Lahm: "Freiwillig gebe ich die Binde nicht ab"

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Philipp Lahm führt das DFB-Team bei der WM als Kapitän an

Erasmia - Im tz-Interview spricht DFB-Kapitän Philipp Lahm über die Erfolge der deutschen Nationalmannschaft, über Halbfinal-Gegner Spanien - und über Michael Ballack sowie die Kapitänsbinde.

Herr Lahm, sind Sie Hellseher?

Philipp Lahm: Warum?

Vor zwei Wochen sprachen Sie davon, dass diese Nationalmannschaft die beste sei, in der Sie je gespielt hätten. Jetzt spielt Deutschland so stark wie nie zuvor…

Lahm: Nein, dann bin ich kein Hellseher. Aber ich trainiere täglich mit dieser Mannschaft. Und ich weiß, was sie kann. Das wusste ich seit Beginn des Turniers.

War wenigstens das 4:0 über Argentinien überraschend?

Lahm: Wir haben bewiesen, dass wir so weit sind, eine große Mannschaft zu schlagen. Aber von einem 4:0 bin auch ich nicht ausgegangen. Ich wusste ja, als ich diesen Satz gesagt habe, auch nicht, auf wen wir alles im Turnierverlauf treffen würden.

Internationale Pressestimmen: "Deutscher Glanz und argentinische Ohnmacht"

