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TV-Kritik zum Spiel gegen die Saudis: DFB-Sultan Bierdogan und eine Menge Gesprächsstoff

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Von: Jörg Heinrich

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90 Minuten entspannt geplaudert: ARD-Kommentator Gerd Gottlob
90 Minuten entspannt geplaudert: ARD-Kommentator Gerd Gottlob. © Screenshot ARD / FKN

Beim Testkick der DFB-Auswahl gegen Saudi-Arabien konnte die ARD ihre WM-Tauglichkeit proben. Bierhoff wurde emotional, Bommes erfand ein neues Substantiv und Hitzlsperger lieferte einen politischen Seitenhieb bezüglich Olli Kahn.

Leverkusen - 2014 war das Erste Fernsehweltmeister, dank Tom Bartels, der das Finaltor von Mario Götze quasi miterzielte: „Mach ihn, mach ihn! Er macht ihn!“ Lang ist’s her, für Götze und fürs Erste. Vor der WM in Russland hat die ARD ihre Traumexperten nicht bekommen, und geht nun mit Thomas Hitzlsperger, Stefan Kuntz und Hannes Wolf ins Turnier. Das fühlt sich ein bisserl an, wie wenn man vom Candlelight Dinner mit Jennifer Aniston träumt, und dann kommt Vroni Ferres. Wobei: Die Vroni hat schon auch schöne Filme gedreht, uns fallen nur keine ein. Hier der WM-Formcheck für die ARD.

Der Moderator: Alex Bommes musste sich von DFB-Sultan Bierdogan zusammenfalten lassen, dessen Verständnis von Pressefreiheit anscheinend tief in Ankara verwurzelt ist. Mit dem Thema Özil, verfügte der Bierdogan, müsse gefälligst Schluss sein. Bommes hielt tapfer dagegen: „Wir sind weder für Beschönigung noch für Unternteppichkehrung“, was ein fesches neues Substantiv ist. Ansonsten: Ja mei, der Bommes halt. Seine Beobachtung zum Comeback-Torwart: „Manuel Neuer, sehr vorfreudig ist er hier reingefedert.“ Aber man muss ja für jedes Spiel dankbar sein, das nicht von Delling niedermoderiert wird.

Hitzlsperger sendet Grüße an Politik und Waffenindustrie

Der Experte: Trotz Ferres-Vergleich eine bärenstarke und mutige Vorstellung von Thomas Hitzlsperger. Der Münchner ist ja DFB-Botschafter für Vielfalt, was ihn aber nicht davon abhielt, klarzutexten. Sein knallhartes Urteil zu Özil: „Die Persönlichkeitsentwicklung hat nicht Schritt halten können mit dem, was er auf dem Platz gezeigt hat.“ Sogar einen politischen Seitenhieb traute er sich, potzblitz! Hitz über die Saudis, die Oliver Kahn als Torwarttrainer angeheuert haben: „Sie machen das, was sie am liebsten machen, sie verpflichten deutsche Abwehrsysteme.“ Mit Grüßen an Politik und Waffenindustrie!

Spätabends war es überstanden: TV-Kritik zu Österreich gegen Deutschland

Der Kommentator: GRD GTTLB, wie er in DFB-Sprache („ZSMMN“) heißt, plauderte sich entspannt durch die 90 Minuten. Er versuchte, Jogis Schongang-Elf nicht zu hart anzupacken, ließ aber schon durchblicken, dass massig Luft nach oben war. Lustigster Spruch: „Insgesamt ist das natürlich jetzt nicht ein riesiges Tempo, und sehr hohe Geschwindigkeit, aber partiell natürlich schon.“ Damit könnte er einem Anpfiff durch den DFB-Sultan knapp entronnen sein.

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