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Ligue 1: Payet von Flasche am Kopf getroffen - Skandalspiel zwischen Lyon und Marseille

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Von: Alexander Kaindl

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In der französischen Ligue 1 ist es schon wieder zu einer scheußlichen Szene gekommen. Nationalspieler Dimitri Payet war einmal mehr in einen Flaschenwurf-Skandal verwickelt.

Lyon - Frankreich hat seinen nächsten Fußball-Skandal! Nachdem es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Randalen gekommen war, die schließlich in Spielunterbrechungen oder gar Abbrüchen mündeten, hat die Ligue 1 nun einen neuen Tiefpunkt erreicht. Was war passiert?

Einmal mehr stand Dimitri Payet im Mittelpunkt. Der französische Nationalspieler wurde im Spiel zwischen Olympique Lyon und Olympique Marseille mit einer vollen Wasserflasche am Kopf getroffen, als er in der vierten Minute einen Eckball ausführen wollte. Payet, einer der größten Stars der Ligue 1, ging zu Boden und musste behandelt werden. Die Partie wurde unmittelbar nach dieser Szene zunächst unterbrochen, Schiedsrichter Ruddy Buquet schickte beide Mannschaften in die Kabine.

Ligue 1: Nächster Fußball-Skandal in Frankreich - Marseille-Star Dimitri Payet am Kopf getroffen

DAZN-Kommentator Stefan Galler und Alexis Menuge, der das Spiel als Experte begleitete, waren entsetzt. „Oh! Eine gefüllte Wasserflasche! Das ist ja Wahnsinn. Brutal. Brutale Szene“, sagte Galler, nachdem er die Zeitlupe gesehen hatte. Schon vor der Ecke für Marseille war das Spiel kurz unterbrochen gewesen, weil Lyon-Fans dort Gegenstände in Richtung Spielfeld geworfen hatten.

Die Zuschauer mussten sich dann eine ganze Weile gedulden, ehe klar war, wie der Sonntagabend weitergeht. Die Partie wurde nach fast zwei Stunden Unterbrechung schließlich ganz abgebrochen. Der Verband der französischen Ligue 1 (LFP) verurteilte die Vorkommnisse in einer Pressemitteilung „aufs Schärfste“.

Der Präsident von Olympique Lyon, Jean-Michel Aulas, entschuldigte sich bei Marseille und Payet. Aulas sprach von einem „inakzeptablen Angriff“ und wünschte dem Mittelfeldspieler eine schnelle Genesung. Er verwies zudem darauf, dass es sich um einen einzelnen Täter gehandelt habe, der gefunden und den Behörden übergeben worden sei. Aulas vertrat die Meinung, dass die Partie hätte fortgesetzt werden können. Die LFP sah die Schuld beim Gastgeber und den lokalen Behörden.

Olympique Lyon gegen Olympique Marseille abgebrochen - Es war nicht der erste traurige Fall

Laut LFP-Mitteilung wurde Marseilles Payet auch „Ziel diskriminierender Beleidigungen“. In einer Zeit, in der die Liga wieder Attraktivität gewinne, „zerstören diese wiederholten schwerwiegenden Vorfälle das Image der Meisterschaft in Frankreich und international“, hieß es. Payet sei „psychisch verletzt“, sagte Marseilles Präsident Pablo Longoria. „Was passiert, ist nicht normal. Wir haben jede Form von Gewalt immer verurteilt.“

Nach mehr als einer Stunde folgte dann die Durchsage, dass die Partie fortgesetzt werde. Die Spieler von Lyon, darunter auch Ex-Bayern-Star Jerome Boateng, der in der Startelf gestanden hatte, kamen also zum Aufwärmen auf den Platz zurück. Bei den Marseille-Profis herrschte Medienberichten zufolge Unverständnis. Zu einem erneuten Anpfiff kam es dann auch nicht mehr. Der Stadionsprecher gab die Entscheidung von Schiedsrichter Buquet via Stadionmikrofon bekannt, als die Mehrheit der Zuschauer bereits gegangen war. Nach Angaben beider Clubs revidierte der Schiedsrichter seine Entscheidung, Buquet sprach in einem Interview davon, dass er die Partie nie habe fortsetzen wollen, aber mehrere Faktoren habe berücksichtigen müssen.

Frankreich: Dimitri Payet war schon einmal in einen Flaschenwurf-Skandal verwickelt

Am 22. August war Payet schon einmal Opfer eines Flaschenwurfs geworden. Im Spiel bei OGC Nizza wurde er am Rücken getroffen, danach warf er die Flasche Richtung Zuschauer zurück. Im Anschluss kam es zum Platzsturm durch Nizza-Anhänger und Rangeleien mit Spielern und Betreuern.

Das abgebrochene Spiel wurde auf neutralem Boden nachgeholt (1:1). Nizza musste ein Geisterspiel austragen. Für seine Verwicklung in das Handgemenge wurde Fitnesstrainer Pablo Fernandez von Olympique Marseille für den Rest der Saison bis zum 30. Juni 2022 gesperrt. Die OM-Spieler Payet und Alvaro Gonzalez erhielten Spielsperren. Einen Monat später sorgten dann Fans beim Nord-Derby zwischen RC Lens und Meister OSC Lille durch Krawalle für eine Spielunterbrechung. (akl/dpa)

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