"Blick" (Schweiz) © Screenshot
"20 Minuten" (Schweiz) © Screenshot
"Die Selección ist von der Weltmeisterschaft gedemütigt weggegangen", schreibt "Clarin" (Argentinien). © Screenshot
"Traurigkeit: Wir sind beim Cup rausgeflogen", schreibt "Cronica" (Argentinien). © Screenshot
"Deutschland hat Argentiniens Bankrott ausgenutzt und sie aus dem Weltcup geworfen", schreibt "La Nacion" (Argentinien) © Screenshot
"Deutschland hat mit einem haushohen Sieg dem argentinischen Traum einen harten Schlag versetzt", schreibt "La Prensa" (Argentinien). © Screenshot
"Deutschland erteilt Maradona eine Lehrstunde" schreibt "AS" (Spanien). © Screenshot
"Argentinien vom unbarmherzigen Deutschland zerlegt", meint die BBC (England). © Screenshot
"Deutschlands abschließende Beleididigung an England", schreibt der "Daily Mirror" (England). © Screenshot
B.Z. (Berlin) © Screenshot
"Deutsches Spektakel - Argentinien gedemütigt", schreibt die "Gazzetto dello Sport" (Italien). © Screenshot
"Kloses Doppelpack zerstört Argentinien", schreibt der Daily Mirror (England). © Screenshot
Der "Daily Telegraph" (England) schreibt nur "Argentina 0 Germany 4". © Screenshot
"Express" (Köln) © Screenshot
"Das war nicht mal knapp", schreibt die "Sun"(England) und macht ein Wortspiel mit dem Namen von Miroslav Klose. Der klingt so ähnlich wie das Wort "close" (knapp). © Screenshot
"Die Angelegenheit ist erledigt" schreibt "France Futbol" (Frankreich) - ein Wortspiel mit dem Namen von Miroslav Klose, der so ähnlich klingt, wie das Wort "clos" (geschlossen, erledigt). © Screenshot
"Krone" (Österreich) © Screenshot
"Deutschland gibt ein Konzert", schreibt L' Equipe (Frankreich). © Screenshot
"Maradonas Argentinien gedemütigt" schreibt "Marca" (Spanien). © Screenshot
"Deutschland demütigt Argentinien", schreibt "Mundo Deportivo" (Spanien). © Screenshot
"Bild" © Screenshot
"Österreich 24" © Screenshot
"Österreich 24" © Screenshot
"Spiegel Online" © Screenshot
"Deutschland demütigt Argentinien und rückt ins Halbfinale vor", schreibt "Sport.es" (Spanien) © Screenshot
"Stern" © Screenshot
"Goldene Panzer", schreibt "Tutto Sport" (Italien). © Screenshot
“El País“ (Spanien): “Deutschland hat den Glauben Maradonas zermalmt. Die Leistung des Löw-Teams in diesem Turnier ist ein kollektiver Triumph, angeführt von Schweinsteiger, ausgeschmückt von Müller sowie Özil und vollendet von den schlagkräftigen Podolski und Klose.“ © Getty Images
“El Mundo“ (Spanien): “Deutschland ist eine Bestie. Wie Obelix sammelt Deutschland die Helme der Römer und zerlegt alles, was es berührt. Zugleich weiht es eine neue Generation: Die eines wundervollen Fußballers namens Müller.“ © Getty Images
Neue Internationale Pressestimmen © Getty Images
“As“ (Spanien): “Das großartige Deutschland hat Argentinien platt gemacht. Löw hat eine kunstvolle Fußballwalze erfunden. Deutschland macht Angst.“ © Getty Images
“Marca“ (Spanien): “Die deutsche Nationalmannschaft ist eine perfekte Maschine. Gegen Argentinien hat sie eine herausragende Partie gespielt, mit Schweinsteiger als großem Crack. Es war eine Vorführung aus Kombinationsspiel, Ballbesitz, Schnelligkeit und Einfallsreichtum. Das Löw-Team ist bislang die beste Mannschaft der WM.“ © Getty Images
“Sunday Independent“ (Südafrika): “Der Sport hat gestern ein deutsches Team geehrt, das voll und ganz den Sieg verdient hat. Die Argentinier wurden geschlagen - nein: erniedrigt und gedemütigt. Von einer Seite, die weit besser war als sie selbst.“ © Getty Images
“Sunday Times“ (Süadfrika): “Die Deutschen rollen weiter. Argentinien zerstört - weil Löws mächtige Männer ein Tor nach dem anderen reinhauen.“ © Getty Images
“Die Presse“ (Österreich): “Mit einem Duell auf Biegen und Brechen hatte man vor dem Viertelfinal-Schlager Deutschland gegen Argentinien gerechnet. Doch dann schien alles wie auf einer schiefen Ebene zu laufen.“ © Getty Images
“Kurier“ (Österreich): “Deutschland im WM-Rausch. Der deutsche Spaßfußball geht weiter. Auch wenn es manche in diesem Land vielleicht nicht gerne hören oder lesen wollen: Diese deutsche Mannschaft hat das Zeug, Weltmeister zu werden.“ © Getty Images
“Kronen Zeitung“ (Österreich): “Vergesst Siegfried, den Drachentöter, und Odin, den Himmels-Bewohner - die neuen deutschen Helden sind Argentinien- Killer: Miroslav Klose, Thomas Müller und Arne Friedrich haben Diego Maradona auf den Boden der Realität geworfen. Das Sommermärchen ließ sogar die Kanzlerin wie ein Fabelwesen wirken: Angela Merkel schien nach dem dritten Tor der Trostlosigkeit ihres Regierungsalltags zu entfliehen.“ © Getty Images
“Der Standard“ (Österreich): “'Schland' im siebten Himmel. Die Deutschen werfen argentinische Träume über den Haufen. Mit 4:0 wurden Maradonas Gauchos in die Heimat geschickt.“ © Getty Images
