Leichter Aufwärtstrend bei Hertha BSC

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Herthas Patrick Ebert (r.).

Berlin - Der Patient Hertha hat die tiefschwarze Serie zwar beendet, konnte aber auch im elften Pflichtspiel nacheinander nicht gewinnen.

Zumindest trotzte das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga am Sonntag nach zuletzt acht Liga-Pleiten in Folge dem Deutschen Meister VfL Wolfsburg ein 0:0 ab. Die engagierte Vorstellung der Berliner gab den 36 799 Zuschauern im Olympiastadion Hoffnung auf bessere Zeiten. Nur 65 Stunden nach dem peinlichen 0:1 gegen den SC Heerenveen in der Europa League wirkte die Krisen-Hertha über lange Strecken wie ausgewechselt. Die Wolfsburger verpassten unterdessen ohne ihren Torjäger Grafite, der für einen einwöchigen Sonderurlaub in seine brasilianische Heimat geschickt wurde, trotz zuletzt drei Siegen und zwei Unentschieden den Anschluss an die Tabellenspitze.

Bundesliga: Die besten Sprüche des 10. Spieltags

“Es war sehr zäh in den ersten 20 Minuten. Das Traumtor von Christian war dann der Dosenöffner für uns. Es war wunderschön für ihn und wichtig für die Mannschaft.“ (Trainer Ralf Rangnick von 1899 Hoffenheim nach dem 3:0 gegen Nürnberg über das wichtige 1:0 durch Christian Eichner) © Getty
“Ein perfekter Schuss, da muss schon Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen. In solch einer Situation heißt es: Kopf ausschalten und drauf auf die Hütte. Wenn solch ein Ball einschlägt, herrscht auch ein Stück Ungläubigkeit. In diesem Moment empfindet man die totale Befreiung.“ (Eichner über seinen verfrühten “Sonntagsschuss“ in der 34. Minute) © Getty
“Was mich am meisten ärgert, ist die Kultur des Zeitschindens in der deutschen Bundesliga.“ (Torwart Jens Lehmann vom VfB Stuttgart, nachdem ein Balljunge ihm in Hannover das Spielgerät nicht sofort zugeworfen hatte) © Getty
“Ich muss jetzt nach Hause, meine Kinder erziehen, damit die sich korrekt verhalten.“ (Lehmann ironisch zum selben Thema) © Getty
“Die Medien sind nicht wichtig, wichtig sind meine Spieler.“ (Bayern-Trainer Louis van Gaal nach dem 2:1 gegen Frankfurt) © Getty
“Der FC Bayern, der seine Spiele so lala gewinnt, das ist nicht der FC Bayern. Mia san mia - da müssen wir wieder hinkommen.“ (Bayern-Manager Uli Hoeneß zur fehlenden Dominanz im Münchner Spiel) © Getty
“Zwischen der 60. und 88. Minute hatte ich schon leichte Bauchschmerzen bekommen.“ (Hoeneß zu seinem Gemütszustand beim 2:1 des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt zwischen dem 0:1-Rückstand und dem Siegtor) © Getty
“Wenn da nicht nachgefahndet wird, gibt es eine interne Strafe.“ (Leverkusens Manuel Friedrich über geeignete Maßnahmen nach der Spaß- Ohrfeige seines früheren Mainzer Trainers Jürgen Klopp und dem 1:1 zwischen Bayer und Borussia Dortmund) © Getty
“Ich denke, dass es eine Frage der Zeit ist und dann werden wir den Bock umstoßen - nicht den Geißbock.“ (Mönchengladbachs Trainer Michael Frontzeck nach dem 0:0 gegen Köln) © Getty
“Wenn man nicht gewinnen kann, muss man wenigstens einen Punkt holen.“ (Köln Torhüter Faryd Mondragon) © Getty
“Es gibt ja nichts Schöneres, als den Spitzenreiter zu ärgern.“ (Dortmunds Sven Bender über seine Gefühle nach dem 1:1 des BVB als Gast von Bayer Leverkusen) © Getty
“Im Moment, wo ich rede, merke ich: Geil, wir haben einen Punkt geholt.“ (BVB-Coach Jürgen Klopp, der sich zunächst nicht sicher war, ob er einen Zähler gewonnen oder zwei verloren hatte) © Getty
“Die Jungs sind fit und gesund und haben nichts anderes zu tun als zu laufen, bis abgepfiffen wird.“ (Klopp über die Beschäftigung der Profis 90 Minuten in der BayArena) © Getty

