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Krisenduell: VfB siegt zu zehnt in Frankfurt

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Stuttgarts Khalid Boulahrouz (M) wird von den Frankfurtern Benjamin Köhler (l) und Pirmin Schwegler (r) angegriffen. © dpa

Frankfurt/Main - Ein Doppelschlag in Unterzahl hat dem VfB Stuttgart einen unverhofften Erfolg im Krisengipfel beschert und die schwarzen Serien von Eintracht Frankfurt verlängert.

Obwohl Kapitän Mathieu Delpierre frühzeitig die Rote Karte für eine Tätlichkeit sah (15.), gewann der VfB noch 2:0 (0:0) bei den Hessen. Martin Harnik (64.) und Tamas Hajnal (68.) schossen den bisherigen Tabellen-Vorletzten Richtung rettendes Ufer. Die Hessen bleiben in der Rückrunde ohne Sieg und Tor und kommen der Abstiegszone nun bedrohlich nah.

Schon nach einer Viertelstunde gab es Riesenaufregung: Vor einem Freistoß für Stuttgart fiel abseits des Balles im Strafraum Eintracht-Manndecker Maik Franz auf den Rasen. Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigte nach Rücksprache mit seinem Assistenten, der einen Ellenbogencheck gesehen hatte, dem verdutzten VfB-Verteidiger Khalid Boulahrouz die Rote Karte. Erst nach längeren Diskussionen stellte Stark, der in der Hinrunde heftig in die Kritik geraten war, in Delpierre den wahren Sünder vom Feld.

Franz sah Gelb, weil der Innenverteidiger dem VfB-Kapitän auf den Fuß gestiegen war und ihn damit offenbar provoziert hatte. VfB-Sportdirektor Fredi Bobic erinnerte im TV-Sender Sky daran, dass Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann in der vorigen Saison Rot von Stark gesehen hatte, weil er in Mainz einem Gegenspieler auf den Fuß gestiegen war.

Nach dem ordentlichem Frankfurter Start war von einer Überzahl nichts zu spüren. Die schwächste Rückrundenmannschaft hatte Chancen vor allem durch ruhende Bälle und in der Luft. Einen Kopfball von Marco Russ hielt Sven Ulreich (5.), der am Donnerstag gegen Sporting Lissabon wegen der Gehirnerschütterung von Marc Ziegler nach seiner Verbannung wieder unverhofft ins Tor zurückgekehrt war. Auch einen Kopfball von Theofanis Gekas (38.) fischte Ulreich noch heraus.

Der VfB besaß bei einem der wenigen Gegenangriffe eine glänzende Chance. Der Japaner Shinji Okazaki scheiterte am herausgelaufenen Schlussmann Ralf Fährmann (29.), der den verletzten Oka Nikolov ersetzte. Trainer Michael Skibbe fehlten sechs Akteure, darunter auch Kapitän Patrick Ochs wegen einer Magen-Darm-Grippe. Bei Stuttgart waren die WM-Teilnehmer Cacau und Serdar Tasci wieder dabei.

Die Hausherren übernahmen in zweiten Hälfte das Kommando gegen die Schwaben, denen das Europa-League-Spiel vom Donnerstag in den Knochen zu stecken schien. Ein Schuss von Gekas in der 56. Minute prallte nach zehn torlosen Frankfurter Stunden vom Innenpfosten zurück. Zwei Minuten später parierte Ulreich einen Kopfball von Martin Fenin. Aus dem Nichts fiel dann auf der Gegenseite das Tor: Harnik staubte ab, nachdem Fährmann einen Schuss des eingewechselten Timo Gebhart abprallen ließ. Den zweiten Gegentreffer leitete Fährmann mit einem verunglückten Abstoß ein, Hajnal vollendete den Angriff mit einem Heber. Die Eintracht reagierte mit wütenden Angriffen, konnte Ulreich aber nicht überwinden. So verhinderte der gute Keeper bei einem Flachschuss von Gekas mit einem tollen Reflex das Anschlusstor (77.), das danach auch bei weiteren Möglichkeiten nicht mehr fiel.

Von Lars Reinefeld, dpa

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