“The Independent on Sunday“ (England): “Klose to glory.“ Deutschlands perfekter Plan zerstört Diegos Traum. Mit der Betroffenheit auf dem Gesicht von Maradona fehlte nur das Make-up zu einem traurigen Clown. Das neue deutsche Team zeigte, dass ihm nicht nur die Zukunft gehört, sondern auch die Gegenwart.“ © Getty Images
“The Sunday Telegraph“ (England): “So viel dazu, dass Deutschland ein Team im Übergang ist. Acht Tore in zwei K.o.-Spielen gegen England und Argentinien deuten daraufhin, dass sie alles andere als das sind. Weltmeister auf Abruf?“ © Getty Images
“BBC“ (England): “Deutschland zerlegt Argentinien.“ © Getty Images
“The Sunday Telegraph“ (England): “Deutsche sehen wie Weltmeister aus.“ © Getty Images
“La Repubblica“ (Italien): “Deutschland zerrupft Argentinien. Die Südamerikaner kamen nie ins Spiel, Messi war nicht zu sehen.“ © Getty Images
“Corriere della Sera“ (Italien): “Argentinien k.o. und gedemütigt. Vier Ohrfeigen für das Argentinien Maradonas, Deutschland fliegt ins Paradies.“ © Getty Images
“La Stampa“ (Italien): “Nach Brasilien fällt auch der andere südamerikanische Gigant. Das Argentinien von Diego Maradona tritt nach der Schmach den Rückweg an.“ © Getty Images
“Le Parisien“ (Frankreich): “Deutschland auf einem anderen Planeten. Nach dem 4:1-Sieg gegen England haben die Deutschen noch eins draufgesetzt und Argentinien gedemütigt. Die Spielweise schlägt alle Fußballliebhaber in ihren Bann. Deutschland ist das Symbol einer neuen Ära, die vor zwei Jahren von Spanien eröffnet wurde. Technisch gesehen sind sie nicht die Besten. Im Strategischen und Physischen sind sie der Konkurrenz voraus.“ © Getty Images
“L'Équipe“ (Frankreich): “Zusammenhalt, BegeisterunF und Talent - die deutschen Spieler sorgen bei der Weltmeisterschaft für Enthusiasmus. Das ist eine Mannschaft. Mit wieder vier Toren und einem beeindruckend flüssigem Spiel hat sie Argentinien weggeputzt.“ © Getty Images
“Le Journal du Dimanche“ (Frankreich): “Wunderbar! Ein fantastisches Deutschland hat Argentinien vernichtet. Ihm gehört die Zukunft. Deutschland spielt schnell und offensiv - dank der jungen Spieler, die eine Bewegungstechnik haben, die der der Lateinamerikaner in nichts nachsteht.“ © Getty Images
“Clarín“ (Argentinien): “Deutschland hat überlegen gewonnen. Sie besetzten das Mittelfeld geschickt, griffen öfter und besser an und Schweinsteiger war einfach formidabel. Argentinien hingegen? Wille und Drang, ja, ansonsten chaotische Taktik. Die Kanonen der argentinischen Stürmer schwiegen dieses Mal, mit der die Mannschaft ihre Schwächen zuvor überdeckt und die Illusion auf Größeres am Leben erhalten hatte. Ohne Tor und ohne Strategie stand die Elf entblößt da. Den Einzug ins Halbfinale schafften deshalb auch nur die, die als einzige auf dem Platz wirklich eine Mannschaft bildeten.“ © Getty Images
“Olè“ (Argentinien): “20 Jahre, ohne unter die besten Vier zu kommen. Und nun eine der schlimmsten Niederlagen der Geschichte. Die Weltmeisterschaft von Maradona und Messi endete mit einer Tracht Prügel. Und wie die uns allen wehtut. Es wird Jahre dauern, das zu vergessen. Aus dem Titeltraum wurde binnen einer Stunde ein Alptraum.“ © Getty Images
“Politika“ (Serbien): “Deutscher Glanz und argentinische Ohnmacht.“ © Getty Images
“Blic“ (Serbien): “Das Team von Joachim Löw hat Wissen, Macht, Kraft, Disziplin und Effektivität demonstriert. Das war noch so ein Spiel, das einem den Atem raubte. Wo waren Messi & Co.? Jedenfalls nicht auf dem Platz, weil sie im Stil eines Blitzkrieges ausgelöscht wurden“. © Getty Images
“Press“ (Serbien): “Die Deutschen haben Maradona erniedrigt. Sie haben Argentinien zerlegt“. © Getty Images
“Boston Globe“ (USA): “Streitet nicht mit Deutschland, weder auf dem Platz noch außerhalb. Nach Trashtalk vor dem Spiel lässt Deutschland mit eindrucksvollem Kantersieg Taten folgen.“ © Getty Images
“Los Angeles Times“ (USA): “Bittere Pille für Argentinien. Die Deutschen mit temporeichem flüssigen Stil jetzt WM-Favorit.“ © Getty Images
“Miami Herald“ (USA): “Weine um Argentinien. Europäische Präzision und Organisation schlägt südamerikanisches Flair.“ © Getty Images
“New York Times“ (USA): “Argentinien von Deutschland demontiert.“ © Getty Images
“Fanatik“ (Türkei): “Fliegende Panzer. Ein Sturm bläst aus Deutschland.“ © Getty Images
“Terra“ (Brasilien): “Deutschland hat Maradonas Argentinien nicht zur Kenntnis genommen und mit einem Massaker in Kapstadt seine Qualifikation fürs WM-Semifinale gesichert.“ © Getty Images
“O Globo“ (Brasilien): “Deutschland demütigt Argentinien. Unter dem Kommando von Schweinsteiger gewinnt die deutsche Auswahl und schickt die Hermanos nach Hause. Deutschland hat das Maradona-Team verdroschen.“ © Getty Images
“Lance!“ (Brasilien): “Deutschland spielt nicht wie früher. Es ist schnell, zielstrebig und geschmeidig. Deutschland steht im Halbfinale als größter Favorit auf den Titel.“ © Getty Images