“Wir sind in einer sehr schwierigen Situation, aber jetzt sind wir auf dem richtigen Weg. Heute waren wir in der Lage, das Spiel über 90 Minuten zumindest offen zu gestalten“, kommentierte Hertha-Coach Friedhelm Funkel, “das zu Null gegen den Deutschen Meister war sehr wichtig. Das dauert Monate, bis wir da unten wieder rauskommen, aber wir haben uns darauf eingeschworen.“ Auch sein Kapitän Arne Friedrich lobte die “Leidenschaft und Aggressivität“. Wolfsburgs Mittelfeld-Ass Zvjezdan Misimovic monierte dagegen den fehlenden Biss: “Für uns war das zu wenig. Es war eine Riesenchance, durch einen Sieg richtig oben reinzurücken.“

Knapp 300 Hertha-Fans hatten im Abschlusstraining stumm Spalier gebildet und wollten den Profis mit dieser stillen Demonstration noch einmal die Dringlichkeit der Mission vor Augen führen. “Wir werden es schaffen, wir werden aus dieser Situation herauskommen“, versprach Funkel kämpferisch. Von der ersten Sekunde an stand er am Rand der Coaching-Zone und trieb sein Team nach vorn. Dementsprechend engagiert begann auch seine Elf. Nach nur 45 Sekunden versemmelte Gojko Kacar aus aussichtsreicher Position. Die Gastgeber investierten und riskierten sehr viel im Spiel nach vorn, die Schwächen in der Rückwärtsbewegung blieben zunächst ohne Folgen.

Stammtorhüter Jaroslav Drobny hatte bei seiner Rückkehr nach fünfwöchiger Verletzungspause allerdings Glück, als der ex-Berliner Ashkan Dejagah nach einem Traumpass von Misimovic (23.) die Führung nur um Zentimeter verfehlte. Die “Wölfe“ versuchten, der Berliner Leidenschaft und Offensiv-Dynamik mit Spielkultur zu begegnen, waren aber in den Zweikämpfen meist nur zweite Sieger. Hartnäckig setzte die Hertha nach. Nach einer Einzelleistung des starken Sturmsolisten Raffael rettete VfL-Keeper Diego Benaglio mit dem linken Fuß (38.) in höchster Not, der Nachschuss von Pal Dardai segelte knapp drüber.

“Genauso müssen wir uns in dieser Situation präsentieren, kompakt und kämpferisch“, lobte Hertha-Manager Michael Preetz, doch nach dem enorm hohen Tempo in den ersten 45 Minuten häuften sich bei seiner müden Mannschaft die Fehler. Mit einer völlig anderen Einstellung übernahm Wolfsburg die Initiative und flirtete mit dem 1:0. Edin Dzeko (54./61.) und Christian Gentner (55.) vergaben aus vielversprechender Position. Für die Berliner, die durch das zweite Unentschieden dieser Spielzeit wenigstens einen Teilerfolg verbuchten, hatte Kacar (75.) eine gute Chance. Vier Minuten vor dem Ende setzte Teamkollege Adrian Ramos den Ball sogar noch an den Außenpfosten.

Der 10. Spieltag im Überblick:

23.10.09 20:30 Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund 1:1
24.10.09 15:30 Bayern München - Eintracht Frankfurt 2:1
1899 Hoffenheim - 1. FC Nürnberg 3:0
Hannover 96 - VfB Stuttgart 1:0
Bor. Mönchengladbach - 1. FC Köln 0:0
1. FSV Mainz 05 - SC Freiburg 3:0
25.10.09 15:30 Hertha BSC - VfL Wolfsburg 0:0
17:30 FC Schalke 04 - Hamburger SV -:-
VfL Bochum - Werder Bremen -:-
1 Bayer Leverkusen 10 6 4 0 19:6 13 22
2 Hamburger SV 9 6 3 0 20:8 12 21
3 FC Schalke 04 9 6 1 2 13:6 7 19
4 Werder Bremen 9 5 3 1 16:6 10 18
5 Bayern München 10 5 3 2 17:9 8 18
6 1899 Hoffenheim 10 5 2 3 18:9 9 17
7 VfL Wolfsburg 10 5 2 3 18:16 2 17
8 1. FSV Mainz 05 10 5 2 3 15:14 1 17
9 Eintracht Frankfurt 10 3 4 3 11:13 -2 13
10 Borussia Dortmund 10 3 4 3 10:14 -4 13
11 Hannover 96 10 3 3 4 13:12 1 12
12 SC Freiburg 10 3 1 6 14:22 -8 10
13 1. FC Köln 10 2 3 5 6:10 -4 9
14 VfB Stuttgart 10 2 2 6 10:15 -5 8
15 Bor. Mönchengladbach 10 2 2 6 10:18 -8 8
16 VfL Bochum 9 2 2 5 9:17 -8 8
17 1. FC Nürnberg 10 2 2 6 7:15 -8 8
18 Hertha BSC 10 1 1 8 7:23 -16 4

dpa

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