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Kroos legt nach Kritik von ZDF-Sportchef nach: „Das hat er nicht gut gemacht“

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Von: Antonio José Riether

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Toni Kroos giftete nach dem Champions-League-Finale gegen einen ZDF-Reporter. Kommentator Béla Réthy und ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann nehmen diesen in Schutz.

Update vom 29. Mai, 20.45 Uhr: Nachdem ihn Kommentator Béla Réthy schon live auf Sendung verteidigte, erhält ZDF-Reporter Nils Kaben weitere Unterstützung vom eigenen Sender. ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann räumte zwar ein: „Diese Situationen direkt nach Schlusspfiff sind immer besonders. Vielleicht hätte der Kollege noch etwas bei den Emotionen bleiben und ein wenig später zum Kern des Spiels kommen sollen.“

Allerdings kritisierte er vor allem Kroos: „Grundsätzlich waren die Fragen berechtigt und kein Grund, das Interview abzubrechen.“ Ein klärendes Gespräch der beiden hält er nicht für nötig. „Man sollte die Kirche im Dorf lassen.“

Kroos selbst erklärte seine abfällige Reaktion am Sonntag so: „Ich fordere nicht mehr Respekt. Ich habe nach einem gewonnenen Champions-League-Finale nur eher positiv angelegte Fragen erwartet. Das hat er nicht so gut gemacht, finde ich.“

Toni Kroos poltert gegen ZDF-Reporter - bei der dritten Frage kippt die Stimmung

Erstmeldung vom 29. Mai: Paris - Nach umkämpften 90 Minuten setzte sich Real Madrid im Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool mit 1:0 durch. Die Spanier hatten es erwartungsgemäß nicht leicht gegen den Premier-League-Vizemeister, weshalb die Emotionen beim ein oder anderen Akteur nach Abpfiff hochkochten. Einer davon war Toni Kroos, der gereizt auf die Fragen des ZDF-Reporters Nils Kaben reagierte, ehe er das Interview vorzeitig abbrach.

Die ersten beiden Fragen hatte Kroos direkt nach dem Abpfiff noch recht ruhig beantwortet. Kaben hatte den 32-Jährigen zunächst gefragt, ob dieser selbst schon seinen fünften Champions-League-Titelgewinn realisiert habe. „Dem ist nichts hinzuzufügen“, antwortete der Ex-Nationalspieler knapp.

Auch auf die Frage, weshalb er nach Spielende lange ins Publikum gesehen habe, antwortete der Greifswalder ebenfalls noch professionell. „Ich habe geschaut, wo meine Familie ist, weil das ein ganz besonderer Titel für mich ist. Heute waren alle im Stadion. Ich habe immer gesagt, dass ich schon das ein oder andere Mal die Champions League gewonnen habe, aber ich wollte immer, dass alle Kinder im Stadion sind“, so Kroos. Bei der dritten Frage wirkte den Real-Profi allerdings schon gereizter.

Toni Kroos schießt gegen ZDF-Mann Nils Kaben - „Jetzt stellst du mir zwei solche Scheiß-Fragen“

Auf die Nachfrage, ob der Sieg angesichts des Spielverlaufs, gar nicht so selbstverständlich war, meint Kroos: „Pfff, was ist schon selbstverständlich? Die Champions League zu gewinnen, ist auch nicht selbstverständlich. Wir haben einen großen Fight geliefert, wir wussten, dass Liverpool eine super Mannschaft ist. Was heißt nicht selbstverständlich? Wir haben gewonnen, fertig!“ Dem aufgebrachten Kroos wurde kurz darauf die letzte Frage gestellt, die das Fass zum Überlaufen brachte.

„War das überraschend für Sie, dass Real Madrid doch ganz schön in Bedrängnis geraten ist?“, wollte Kaben wissen, woraufhin Kroos antwortete: „Du hattest jetzt 90 Minuten Zeit, dir vernünftige Fragen zu überlegen, ehrlich. Und jetzt stellst Du mir zwei solche Scheiß-Fragen. Das finde ich Wahnsinn! Das ist doch klar, dass du gegen Liverpool manchmal in Bedrängnis kommst. Was ist das denn für eine Frage?! Wir spielen ja nicht Gruppenphase irgendwo, sondern Champions-League-Finale“, stellte er klar und polterte im Hintergrund weiter. „Du stellst erst drei negative Fragen, da weißt Du doch schon, dass Du aus Deutschland kommst“, meinte Kroos gut hörbar für die Mikrofone.

Béla Réthy verteidigt seinen ZDF-Kollegen - letzter Final-Einsatz für den legendären Kommentator

Béla Réthy war sichtlich bemüht, die Situation vernünftig zu moderieren. „Da war er ein bisschen verärgert, der Toni Kroos. Aber der Kollege Nils Kaben wollte nur darauf hinaus, dass der FC Liverpool statistisch gesehen mit einem Torschussverhältnis von 21:3 hoch überlegen war. Das war die eigentliche Message. Aber in der Emotion treibt das Adrenalin die seltsamen Blüten. Schwamm drüber“, verteidigte Réthy seinen Kollegen.

Für ZDF-Kommentator Béla Réthy war es das letzte Finale seiner jahrzehntelangen Laufbahn.
Für ZDF-Kommentator Béla Réthy war es das letzte Finale seiner jahrzehntelangen Laufbahn. © Jan Huebner/imago-images

Réthy hatte sich bei seinem besonderen Abschied eine einfachere Aufgabe gewünscht. Der langjährige Kommentator war zum letzten Mal in seiner Fernsehkarriere bei einem Endspiel im Einsatz. Von 1996 bis 2018 kommentierte der in Wien geborene Sportjournalist alle vom ZDF übertragenen Finalspiele der Welt- und Europameisterschaften. Nun geht der 65-Jährige nach mehr als 35 Jahren in den Ruhestand. (ajr)

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