“Estado de São Paulo“ (Brasilien): “Deutschland hat mit vier Toren den Traum Argentiniens zerstört.“ © Getty Images
“Folha de São Paulo“ (Brasilien): “Mit dem effizientesten Fußball der WM schlägt Deutschland Argentinien und geht ins Halbfinale.“ © Getty Images
“NZZ am Sonntag“ (Schweiz): “Die Mannschaft von Trainer Joachim Löw hat mit einer eindrücklichen Vorstellung ein Kapitel WM-Geschichte geschrieben, an dessen Ende die Titel-Hoffnung in Erfüllung gehen könnte. Für Argentinien und Diego Maradona ist dieses Kapitel Geschichte geschlossen.“ © Getty Images
“SonntagsBlick“ (Schweiz): “Die Messi ist gelesen! Dabei sollte es seine WM werden. Er wollte die Albiceleste zum Titel führen, wie es sein großes Vorbild Diego Maradona 1986 in Mexiko getan hat. Jetzt fliegt Lio-null Messi nach dem Viertelfinale nach Hause. Ohne den Pott, sogar ohne einen einzigen Treffer.“ © Getty Images
“Sonntag“ (Schweiz): “Das Bild vom deutschen Panzer ist längst vergilbt. Deutschland ist jung, dynamisch, offensiv und vor allem sympathisch. Dafür brauchte es einen positiv verrückten Trainer wie Löw.“ © Getty Images
“Telegraf“ (Bulgarien): “Großes Spektakel in Kapstadt. Keiner stoppt Deutschland. Das Team brachte Argentinien und Maradona zum Weinen.“ © Getty Images
“Standart“ (Bulgarien): “Deutschland zertrampelt Versager Argentinien. Deutschland zeigte es dem seit WM-Beginn überheblichen Diego Maradona.“ © Getty Images
“Trud“ (Bulgarien): “Deutschland zerschmetterte die Argentinier so, wie es England mit 4:1 in der vorausgegangenen Runde verweht hatte.“ © Getty Images
“Politiken“ (Dänemark): “Joachim Löw hat erneut bewiesen, dass er ein Klassetrainer ist und in einer Woche die Nr. 1 auf der Welt sein kann. Die Deutschen zogen Maradonas Männer einfach aus.“ © Getty Images
“Fyens Stiftstidende“ (Dänemark): “Deutschlands multiethnische Elf ist jetzt der absolute Titelfavorit. Seit Netzer und Beckenbauer 1972 hat es keine bessere Mannschaft gegeben.“ © Getty Images
“Expressen“ (Schweden): “Man kann das einfach nur genießen. Diese herrliche deutsche Mannschaft lässt das Schwere kinderleicht aussehen.“ © Getty Images
“Dagbladet“ (Norwegen): “Die ersten sechs Minuten der deutschen Elf rund um das 1:0 waren vielleicht der beste Fußball, der jemals gespielt wurde. Der Hunger in der Löw-Mannschaft macht sie jetzt zum klaren WM-Favoriten.“ © Getty Images
“La Dernière Heure“ (Belgien): “Wer kann diese Mannschaft aufhalten, die mit 13 Toren in fünf WM-Spielen zu einer Traumfabrik geworden ist? Joachim Löw hat gut daran getan, das Durchschnittsalter seiner Auswahl auf 24 Jahre zu senken. Die deutsche Kultur des Siegens ist von einer zur nächsten Generation problemlos weitergereicht worden. Die Deutschen haben das Etikett der kalten Effizienz hinter sich gelassen und einen Fußball voller Kreativität geschaffen.“ © Getty Images
“De Morgen“ (Belgien): “Und Maradona? Er guckt zu, greift aber taktisch nicht ein. In den ersten WM-Wochen hat “Pummelchen“ noch den Vorteil des Zweifels genießen können, aber am Samstag ging er völlig unter. Niedergestreckt von Jogi Löw, der bei unseren östlichen Nachbarn allmählich den Status eines Volkshelden bekommt. Der charismatische Trainer hat aus einer langweiligen, berechnenden und grundsoliden Mannschaft ein neues Ganzes geformt, das sexy, sinnlich und innovativ ist.“ © Getty Images
“Haaretz“ (Israel): “Joachim Löw war sicherlich nie ein Fußballer wie Maradona, aber als Coach hat er ihn spektakulär übertroffen. Wenn alles darauf aufgebaut ist, alle fünf Minuten zu beten und sich bei Messi einzuschleimen, wie Maradona es während des Turniers getan hat, dann können die Dinge nur in Tränen enden.“ © Getty Images
“The Sunday Times“ (Indien): “Argentinien auf allen Vieren - Maradonas Traum zerplatzt, als seine Mannschaft von den Deutschen verprügelt wird.“ © Getty Images
“Hindustan Times“ (Indien): “Deutscher Blitzkrieg fegt Argentinien beiseite und sichert einen Platz im Halbfinale. Maradonas Stars sind Deutschland nicht gewachsen.“ © Getty Images
“The Hindu“ (Indien): “Deutschland vernichtet Argentinien - Präziser, flüssiger Angriff und unüberwindliche Abwehr zerschmettern Maradonas Traum.“ © Getty Images
“The Sunday Express“ (Indien): “Gott ist kein Argentinier.“ © Getty Images
“Dawn“ (Pakistan): “Deutschland verprügelt Messis Argentinien mit 4:0.“ © Getty Images
“The Daily Star“ (Bangladesch): “Adios Argentina - Diegos Männer von skrupellosen Deutschen demontiert.“ © Getty Images
“The Kathmandu Post“ (Nepal): “Blendend aufgelegte Deutsche spazieren ins Halbfinale.“ © Getty Images
“Straits Times“ (Singapur): “Cry for me Argentina. Maradonas Team wurde - obwohl es angeblich mit Messi den besten Spieler der Welt in seinen Reihen hat - von einer jungen Mannschaft bloß gestellt, die mehr Disziplin zeigte und bessere Tricks drauf hatte.“ © Getty Images

