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Kult in Köln und Köpenick: Baumgart gegen die alte Liebe

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Steffen Baumgart
Erwartet mit dem Köln seinn Ex-Club Union Berlin: FC-Coach Steffen Baumgart. © Bernd Thissen/dpa

Steffen Baumgart hat bislang weder die Champions League noch die deutsche Meisterschaft gewonnen. Dafür hat der Trainer des 1. FC Köln etwas geschafft, was auch viele Erfolgstrainer nicht von sich behaupten können: Er genießt bei gleich zwei Vereinen Kultstatus.

Köln - In Köln hat Steffen Baumgart jetzt sogar ein eigenes Lied. Ob der „Baumgart-Marsch“ von Entertainer Lorenz Büffel das Zeug zum Kölner Karnevalshit hat, muss sich zwar noch zeigen, doch fest steht.

Der Trainer des FC hat es bereits in kürzester Zeit zur Kultfigur am Rhein geschafft. Kult ist der Fußball-Lehrer, der auch bei klirrender Kälte gerne mal im T-Shirt an der Seitenlinie coacht, auch rund 600 Kilometer entfernt - in Berlin Köpenick beim 1. FC Union Berlin. Am Sonntagabend trifft der 49-Jährige erstmals mit seinem neuen Arbeitgeber auf die alte Liebe.

Natürlich ist dieses Duell in Köln Müngersdorf (17.30 Uhr/DAZN) für Baumgart eine besondere Begegnung, auch wenn er mit anderen Clubs schon gegen Union gespielt hat. „Es ist doch kein Geheimnis wie ich zu dem Club stehe“, sagte der ehemalige Stürmer, der von 2002 bis 2004 in der 2. Bundesliga in 68 Pflichtspielen 23 Tore für Union erzielte. Fast noch mehr hängengeblieben ist bei den enthusiastischen Anhängern der Berliner aber Baumgarts Kampfgeist, Hingabe und Gradlinigkeit.

Der gebürtige Rostocker hat die Besonderheiten des Köpenicker Vereins schnell erfasst. „Union ist für viele Familie, Heimat. Union lebt das. Sie haben das Stadion selbst gebaut. Sie stellen sich in der ein oder anderen Situation auch gegen die Masse und haben ihre eigene Meinung“, sagte Baumgart. So etwas gefällt dem Trainer, der so gar nicht dem Mainstream zugetan ist.

Verewigt mit Stadiongründerstein

„Ich kenne den Club, seit ich 2002 dort hingegangen bin. Seitdem verfolge ich den Verein, begleite den Verein“, sagte er. Baumgarts Frau Katja arbeitete einst ebenfalls für Union, Familie Baumgart wohnt nur ein paar Minuten vom Stadion An der Alten Försterei entfernt. Sogar verewigt ist Steffen Baumgart in der Spielstätte mit dem speziellen Flair. Seit 2005 hängt sein Stadiongründerstein mit der Aufschrift „Steffen Baumgart – Wir sehen uns!“ im „Tunnel of Fame“ unter der altehrwürdigen mechanischen Anzeigetafel.

Mit Unions aktuellem Trainer Urs Fischer verbindet Baumgart sogar eine Freundschaft. „Ich halte ihn für einen der besten Trainer, den wir in der Bundesliga haben. Ich mache da kein Geheimnis draus, dass ich ihn gerne sehe und auch gerne mit ihm rede“, verriet der FC-Coach.

„Ich weiß gar nicht wie groß ein Anteil seiner Arbeit sein kann, dass der Verein da steht, wo er steht. Union hat mit ihm die richtige Verpflichtung getan und eine absolut kontinuierliche Entwicklung gemacht.“ Auch ohne große finanzielle Mittel sei der Club nun in kurzer Zeit eine gute Größe in der Bundesliga geworden.

Auf seine Freundschaften und die Sympathie zum Gegner will Baumgart am Sonntag aber natürlich keine Rücksicht nehmen. „Für mich steht nur im Vordergrund, das Spiel zu gewinnen. Aber das war bislang in jedem Duell mit Union so, wenn ich auf der Trainerbank gegen sie gearbeitet habe“, sagte er am Freitag. Im vergangenen Jahr warf er Union mit dem SC Paderborn in Köpenick kurz vor Weihnachten aus dem DFB-Pokal (3:2). Sollte er auch mit dem FC gewinnen, würde das der Beliebtheit des „Baumgart-Marsches“ in Köln kurz vor Karnevalsbeginn am 11.11. sicher nicht schaden. dpa

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