FC Bayern: Van Gaal erleichtert und besorgt

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Louis van Gaal stand in Hoffenheim im Fokus der vielen Fotografen.

München - Der FC Bayern hat die Krise abgewendet, muss aber im Spitzenspiel am Samstag gegen Mainz ohne Franck Ribéry planen. Der Franzose hat in Hoffenheim eine Sprunggelenksverletzung erlitten.

Der FC Bayern ist wieder da - aber Franck Ribéry erst einmal weg vom Fenster. Die Münchner haben den 2:1-Last-Minute- Sieg bei 1899 Hoffenheim teuer erkauft und müssen nach dem Ausfall von Arjen Robben vorerst auf einen weiteren Superstar verzichten. Der französische Flügelflitzer humpelte am Mittwochmorgen mit bandagiertem rechten Knöchel in die Praxis von Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. “Ich denke, dass es eine sehr schwere Verletzung ist“, sagte Louis van Gaal noch vor der endgültigen Diagnose.

Im Bundesliga-Schlager gegen den Sensationsspitzenreiter FSV Mainz 05 am Samstag muss der Trainer ohne Ribéry planen. Der Angreifer jubelte nach dem Ausgleich durch Thomas Müller (62.), der die Torlosigkeit der Bayern nach 333 Minuten beendet hatte, nicht, sondern blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Nach seinem Schuss, den Hoffenheims Torwart Daniel Haas nur hatte abklatschen können, war Ribéry umgeknickt. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge befürchtete gleich, “dass im Bänderapparat etwas kaputt ist“. Ribérys Leidensliste seit seinem Wechsel 2007 nach München ist mittlerweile lang: Erst nach der WM im Sommer war der 27-Jährige an beiden Leisten operiert worden.

Bis zu seiner Auswechslung in der 64. Minute war Ribéry einer der Aktivposten seiner Mannschaft. Die zuvor in drei Ligaspielen torlosen Bayern hatten bereits nach 36 Sekunden das 0:1 durch Vedad Ibisevic kassiert und im ersten Durchgang alle Mühe mit den geschmeidigen Hoffenheimern, durften am Ende aber aufatmen: Daniel van Buyten bugsierte den Ball in der 91. Minute mit dem Oberschenkel zum 2:1 über die Torlinie.

Nicht nur Ralf Rangnick kam die Szene vor, als spiele ihm jemand einen altbekannten Film vor: 2008 in München erzielte Luca Toni ebenfalls in der Nachspielzeit den Siegtreffer. “Das ist ärgerlich, ist aber kein Beinbruch“, sagte der 1899-Coach nach der ersten Saisonniederlage. “Jetzt geht es darum, dass uns dieses Tor in Zukunft nicht weiter beschäftigt.“

Sein Kollege van Gaal hatte sich bereits ausgemalt, wenn auch der Auftritt beim Emporkömmling aus Nordbaden schief gegangen wäre: “Wenn wir verloren hätten...“, meinte er mit einer ausholenden Handbewegung: “Krise in München! Druck! Und die Spieler hätten weniger Selbstvertrauen gehabt.“ Aber jetzt, sagte der Niederländer, sei er sehr zufrieden. “Die Spieler sind sehr erleichtert. Ich glaube, dass wir einen großen Schritt gemacht haben.“

Sieben Punkte trennen den Champions-League-Finalisten dennoch von Mainz. Und so gibt es für van Gaal am nächsten Spieltag nur eines: “Wir können nicht verlieren am Samstag, auch nicht unentschieden spielen, weil die Distanz dann zu groß wird.“ Er erwartet die kessen Rheinhessen “sehr verteidigend. Es sind nicht viele Vereine, die in der Allianz-Arena nach vorne spielen. Aber ich kann das verstehen.“

In die Defensive ging der 59-Jährige auch persönlich beim Thema Vertragsverlängerung. Am Montag tagte der Aufsichtsrat der Bayern, der Rekordmeister will seinen Trainer über den 30. Juni 2011 hinaus halten. “Wir sind interessiert, dass er verlängert“, betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erneut. Dass bereits alles in trockenen Tüchern sei, könne er nicht bestätigen. “Da müssen wir noch sprechen, da habe ich auch noch Bedingungen“, erklärte van Gaal. “Wann das Gespräch stattfindet, müssen wir noch abwarten. Ich denke vor Weihnachten.“ Unterschreiben soll er bis 2012. Denn sein “Traum“, so der frühere holländische Nationalcoach (2000 bis 2002), bleibe, noch einmal eine Ländermannschaft zu trainieren und zur WM zu führen.

dpa 

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