Woher haben Sie eigentlich Ihren Fußball-Sachverstand?

Lahm: Wenn man Profifußballer ist, Vizekapitän bei Bayern und Kapitän der Nationalmannschaft, beschäftigt man sich fast rund um die Uhr mit Fußball.

Spätestens nach dem Spiel gegen Argentinien kam eine neue Debatte auf: Wo in dieser Mannschaft ist noch Platz für Michael Ballack?

Ist Ballack für Sie noch Teil der Nationalmannschaft?

Lahm: Hier jetzt nicht wirklich. Wir freuen uns, dass er das Team besucht hat. Aber hier bildet jetzt der Kader, der die WM spielt, die Nationalmannschaft von der Nummer eins bis zur Nummer 23.

Geben Sie Ballack die Kapitänsbinde, wenn er zurückkehrt?

Lahm: Es ist doch klar, dass ich die Kapitänsbinde gerne behalten möchte. Die Rolle auf dem Platz erfülle ich seit mehreren Jahren, die habe ich im Griff. Dann will man sich auch um mehr kümmern, mehr Verantwortung übernehmen. Das habe ich jetzt hier gemacht. Warum soll ich dann das Kapitänsamt wieder freiwillig zur Verfügung stellen?

Sie überreichen also Ballack nicht feierlich die Binde?

Lahm: Freiwillig werde ich sie ganz sicher nicht abgeben. Aber das wird die Entscheidung des Bundestrainers sein.

Befestigen Sie die Binde vor dem Spiel eigentlich selbst am Oberarm?

Lahm: Nein, die macht bei jedem Spiel ein anderer Betreuer hin.

Aber bisher haben Sie noch keine behalten?

Lahm: Ich gebe sie immer wieder brav ab, denn ich brauche sie ja fürs nächste Spiel. Bisher sind wir schließlich noch nicht ausgeschieden.

Und was passiert mit der Kapitänsbinde von Weltmeister-Spielführer Philipp Lahm?

Lahm: Die Final-Binde werde ich mit Sicherheit behalten.

Welcher Mannschaft sehen Sie bei der WM eigentlich am liebsten zu?

Lahm: Ich schaue Spanien gerne an. Es ist faszinierend, wie sie immer weiter wirbeln. Das geht ja jetzt schon seit vielen Jahren so.

Jogi Löw erklärte in der tz, dass Deutschland nun auf Augenhöhe mit Spanien sei.

Lahm: Jetzt sind wir auf jeden Fall in der Lage, auch diesen Gegner zu besiegen. Das war in der Vergangenheit nicht so, 2008 hatten wir nicht den Hauch einer Chance. Heute hat sich die Mannschaft sicher weiterentwickelt. Wir sind gut drauf. Warum sollen wir nicht Spanien schlagen? Man hat in den letzten Spielen gesehen, was wir fähig sind, zu leisten.

Können Sie diesen WM-Traum überhaupt richtig realisieren?

Lahm: Ja, schon. Es macht mich stolz, diese Mannschaft zu sehen, Kapitän dieser Mannschaft zu sein. Aber wir sind noch nicht am Ende.

Träumen Sie schon von dem Moment, in dem Ihnen der WM-Pokal überreicht wird?

Lahm: Davon träumt man natürlich schon als Kind. Die WM 1990 war die erste, die ich miterlebt habe. Dieses Bild von Lothar Matthäus hatte ich immer vor Augen, das treibt mich an.

Muss Jogi Löw bleiben?

Lahm: Dazu kann ich wenig sagen. Nur: Wir brauchen einen guten Trainer. Und man sieht, dass er ein guter Trainer ist.

Interview: Tobias Altschäffl

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