Team und Bosse geben kein gutes Licht ab

Kommentar zum DFB: Ein Verband am Scheideweg

Nach der WM-Blamage von 2018 sollte beim DFB alles besser werden. Doch knapp ein Jahr vor der EM 2021 kommen zumindest in der Öffentlichkeit Zweifel auf. Ein Kommentar von tz-Sportredakteur Manuel Bonke.

Kiew - Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich am sportlichen und gesellschaftlichen Scheideweg: Gelingt es dem DFB, seinem Vorzeige-Produkt wieder neues Leben einzuhauchen - oder versinkt es im Niemandsland?

Die einzige Möglichkeit, den zunehmenden Bedeutungsverlust zu vermeiden, ist ein erfolgreiches Abschneiden bei der Europameisterschaft im kommenden Jahr.

Präsident Fritz Keller hat zwar das EM-Halbfinale als Ziel ausgerufen, doch angesichts der aktuellen Krise kann dem gebeutelten Verband wohl nur ein Finaleinzug neuen Glanz verleihen. Doch für diese sportliche Vorstellung fehlt momentan die Fantasie.

DFB am Scheideweg: Viele Sympathien verloren - aber wie zurückgewinnen?

Gleiches gilt für die Wiederherstellung der verlorenen Sympathien durch das öffentliche Auftreten des Verbands.

Die Kritik von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge ist daher absolut berechtigt, wenn er über den WM-Triumph 2014 sagt: „Es wurde versucht, diesen großen Erfolg finanziell auszunutzen. Mit großen neuen Sponsoring-Verträgen und vielem mehr.“

Und trotzdem scheinen einige DFB-Obere ihren Hals nicht voll genug zu bekommen, wie die jüngsten Steuer-Razzien beweisen. Wie dieses Verhalten beim Fan ankommt, kann man sich denken. (bok)

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