Karriereende der beiden Leverkusener

Bender-Zwillinge mit Gänsehaut-Moment im Live-TV: Eine Aussage trifft Fußball-Deutschland mitten ins Herz

Die Bender-Zwillinge Lars (l.) und Sven.
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Die Bender-Zwillinge Lars (l.) und Sven.

Sven und Lars Bender beenden ihre aktive Fußball-Karriere. Im Anschluss gaben die beiden Zwillinge ein schon jetzt legendäres TV-Interview.

Leverkusen - Zwei echte Originale sagen Servus: Sven und Lars Bender haben am Samstag ihre aktive Profi-Karriere beendet. Das Duo ackerte über ein Jahrzehnt in der Bundesliga*, stand immer für ehrlichen und leidenschaftlichen Fußball. Jetzt ist Schluss - und das mit nur 32 Jahren.

Die beiden gebürtigen Rosenheimer zogen einst vom TSV 1860 München aus, um die Fußball-Welt zu erobern. Schon früh war klar, dass die Zwillinge eines Tages auf der ganz großen Bühne spielen werden. Sven war dabei - wenn es nach Titeln geht - der erfolgreichere. Er wechselte im Sommer 2009 von den Löwen zu Borussia Dortmund*, der Innenverteidiger wurde dort zwei Mal Deutscher Meister und zwei Mal DFB-Pokalsieger. 2017 waren er und sein Bruder Lars dann wieder vereint - Sven schloss sich in diesem Jahr Bayer Leverkusen* an.

Lars und Sven Bender beenden ihre Profi-Karriere: Bundesliga-Legenden sagen Servus

Bei der Werkself war Lars Bender zu dieser Zeit schon eine Legende. Auch er hatte München 2009 verlassen, es folgten 256 Bundesliga-Einsätze für Bayer 04. Sven absolvierte neun Spiele mehr - und es wären wohl noch viele Partien hinzugekommen, wenn die Benders nicht so oft ausgefallen wären. Die vielen Verletzungen waren immer auf ihre Spielweise zurückzuführen - die Benders, das wusste man in der ganzen Liga*, gingen keinem Zweikampf aus dem Weg.

Im Mai 2021 folgte dann der große Abschied. Sven wurde gegen seinen Ex-Klub Dortmund nach 89 Minuten ausgewechselt. Lars kam für seinen Bruder auf den Platz und durfte sofort einen Elfmeter schießen - BVB-Keeper Roman Bürki blieb regungslos stehen und machte keine Anstalten, den Schuss halten zu wollen. Ein Zeichen des Respekts für einen großen Sportsmann. Am Ende gewann Schwarz-Gelb mit 3:1.

Bender-Zwillinge im Sky-Interview: Berührende Botschaft zum Karriereende

Nach dem Spiel lieferten die beiden ehemaligen Nationalspieler dann ein denkwürdiges Interview im Live-TV ab. „Es steckt so viel Emotion drin, so viele Erinnerungen, die wir jetzt mitnehmen“, meinte Lars am Sky-Mikrofon. „Ich rede normalerweise sehr, sehr gerne und auch viel. Aber es gibt Momente, da bleibt mir die Sprache weg. Und das ist heute der Fall“, ergänzte Sven. „Ich nehme so viel mit. Es ist ein Riesen-Gewinn für uns. Die ganzen Menschen um einen rum, diese Erinnerungen, diese gemeinsame Zeit. So eine Kabine ist etwas ganz Besonderes, das nehme ich einfach mit, das bleibt mir immer im Herzen, das werde ich nie vergessen.“

Die Zwillinge dankten im Anschluss noch ihren Eltern und ihren Schwestern für die jahrelange Unterstützung. Diese hätten auf vieles verzichtet, damit die Brüder ihren Traum verwirklichen konnten. Und nun? „Erstmal eine Auszeit nehmen. Es ist so, dass wir uns erstmal zurücklehnen und ein paar anständige Weißbier trinken. Ich glaube, die sind verdient. Auf die haben wir lange warten müssen. Es gibt viele Menschen, die darauf warten, mit uns anzustoßen“, betonte Lars. Der Bayer-Kapitän ließ dann noch einen Gänsehaut-Moment folgen: „Für mich ist noch eins wichtig zu sagen - das habe ich auch der Mannschaft letztens gesagt: Eine Fußballmannschaft ist ein Sinnbild dafür, wie eine Gesellschaft aussehen sollte. Zusammenzustehen, einer für den anderen einzustehen, ein gemeinsames Ziel zu haben. Und es ist völlig egal, wer da neben dir sitzt, wie der aussieht, wo er herkommt, was für eine Religion er hat, was für Ansichten, was für einer Kultur er entspringt. Zusammenstehen, nicht spalten lassen. Das ist die Botschaft, die ich rausnehmen möchte. Das nehme ich mit aus meiner Karriere, das ist das Wichtigste.“

Lars Bender wurde für seinen Monolog (ab 2:46 min im Video) in den sozialen Netzwerken gefeiert, das Video wurde x-mal geliket, kommentiert und geteilt. Unter dem Facebook-Beitrag des Fußball-Magazins 11 Freunde häuften sich beispielsweise Kommentare wie: „Solange es Menschen wie Lars und Sven Bender in unserer Gesellschaft gibt, gibt es Hoffnung für die Gesellschaft“, „Super Typen. Immer schon gewesen. Mir werden sie fehlen“ oder „Grüße an Mama und Papa Bender: Habt ihr prima hingekriegt, die beiden.“ Darauf ein paar Weißbier, Lars und Sven! (akl) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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