„Endspiele“ in der Champions League

Leipzig mit Trainings-Trickserei - Auch BVB unter Druck

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Leipzigs Cheftrainer Ralph Hasenhüttl.

RB Leipzig kann in Porto einen großen Schritt Richtung Champions-League-Achtelfinale machen. Dafür setzt Trainer Ralph Hasenhüttl auf eine unorthodoxe Trainingsplanung. Auch der BVB steht unter Druck.

Dortmund/Porto - In Europa überwintern - das wollen Borussia Dortmund und RB Leipzig beide. Nur die Gewichtsklasse wird wohl unterschiedlich sein. Während der kriselnde BVB im wegweisenden Gruppenspiel der Champions League gegen APOEL Nikosia am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) um den Europa-League-Platz ringt, träumen die Sachsen beim FC Porto (20.45 Uhr/Sky und ZDF) vom Achtelfinale der Königsklasse.

Den Dortmundern wäre mit dem 50. Sieg im höchsten Vereinswettbewerb Europas zumindest der Trostpreis Europa League so gut wie sicher. An ein Weiterkommen in der Champions League glaubt angesichts von sechs Punkten Rückstand auf Titelverteidiger Real Madrid und Tottenham Hotspur niemand mehr so recht. In der Geschichte der Champions League sind nur 10 von 101 Mannschaften weitergekommen, die nach drei Spielen einen Punkt gesammelt hatten. "Man muss ehrlich sein. Das wird sehr, sehr schwer", sagte Trainer Peter Bosz.

Der Niederländer steht derzeit unter besonderer Beobachtung. Die Zweifel an seinem sehr risikoreichen System, das zu Saisonbeginn hervorragend funktionierte, nehmen zu. "Im Moment ist die Balance zwischen Offensive und Defensive nicht richtig vorhanden", sagte Bundestrainer Joachim Löw im ZDF-Sportstudio: "Dortmund hat den Anspruch, offensiv zu spielen. Aber man muss auch defensiv die richtigen Antworten haben."

Diese haben die Schwarz-Gelben zuletzt nicht gefunden. Drei Gegentore gegen Leipzig, zwei in Frankfurt, vier in Hannover - das Abwehrverhalten war einer Spitzenmannschaft unwürdig. Bosz verspricht, "dass wir es am Mittwoch besser machen". Die leichten Ballverluste in der Vorwärtsbewegung müssen ebenso abgestellt werden wie die mangelnde Entschlossenheit in den Zweikämpfen. Man müsse sich als Mannschaft hinterfragen, sagte Kapitän Marcel Schmelzer.

Hasenhüttl zeigt sich kreativ

Ganz anders sieht es in Leipzig aus. Gut, die beiden Niederlagen im Pokal und der Bundesliga gegen Bayern München waren ein Rückschlag, aber in Porto winkt die nächste Chance auf einen großen Sieg. Ein Erfolg im Norden Portugals, und das Tor zum Achtelfinale steht sperrangelweit offen.

Auf der Jagd nach dem ersten Champions-League-Auswärtssieg ließ sich Ralph Hasenhüttl nicht in die Karten schauen. Früh am Dienstag scheuchte der Trainer von RB Leipzig seine Profis aus dem Bett - Abschlusstraining am heimischen Cottaweg vor der Europapokalreise in den Norden Portugals. Der Österreicher wollte vor dem Duell am Mittwoch beim FC Porto wohl sichergehen, dass ihm niemand zu früh seine taktischen Findigkeiten aufdeckt. Aus gutem Grund: Ein Sieg in Porto, und das Tor zum Achtelfinale steht sperrangelweit offen.

Feiert RasenBallsport in Porto tatsächlich seinen ersten Auswärtsdreier im Europapokal, steht der Vize-Meister in der Gruppe G bei sieben Punkten, das wären vier mehr als die Portugiesen. Bei zwei aussstehenden Spielen beim AS Monaco und zu Hause gegen Besiktas Istanbul wäre die Runde der letzten 16 in Sichtweite. Das hatte Leipzig jüngst sowieso zum nächsten Etappenziel erklärt. "Die nächste Stufe wäre, dass wir international überwintern", sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff im Sport1-Doppelpass. Porto wird gewarnt sein.

sid

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