Dabei hat er Özil noch kritisiert

Kommentar zu Matthäus‘ Foto mit Putin: Ein falsches Vorbild

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Alle recht freundlich bitte: Lothar Matthäus (l.) steht für ein Foto mit Russlands Präsident Wladimir Putin (3. v. l.) parat.

Während seines WM-Besuchs schaut Lothar Matthäus bei Russlands Präsident Wladimir Putin vorbei. Dabei bleibt auch Zeit für ein Foto. tz-Sportredakteur Jonas Austermann kommentiert den Fehltritt des Rekordnationalspielers.

München - Erst Mesut Özil und Recep Tayyip Erdogan, jetzt Lothar Matthäus und Wladimir Putin. Wieder hat sich ein bedeutender deutscher Fußballer mit einem menschenrechtsverachtenden Präsidenten ablichten lassen. Nach Özils Foto war der Aufschrei zu Recht groß, die Nachwirkungen von Erdogate halten den DFB noch fast zwei Monate nach besagtem Treffen in Atem. Matthäus’ Verhalten ist genauso hart zu verurteilen, wenn nicht härter.

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Der 57-Jährige ist von der ­Fifa nach Russland eingeladen worden, hat an mehreren öffentlichen Events teilgenommen. Der negative Höhepunkt: ein Besuch im Kreml. Zu Gast bei Putin schüttelte Matthäus nicht nur artig die Hand des Machthabers, er verkündete auch: „Dies ist eine der besten Weltmeisterschaften, die ich in den vergangenen 40 Jahren gesehen habe. Vielen Dank für diese Weltmeisterschaft, Herr Präsident.“

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Anders als Özil ist Matthäus kein aktiver Nationalspieler mehr, er vertritt den DFB aber als Ehrenspielführer trotzdem bei jedem Auftritt. Und mit seinen fast 20 Jahren mehr an Lebenserfahrung sollte der Weltmeister von 1990 wissen, wo die Grenzen zwischen PR und Propaganda verlaufen. Nach Özils Foto mit Erdogan hatte Matthäus gesagt: „Er ist sich nicht bewusst, was die Menschen in Deutschland von einem Nationalspieler erwarten.“ Als Vorbild kann Matthäus selbst nicht dienen...

Kritisiert Lothar Matthäus‘ Auftritt im Kreml: Für tz-Sportredakteur Jonas Austermann ist der Rekordnationalspieler kein gutes Vorbild.

Jonas Austermann

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