' abgelöst. [...] Er hat es sogar geschafft, das Ziel zu verfehlen, als gegen Bremen der Torwart nicht in Position war." © Getty
Platz 1: Lukas Podolski (1. FC Köln) © Getty
Begründung von Goal.com: "Von einem Mann, der behauptet, seinen Heimatclub zu lieben, würde man viel, viel mehr Einsatz erwarten. [...] Bei Freistößen schickt er den Ball in der Regel in den erdnahen Orbit. Es sei denn, er spielt gegen Bayern. In diesem Fall schöpft er sein Potenzial aus und trifft." © Getty

Das Positiv-Pendant zu Podolski ist Thomas Müller. Der Angreifer des deutschen Meisters und Pokalsiegers aus München wurde mit 39,0 Prozent der Stimmen zum “Aufsteiger der Saison“ gekürt. “Andere“ Profis, die ebenfalls nicht namentlich aufgeführt sind, folgen mit 29,0 Prozent vor Marco Reus von Borussia Mönchengladbach (10,8) und dem Leverkusener Toni Kroos (7,9) an zweiter Position.

Als Mannschaft in der Rubrik “Überraschung der Saison“ überzeugte der FSV Mainz 05 am meisten. 40,2 Prozent entschieden sich für den Aufsteiger. Der künftige Champions-League-Starter Schalke 04 (35,4) folgt vor Borussia Dortmund (10,8) an zweiter Stelle. Mit Abstand die meisten Stimmen, nämlich 74,1 Prozent, erhielt Absteiger Hertha BSC in der Rubrik “negative Überraschung der Saison“.

