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Länderspiel-Absage in Hannover: Das war der wahre Grund

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Das Länderspiel Deutschland - Niederlande wurde im November 2015 abgesagt.
Das Länderspiel Deutschland - Niederlande wurde im November 2015 abgesagt. © dpa

Hannover - Im November 2015 wurde das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande in Hannover wegen „ernstzunehmneder Hinweise“ auf einen Terroranschlag abgesagt. Nun ist der wahre Grund für die Spielsabsage klar.

Als das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande am 17. November 2015 in Hannover wegen „ernstzunehmender Hinweise“ auf einen Terroanschlag abgesagt wurde, wollte Bundesinnenminister Thomas de Maizière zu den Details nichts sagen. Seine Begründung damals: „Teile meiner Antwort würden die Bevölkerung beunruhigen.“ Jetzt sind im Vorfeld eines Prozesses gegen zwei deutsche IS-Anhänger in Celle die wahren Gründe für die Spielabsage bekannt geworden. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, gibt es ein Terror-Drohvideo aus dem Stadion! Die nur rund zehn Sekunden lange Sequenz, so die SZ, zeige den heute 20-jährigen Hasan K. als Ordner (!) im Niedersachen-Stadion! Er sagt nur einen Satz: „Betet für Rakka.“

Beim Strafprozess in Celle geht es aber nicht um einen geplanten Terroranschlag in Hannover, sondern hier ist Hasan K. als Mitwisser angeklagt. Er steht heute gemeinsam mit seiner Bekannten Safia S. vor dem Oberlandesgericht. Die 16-jährige Schülerin stach am 26. Februar einen Bundespolizisten am Hauptbahnhof in Hannover in den Hals. Ihren Freund hatte sie zuvor in ihre Pläne eingeweiht. Die 16-Jährige muss sich wegen versuchten Mordes, Körperverletzung und der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, im Namen des sogenannten Islamischen Staates gehandelt zu haben. Sie soll per Internetchat die Anweisung bekommen haben, den Polizisten am Hals anzugreifen, ihm dann seine Dienstwaffe zu klauen und auf weitere Menschen zu schießen.

Wie die SZ berichtet, gab es im Vorfeld des Prozesses eine peinliche Panne der Ermittlungsbehörden. Denn Hasan K., der Mann mit dem Drohvideo aus dem Stadion, verlässt Mitte September – also einen Monat vor Prozessbeginn – völlig problemlos Hannover. Seine Flucht organisiert er ganz simpel über eine Mitfahrzentrale (wie sich später herausstellt ist der Fahrer auch noch Polizist). Sein Ziel ist offensichtlich Syrien, doch er kommt nur bis Griechenland. Dort wird er auf Bitten der deutschen Behörden festgenommen und ausgeliefert. Genau rechtzeitig – einen Tag vor dem Prozessbeginn in Celle.

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