Was plant der Bundestrainer?

Lässt Jogi Özil auf der Bank?

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Mesut Özil.

Campo Bahia - Mit welcher Taktik und welchen Spielern plant Bundestrainer Jogi Löw gegen Portugal beim WM-Auftakt? Es gibt Anzeichen dafür, dass Mesut Özil erst einmal auf der Bank Platz nehmen muss.

Vier Innenverteidiger in der Abwehrkette, ein 4-3-3-System in Hälfte eins, Müller als Neuner in der Spitze – Jogi Löw war kurz vor dem Abflug zur WM in großer Experimentierfreude, setzte gegen Armenien noch mal eine Vielzahl an frischen Ideen um. Aber von vorn, mit Blick nach hinten:

In Jérome Boateng, Per Mertesacker, Mats Hummels und Benedikt Höwedes standen beim 6:1 in Mainz fast 70 Minuten lang ausschließlich Innenverteidiger in der Viererkette. Löw lobte die Leistung anschließend und meinte zudem: „Es ist sicher eine Möglichkeit, auch in der Hitze von Brasilien so zu spielen.“ Eine überraschende Aussage, zumal insbesondere Höwedes wenig Erfahrung auf dem linken Flügel hat und man bislang davon ausging, dass Löw dort nun Erik Durm vertraut.

Der zweite kleine Hammer: Löw bot eine 4-3-3-Formation auf, ohne Mesut Özil! Dafür war Bayern-Star Toni Kroos präsenter in der Offensive, dort, wo er sich wohlfühlt. Der Taktgeber will bei diesem Turnier endlich eine große Rolle spielen, sagt selbst: „Ich komme aus einer sehr guten Saison, bei Bayern wie bei der Nationalmannschaft. Seit der EM 2012 ist ja auch viel passiert. Ich fühle mich gut, bin die gesamte Saison über von Verletzungen verschont geblieben.“ Das System erklärte er wie folgt: „Es unterscheidet sich nicht groß von dem, was wir sonst spielen. Es ist nur so, dass wir mit einem Sechser spielen und zwei Achtern davor. Und die drei müssen im Zentrum immer flexibel sein, denn wenn es statisch wird und jeder nur auf seiner Position bleibt, dann wird es einfach zu verteidigen. Wir sind gut, wenn wir Überzahl im Mittelfeld haben, wenn wir schnell und flach spielen.“ Kroos schwärmt, hat diese Idee von Löw verinnerlicht. Fragt sich nur, ob der Bundestrainer sie auch anwendet – und Superstar Özil auch mal draußen lässt!

Ganz vorn, und auch das ist eine Erkenntnis aus dem Armenien-Spiel, steht Thomas Müller bereit. Er sagte hoch zufrieden: „Wer mich kennt, der weiß: Ich bin offen für alles. Ich bin flexibel einsetzbar im vorderen Bereich. Ich habe auch gegen Armenien nicht nur vorne drin geklebt, sondern war auch rechts oder links zu finden. Ich versuche mir meine Wege in die Tiefe zu suchen.“ In eine feste Rolle will sich der Bayern-Spieler nicht zwängen lassen. „Ich brauche in meinem Spiel viel Freiheiten – und wenn ich keine habe, dann nehme ich sie mir“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Ernst wurde er nur, als es mal wieder um die „falsche Neun“ ging, ein Begriff, den der FCB-Star nicht mehr hören kann. Müller: „Wir spielen einfach mit flexiblen Spielern, die nicht vorne drin stehen und auf Flanken warten, sondern sehr variabel sind und vor allem mit vielen Wegen in die Tiefe spielen. Die mit viel Bewegung glänzen und nicht mit Wucht, die nicht mit dem Rücken zum Tor angespielt werden mit hohen Bällen. Das ist nicht das Rezept.“ Mit der Variabilität aber kann man zu Toren kommen, Müller selbst so oft, dass er seinen Titel als WM-Torschützenkönig verteidigen könnte. Und mit den vielen Löw-Ideen soll auch der Pokal drin sein.

mic

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