Die kuriosesten Geschichten der Bundesliga-Saison

 © Getty
GEISTERSCHÜTZEN: Beim 3:5 in Gladbach sorgt Hannover 96 für ein Novum in der Liga. Karim Haggui erzielt gleich zwei Eigentore, sein Mitspieler Constant Djakpa (Foto) trifft ebenfalls ins eigene Netz. Aller schlechten Dinge sind drei. “Eigentlich kann man nur darüber lachen - wenn es nicht so traurig wäre“, sagt der tunesische Nationalspieler Haggui. © Getty
BRILLENDIEB: Beim Spiel des VfB Stuttgart in Mainz rammt Ex- Nationalkeeper Jens Lehmann kurz vor Schluss Aristide Bancé im Strafraum zu Boden und sieht Rot. Durch den fälligen Strafstoß muss der VfB noch das 1:1 hinnehmen. Lehmann flüchtet aus dem Stadion, auf der Suche nach einem Taxi. Einem Fan, der ihn anspricht, reißt er die Brille von der Nase und gibt sie ihm erst auf hartnäckige Nachfrage wieder. © Sky/DSF
FRECHER KERL: Und wieder steht Lehmann (hier beim Schiri-Protest) im Mittelpunkt. Beim Stande von 0:1 in Hannover stürmt der VfB-Keeper auf Balljunge Aron Schulz zu. Der 14-Jährige wirft den Ball über Lehmann hinweg - und bringt ihn damit zur Weißglut: “Unfassbar, hier sind sogar die Balljungen Betrüger.“ Ein paar Monate später die Versöhnung im ZDF-Sportstudio: Der 40 Jahre alte Profi umarmt den Teenager: “Ist doch alles nicht so schlimm.“ © Getty
DER ARME TOR: Früher gab es “Pannen-Olli“ für solche Szenen. André Lenz, Schlussmann des VfL Wolfsburg, sieht in Leverkusen denkbar unglücklich aus. Zuerst rutscht ihm der Ball durch die Hände - 0:1, dann legt er mit einem Eigentor nach - 0:2. Dabei blieb's. Der Stellvertreter von Diego Benaglio entschuldigt sich bei der Mannschaft - und verblüfft mit der Erklärung: Ohne sein Zutun “hätte der VfL hier 2:0 gewonnen“. © Getty
DOPPEL-JOKER: Eintracht Frankfurt hätte Juvhel am liebsten in Gold gefasst. Der 19-jährige Tsoumou mit dem glanzvollen Vornamen ist erst vier Minuten auf dem Platz, als er in der 87. Minute das 1:1 gegen den großen FC Bayern erzielt. 104 Sekunden später trifft in Martin Fenin ebenfalls ein Einwechselspieler zum überraschenden 2:1. “Das war wie in einem Weltmeisterschaftsfinale“, sagt Tsoumou. © Getty
KURZARBEITER: Nach 188 Sekunden war für den Mainzer Mittelfeldstrategen Andreas Ivanschitz die Partie in Nürnberg beendet - Rote Karte. So schnell war noch nie ein Bundesliga-Profi vom Platz geflogen. Der Österreicher hatte versucht, “Club“-Abwehrspieler Javier Pinola in den Allerwertesten zu treten. Manager Christian Heidel machte Ivanschitz für die Niederlage verantwortlich: “Eigentlich müsste er die Reisekosten übernehmen.“ © Getty
WIEDERHOLUNGSTÄTER: Der gerade eingewechselte Hertha-Ersatzkeeper Sascha Burchert kassiert beim 1:3 gegen den HSV zwei fast identische Tore innerhalb von drei Minuten. Zweimal will der 19-Jährige durch Flugkopfbälle retten, dann treffen David Jarolim aus 25 und Zé Roberto aus 40 Metern mit Bogenlampen ins verwaiste Tor. “Ich habe zwei Bälle geklärt. Ich trage an den Toren keine Schuld“, meinte der blamierte Keeper. © Getty
PECHVÖGEL: Für Absteiger Hertha BSC kam's ganz dick in dieser Saison. Unvermögen, unglückliche Gegentore, zweifelhafte Schiedsrichter- Entscheidungen. Gegen den 1. FC Köln haben die Berliner 16:2 Torschüsse - und verlieren 0:1. Sinnbildlich für den Absturz: Raffael trifft innerhalb von sechs Sekunden erst den rechten, dann den linken Torpfosten. © Getty
GESTÜRZTER TRAINER: Bei Bayern Münchens 3:2 in Bremen rennt Siegtorschütze Arjen Robben auf Louis van Gaal zu, der weicht zurück, stolpert und fällt hin. Am Ende liegen beide Niederländer jubelnd am Boden. Großes Gelächter, als die Spieler sich später die Szene im Fernsehen anschauen. Robben: “Das sah sehr komisch aus. Ich glaube, er ist ausgerutscht. Das ist natürlich ein Spaß für die Mannschaft.“ © Getty
CRASH-TEST-DUMMY: Maik Franz von Eintracht Frankfurt gilt als einer der härtesten Knochen im Profigeschäft, der weder sich selbst noch die Gegner schont. Einer war allerdings härter als “Iron Maik“: Im Training prallte der Abwehrspieler gegen einen der “Pappkameraden“, die gerne für Freistoßübungen verwendet werden. Die Folge: eine tiefe Risswunde unter dem linken Knie, die mit vier Stichen genäht werden musste. “Dummer Dummy“, meint Franz. © Getty

30,8 Prozent der befragten Erstliga-Kicker trauen der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika das Erreichen des Halbfinales zu. An einen Titelgewinn des Teams von Bundestrainer Joachim Löw glauben immerhin 19,6, an den Einzug in das Viertelfinale 28,3 Prozent.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Deutschland gegen Weißrussland im Ticker: Traumtor-Festival und starker Neuer: DFB-Elf macht EM-Quali klar
Deutschland gegen Weißrussland im Ticker: Traumtor-Festival und starker Neuer: DFB-Elf macht EM-Quali klar
Torwart rastet in der B-Klasse München aus - Trainer: „Diese Gewalt in 20 Jahren nie erlebt“
Torwart rastet in der B-Klasse München aus - Trainer: „Diese Gewalt in 20 Jahren nie erlebt“
Wieder Ärger um Neymar: Was machte er da in Barcelona?
Wieder Ärger um Neymar: Was machte er da in Barcelona?
Premier League: So sehen Sie FC Liverpool gegen Manchester City heute live im TV und im Live-Stream
Premier League: So sehen Sie FC Liverpool gegen Manchester City heute live im TV und im Live-Stream

Kommentare