"Durcheinander" bemängelt, aber:

Lehmann lobt die Sechser Schweinsteiger und Kroos

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Geschafft: Nach durchwachsenen Auftritten in der bisherigen EM-Quali ist Weltmeister Deutschland wieder auf Kurs.

Tiflis - Wenn sich das DFB-Team auf eine Abwehr zu kombiniert, kann einem Defensivverbund schon mal schwindlig werden. Das ist die gängige Lehrmeinung – aber die vertritt RTL-Experte Jens Lehmann nicht.

Hier eine Kreuzbewegung, da ein verwirrender Pass, mal geht’s über die Flügel, mal durch die Mitte: Wenn sich Deutschlands Weltmeister auf eine Abwehr zu kombinieren, dann kann einem Defensivverbund schon mal schwindlig werden. Das ist die gängige Lehrmeinung – aber die vertritt RTL-Experte Jens Lehmann nicht. „Man darf Variabilität nicht mit Durcheinander verwechseln“, stichelte er nach der zähen Partie und hatte durchaus recht damit.

Nicht nur ihm kam es „manchmal so vor“, als betriebe der deutsche Angriff zum Teil Aktionismus. Georgien stellte sich hinten rein, ackerte, machte aber nicht alles mit an Kreuzbewegungen – und so dauerte es eben bis kurz vor der Pause, bis es endlich 1:0 für Jogi Löws Team stand. „Manchmal haben wir es zu kompliziert gemacht“, gab auch Mittelfeldmann Toni Kroos zu.

Aber nach der Führung war dann Schluss für Georgien, denn Bastian Schweinsteiger & Co. brachten mehr Struktur ins Spiel. „Es war schwierig, die Georgier waren giftig, trotzdem haben die Deutschen sich dann Chancen herausgespielt. Sie waren nicht so phlegmatisch wie zuletzt. Als dann das erste Tor fiel, haben auch die georgischen Fans bemerkt: Da ist nichts mehr zu holen“, analysierte Lehmann.

Vielseitig: Manuel Neuer beim Einwurf.

Zufrieden war der frühere Keeper vor allem mit der Schaltzentrale. „Bastian ist zuletzt bei Bayern einigermaßen gut in Schwung gekommen ist. Er spielt gut mit Toni Kroos zusammen“, sagte er. Aber speziell dem Bayernstar gab er mit auf den Weg, dass dieser sich nicht ausruhen dürfe: „Dahinter steht einer, der eine großartige WM gespielt hat und bei Real Madrid auf hohem Niveau ist: Sami Khedira. Keiner der drei darf sich also eine Blöße geben.“

Schweinsteiger selbst versteckte sich auch nicht und meinte selbstkritisch, dass noch Luft nach oben ist: „Wir haben zu Null gespielt, das ist okay. Aber es war schwer, die Räume zu finden. Wir haben vorne den ein oder anderen Fehler zu viel gemacht.“

Zum Beispiel, dass zu viel durch die Mitte gespielt wurde? Lehmann ließ das anklingen, denn „eigentlich sagt man ja, dass es schwierig ist, durch die Mitte zu spielen – aber wenn du so gute Spieler hast wie Götze, dann klappt es trotzdem. Reus hatte dann noch dazu den Riecher – so fallen dann die Tore.“

Und überhaupt taugte dieses Spiel gegen den Weltranglisten-126. auch nicht wirklich als Standortbestimmung, sagte Manuel Neuer: „Georgien ist jetzt nicht der Maßstab, aber wir haben etwas gutzumachen, wir sind in den ersten Spielen nicht so gut gestartet. Und von daher waren vor allem die Punkte wichtig.“

Damit war er auf einer Linie mit dem Kapitän, der das Fazit des Abends zog. Bastian Schweinsteiger: „Wir müssen uns noch verbessern – aber da haben wir noch Zeit. Ich bin zuversichtlich.“

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