DFB-Stürmer im Interview 

Lars Stindl: „Dabei sein ist mein Anspruch“

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Lars Stindl wurde 2017 erstmals von Jogi Löw berufen.

Lars Stindl (29) spielte beim Confed Cup 2017 erstmals für die Jogi-Elf. Der Gladbacher gehörte lange nicht zum Kreise des Nationalteams. 

Spätstarter trifft es bei Lars Stindl (29) am besten. Lange hatte der Gladbacher beim Bundestrainer Jogi Löw keine Chance. Das scheint sich geändert zu haben. 

Herr Stindl, Joachim Löw hat den härtesten Konkurrenzkampf aller Zeiten im Hinblick auf die WM angekündigt. Schüchtern Sie diese Worte ein oder motivieren sie? 

Stindl: Weder noch. Ich versuche, mich in jedem Spiel zu zeigen und einzubringen - damit wir mit der Truppe erfolgreich sind. Das hat mich auch ein Stück weit beim Confed Cup ausgezeichnet - noch mal eine andere Variable ins Spiel mit einzubringen. Das will ich jetzt die Tage beim DFB schaffen und dem Bundestrainer die Entscheidung so schwer wie möglich machen. 

Sie nehmen den Konkurrenzkampf also an. 

Stindl: Jeder hier will dabei bleiben, das ist der Anspruch. Wir haben die Einladung jetzt wieder bekommen, immerhin 17 Spieler vom Team des Titelgewinns beim Confed Cup wurden nominiert, und damit wurden die Leistungen aus dem Sommer honoriert. Klar werde ich versuchen, meinen Platz so lange wie möglich nicht zu räumen. 

Ist es mit Blick auf die WM ein Nachteil, dass Gladbach nicht international spielt? 

Stindl: Klar hätten wir uns gewünscht, international wieder vertreten zu sein. Nun ist es anders gekommen. Wir nehmen es, wie es kommt. Vielleicht tut das eine oder andere Spiel weniger ja auch gut. 

Wie sehen Sie den Einsatz des Videobeweises? Sie haben sich vor einem Jahr noch eher kritisch dazu geäußert. 

Stindl: Es war sehr interessant, schon in Russland einen Einblick zu bekommen. Ich bin da offener geworden. Beim Confed Cup gab es wichtige Entscheidungen, die durch den Einsatz des Videobeweises berichtigt wurden - die dem Spiel und dem Turnier dann eine gewisse Richtung gaben. Heute denke ich schon, dass der Videobeweis den Fußball ein Stück weit gerechter macht. Die Verantwortlichen müssen schon daran arbeiten, dass künftig schneller und einfacher zu bewerkstelligen. Gerade zu Beginn der Bundesliga gab es doch das eine oder andere technische Problem. Das muss jetzt beseitigt werden. 

Ein anderes Thema sind die Ablösesummen. Wie stehen Sie dazu? 

Stindl: Das sind Summen, die auch für uns Fußballer nicht mehr greifbar sind. Ich habe es schon mal gesagt: In jeder Dekade hat es solche Ausreißer gegeben. Hoffentlich ist es dieses Mal auch nur eine Momentaufnahme. Natürlich sind die Ablösesummen extrem nach oben gegangen, die Ablöse für Neymar ist unglaublich. Es wäre daher schön, wenn das alles wieder in andere Gefilde geht und sich der Transfermarkt wieder beruhigt. Allerdings müssen wir uns wohl darauf einstellen, dass es in den nächsten Jahren noch mal eine andere Dimension erreichen wird. 

Wie wirkt es auf jemanden mit einem langfristigen Vertragt, wenn Spieler sich ihre Transfers erstreiken, wie bei Ousmane Dembélé? 

Stindl: Das ist einfach ein Unding und keine Art und Weise, mit seinem tollen Beruf umzugehen. Man müsste es auch anders hinbekommen, zu einem anderen Klub zu wechseln - auch wenn der Spieler unglaublich viel Talent hat und Barcelona wohl sein absoluter Traumverein ist. Darum hoffe ich, dass so etwas künftig nicht mehr passiert. 

Interview: Manuel Bonke

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